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Die Globalisierung läßt sich als die Verbreitung der Technologien und das Wachstum der Wechselbeziehungen zwischen den Märkten, Politiken und Gesellschaften definieren. Ihre rapide Beschleunigung löst eine Debatte über soziale Fragen aus. Die Kritiker, die gegen die Weltbank und dem IWF demonstrieren, betrachten die Globalisierung als neuen "Faschismus", der das Nordsüdgefälle weiter vertieft. Sie könnte allerdings auch die Demokratisierung des Zugangs zur Information und Bildung vorantreiben.
Der Tourismus ist der weltweit führende Wirtschaftszweig. 1995 sind 587 Millionen Touristen durch die Welt gereist und bis 2010 erwartet man die Verdoppelung dieser Zahl. Mit der Verbesserung der Transporte, preisgünstigeren Flugtickets und der zunehmenden Freizeit haben sich bestimmte Regionen in Europa und den USA sowie Asien zu wahren Pilgerstätten des Tourismus entwickelt. Das Vertrauen und das Sicherheitsgefühl der Reisenden wurde allerdings durch zahlreiche Ereignisse wie die Terroranschläge vom 11. September, den Absturz des Airbus A300 von American Airlines beim Start in New York und die Naturkatastrophen an "Traumreisezielen" wie Haiti tief erschüttert. Nicht nur die Fluggesellschaften, sondern auch der gesamte Tourismus, d.h. Tausende Unternehmen (Reiseagenturen, Hotels, Autovermietungen, Gaststätten usw.) leiden erheblich unter dieser Entwicklung. Tourismus-Einnahmen (in Millionen $)
Anzahl der Besucher (in Millionen)
Globalisierung der Lebensweisen Die ausländischen multinationalen Konzerne haben die Tendenz ausgelöst, die Lebensweisen anderer Länder zu übernehmen. Ein Beispiel ist Coca-Cola, dessen weltweiter Verbrauch derart gestiegen ist, daß über 70% des Unternehmensumsatzes aus Werken außerhalb der USA kommen. Für die Automobilindustrie gilt dasselbe in Bezug auf japanische Autos, die durch den Toyota Corolla, das meistverkaufte Auto der Geschichte, zu großer Beliebtheit gelangt sind. Japan ist dadurch der weltweit führende Autohersteller und -exporteur.
Das Internet ist ein Grundwerkzeug im Globalisierungsprozess. Es ist ein inzwischen unabdingbarer Entwicklungsfaktor und befindet sich auf dem Weg zur allgemeinen Verbreitung. Trotz einer stets wachsenden Zunahme des Zugangs zum Internet und dessen Nutzung bestehen weiterhin Ungleichheiten. Gegenüber Ländern wie den USA, Finnland, Island oder Norwegen, in denen die meisten Server pro Einwohner und ans Netz angeschlossene Computer verzeichnet sind, gib es in den meistbevölkerten Ländern der Welt - China, Indien oder Indonesien - weniger als einen Server pro 10 000 Einwohner.
Internet-Server (pro 10 000 Einwohner)
Die größten multinationalen Konzerne Die Strategien der großen multinationalen Unternehmen ist die "Verlagerung der Grenzen", um neue Märkte zu erobern und die lokale Konkurrenz zu verdrängen. So wächst der Anteil des transnationalen Kapitals am Bruttoinlandsprodukt unaufhörlich und stieg von 17% in den sechziger Jahren auf 30% im Jahr 1995. Arbeitnehmer im Ausland in %
Seit 1990 wird zur Berechnung des Entwicklungsstandes und der Lebensqualität eines Landes eine neue Methode angewandt - der Indikator der menschlichen Entwicklung (Human Developement Index, HDI). Grund für dieses Vorgehen ist die Tatsache, daß das BIP pro Einwohner - der in der Vergangenheit verwendete Indikator - das reale Wohlergehen nicht korrekt misst, da lediglich wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt werden (Bruttoinlandsprodukt des betreffenden Landes geteilt durch die Anzahl der Einwohner). Der HDI wird auf einer Skala von 0 bis 1 angegeben und ergibt sich aus der Kombination von 4 Daten: der Lebenserwartung, der Alphabetisierungsquote, dem Schulbildungsniveau und dem realen BIP pro Einwohner.
Einstufung nach HDI
Einstufung nach BIP pro Einwohner (in $)
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