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Im Laufe der gesamten Geschichte waren die großen Reich durch den Machthunger derjenigen geprägt, die sie noch weiter ausdehnen wollten. Die Herrscher hatten unterschiedliche Beweggründe für die Vergrößerung ihrer Territorien, sie verfolgten u.a. demografische, wirtschaftliche, strategische und ideologische Ziele. In allen Fällen hatten die einander ablösenden großen Reiche einen gemeinsamen Nenner: die Kontrolle eines größtmöglichen Territoriums und das Streben, stärker als die Nachbarn zu sein. Heute haben die Groß´mächtedie materielle Eroberung durch die wirtschaftliche Vorherrschaft ersetzt.

17. Jahrhundert

Auf Grund ihrer Erkundungs- und Eroberungskampagnen am Ende des 15. Jahrhundert hatten die Königreiche von Portugal und Spanien im 17. Jahrhundert die Vormacht im Westen. Diese erste Etappe der großen Entdeckungen endete ein Jahrhundert später mit dem Beginn der eigentlichen Kolonisierung. Der Osten wurde während dieser Zeit von zwei großen Reichen beherrscht: dem China der Ming-Dynastie und dem Mogul-Reich, das große Teile Hindustans umfaßte. Für die moslemischen Welt wurde das Osmanische Reich zur absoluten Referenz.

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18. Jahrhundert

Spanien und Portugal dehnen sich in Süd- und Mittelamerika weiter aus, während Frankreich und England Nordamerika kolonisieren. Außerdem löst England das Königreiche Spanien als erste europäische Macht ab und finanziert Expeditionen zur Entdeckung neuer Länder im Pazifik und im Indischen Ozean. Ebenfalls in diesem Jahrhundert entwickelt sich Rußland zu einer neuen europäischen Macht. Unter der Herrschaft von Katharina II. (1762 - 1796) öffnet sich Rußland bereits zum Schwarzen Meer und reicht bis zum Pazifischen Ozean, so daß es sich über den gesamten Norden Asiens erstreckt. Ferner annektiert es Weißrußland, den Osten der Ukraine und Litauen.

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Um 1900

Am Ende des 19. Jahrhunderts führen die europäischen Mächte eine weitere Expansionskampagne. Während Spanien, Portugal und Holland den Niedergang ihrer Überseereiche erleben, beginnen Frankreich und Großbritannien, gefolgt von den meisten europäischen Ländern, mit der Kolonisierung der noch aufzuteilenden Länder. Dieser Prozeß erfolgt nicht nur schnell, sondern auch effizient und zwischen 1878 und 1914 erweitern die europäischen Metropolen ihre Reiche um 22 Millionen km2. Dieses Expansionstempo ist größtenteils auf die technischen und wissenschaftlichen   Fortschritte und vor allem das Aufkommen neuer Verkehrsmittel zurückzuführen. Der europäische Imperialismus erreicht seinen Höhepunkt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, als der Alte Kontinent über drei Viertel der Erde unter seiner Kontrolle hat. Der Krieg beendet jedoch die Vorherrschaft Europas und der Entkolonisierungsprozeß setzt ein.

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