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In weniger als einem Jahrhundert hat die industrielle Entwicklung unzählige Katastrophen für die Menschen und ihre Umwelt verursacht. Durch die Nutzung fossiler Brennstoffe (Erdöl, Kohle und Gas), durch Nuklearunfälle, unzählige Fabriken und mangelhafte Sicherheitsmaßnahmen hat der Mensch in die Natur und das Klima eingegriffen und die Meere sowie die Luft, die er atmet, verschmutzt. Trotz aller Warnungen von Umweltschützern kann die mangelnde Koordinierung der Regierungen zur beschleunigten Vernichtung der Lebensbedingungen führen.
Radioaktive Unfälle
Von den anderen seit 1949 registrierten Katastrophen sei Semipalatinsk (Kasachstan) erwähnt, wo zwischen 1949 und 1963 10 000 Menschen hohen Strahlungen ausgesetzt waren sowie die Katastrophe von Kyschtym (Rußland), wo 1957 die Explosion eines Lagertanks 100 Todesopfer forderte und 10 000 Menschen evakuiert wurden. Unerwähnt darf auch nicht der Unfall von Three Mile Island (USA) bleiben, nach dem 1979 140 000 Menschen ihr Heim verlassen mußten.
Ausgetrockneter See Der Aralsee zwischen Kasachstan und Usbekistan ist innerhalb von 30 Jahren um die Hälfte geschrumpft. Grund für seine fortschreitende Austrocknung ist die Einführung eines extensiven Anbaus von Baumwolle und Reis in den sechziger Jahren sowie der entsprechend hohe Bewässerungsbedarf. Die Wasserläufe der beiden Flüsse, die den See mit Wasser versorgen, wurde zum Ausbau dieser Kulturen, aber die minderwertige Qualität der Kanäle, ihre zunehmende Verschlechterung sowie die natürliche Verdunstung führten zum Verlust von 30% des transportierten Volumens. Heute ist der See von einer Sand- und Salzwüste umgeben, das Klima der Region hat sich ins Extreme entwickelt und die regionale Wirtschaft wurde destabilisiert.
Die erste Vergiftung durch Industrieverschmutzung wurde 1956 in Minamata (Japan) gemeldet, wo das von einer Fabrik ins Abwasser abgeführte Quecksilber 117 Menschenleben forderte. 1976 mußten im italienischen Seveso 736 Menschen wegen einer Dioxinwolke evakuiert werden. 1984 ereignete sich in Bhopal (Indien) die bislang größte Katastrophe: aus einem Leck in einer Fabrik strömte Giftgas aus und forderte 700 Tote und 350 000 Verletzte. In Vietnam machen sich die Auswirkungen der Chemiewaffen auch 25 Jahre nach dem Krieg noch in Tumoren und angeborenen Mißbildungen bemerkbar. Loch in der Ozonschicht In der oberen Atmosphäre befindet sich in ca. 40 km Höhe eine Ozonschicht. Sie hält einen Großteil der ultravioletten Sonnenstrahlung ab, ohne sie wäre das Leben auf der Erde nicht möglich.
Zwischen 1970 und 1980 stellte man über der Antarktis eine beunruhigende Verringerung der Ozonmenge fest. Das Loch beschränkt sich nicht mehr auf die Antarktis, sondern mach sich allmählich auch saisonal über der Nordhalbkugel bemerkbar. Dieser Ozonabbau hängt mit der Nutzung bestimmter Chlor-Fluor- Kohlenstoffverbindungen (FCKW - die bekannteste ist Freon) durch verschiedene Industriezweige (Klimaanlagen, Kühlsysteme, Lösemittel, Sprays) zusammen. Das in der oberen Atmosphäre freigesetzte Chlor ist Hauptursache für den Ozonabbau.
Für die Tier- und Pflanzenwelt hat die überhöhte Einwirkung ultravioletter Strahlen katastrophale Folgen. Die ultravioletten Strahlen verlangsamen die Photosynthese und beeinträchtigen das Wachstum wesentlicher Elemente in den Ozeanen. Beim Menschen sind die offensichtlichsten Auswirkungen der ultravioletten Strahlen eine Zunahme der Hautkrebserkrankungen und des grauen Stars sowie eine nachlassende Tätigkeit des Immunsystems. Angesichts dieser Bedrohung erwägen viele Länder, auf diese Komponenten zu verzichten sowie deren Herstellung und Nutzung zu verbieten. Doch selbst bei Einhaltung dieses Verbots wird der Abbau der Ozonschicht noch lange andauern, da es sich bei den FCKW um stabile Moleküle handelt, die in der Atmosphäre über 100 Jahre fortbestehen. Entwaldung des Amazonas Der Regenwald des Amazonas ist bedroht und seine Ressourcen sind für die Nachfolgegenerationen zweifellos verloren. Seit der Kolonisierung sind 551 000 km2 Wald verloren gegangen und das Zerstörungstempo hat sich auf jährlich 20 000 km2 beschleunigt. Diese Situation ist auf die unerbittliche Ausdehnung der Holzindustrie sowie auf Brände zurückzuführen, die von Züchtern und Landwirten gelegt werden, die neue Nutzgebiete suchen.
Die Nutzung fossiler Brennstoffe (Kohle,. Erdöl, Erdgas) setzt in der Atmosphäre einen Teil des im Boden als fossiler Kohlenstoff gelagerten Kohlenstoffes frei. Vor der industriellen Revolution war der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre stabil, aber seit 1850 hat sich die Erde bereits um nahezu 1 oC erwärmt. Wird diese Entwicklung nicht eingedämmt, würde das Abschmelzen eines Teils des Polarkreises den Anstieg des Meeresspiegels (um schätzungsweise 80 m im Jahre 2100) bewirken. Dadurch würden Küstenregionen, von denen einige stark bevölkert sind, überflutet. Viele Tiere und Pflanzen, die den hohen Temperaturen nicht gewachsen sind, werden verschwinden oder müssen in andere Regionen abwandern. Neben Kohlendioxid können auch andere Gase den Treibhauseffekt verstärken. Methan und die Fluorchlorwasserstoffe (FCKW), die dieselbe Wirkung haben, werden ebenfalls in zunehmender Menge in die Atmosphäre abgegeben.
Am stärksten belastet die Ölverschmutzung die Nordküste Spaniens, die Westküste Frankreichs und die Südküste Großbritanniens. In den britischen Gewässern denke man an die Havarie des Tankers Torrey Canyon im Jahre 1967. An der spanischen Küste verloren die Urquiola (1976), die Aegean Sea (1992) und die Prestige (2002) gemeinsam etwa 200 000 t Rohöl vor der Küste bei La Coruna. In der französischen Bretagne brach der Öltanker Erika 1999 auf der Fahrt von Frankreich nach Italien auseinander. Aber die stärkste Ölverschmutzung verursachte 1989 der Öltanker Exxon Valdez, der rund 30 000 t Rohöl an der Küste Alaskas verlor.
Die durch den Seetransport verursachte Verschmutzung macht lediglich 15 bis 20% der Meeresverschmutzung aus. Die Hauptursache ist eher in den Aktivitäten an Land zu suchen. Zwischen 1979 und 1998 ging die Zahl der Öltankerunfälle von 70 auf 23 zurück und die ins Meer gelangte Ölmenge sank von 696 300 Tonnen auf 34 600 Tonnen. Und dies, obwohl sich die auf dem Seeweg transportierte Öltonnage im selben Zeitraum nahezu verdoppelte. Die Kohlenwasserstoffe (Erdöl und seine Derivate) sind die Hauptverursacher der Ozeanverschmutzung. Diese Verschmutzung ist das Ergebnis verschiedener Aktivitäten im Rahmen der Erdölförderung, des Transports des Erdöls sowie der Nutzung der daraus erzeugten Fertigprodukte, der Kraftstoffe und Schmiermittel. Jedes Jahr gelangen auf diese Weise z.B. 600 000 t Öl ins Mittelmeer. Die Verschmutzung durch Kohlenwasserstoffe wird durch Schiffe, die sie außerhalb der Hoheitsgewässer verklappen, verursacht. Die Folgen sind verschmutzte Strände, ölverklebte Vögel und ungenießbare Muscheln.
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