Weißburgunder – Traditionswein aus Europas Süden

Auvernat blanc, Beli pinot, Weißclevner, Pinot verde – die unterschiedlichen Namen von Weißburgunder würden ganze Seiten füllen, wollte man sie alle aufzählen. Immerhin war die weiße Rebsorte bereits im 14. Jahrhundert bekannt und beliebt und wurde auch damals schon in vielen verschiedenen Ländern und Landstrichen angebaut. Wohl einer der Gründe dafür, warum der Weißburgunder bis heute unter so vielen Namen bekannt ist. Entstanden ist diese Rebsorte übrigens letztendlich aus einer Mutation des Grauburgunders. Und dieser wiederum hat seine Wurzeln im Spätburgunder.

Die Unterscheidung in Auxerrois, Pinot Blanc und Chardonnay, die heute gang und gäbe ist, wurde in früheren Zeiten nicht gemacht. Der Grund ist vor allem darin zu suchen, dass eben diese Unterscheidung äußerst schwierig ist und zumeist nur geschulten Fachleuten wie beispielsweise Ampelographen, also Rebkundlern, gelingt. Eine zweite Möglichkeit der Unterscheidung bieten verschiedene molekularbiologische Verfahren, die allerdings teilweise sehr aufwendig sind. Hinzu kommt, dass der Weißburgunder, obwohl er häufig in südlichen Gefilden angebaut wird, dort auch meist vom Chardonnay verdrängt wird. Denn gerade in diesen Gebieten fehlt der traditionellen Rebsorte sehr oft etwas ganz Entscheidendes – die Säure. Und so greift man dort eben lieber auf den Anbau von Chardonnay zurück. Die größten Anbaugebiete für die weiße Rebsorte befinden sich übrigens im Elsass und in Burgund, Venetien, der Lombardei, der Steiermark und dem Burgenland. In Deutschland erstrecken sich die Anbaugebiete vor allem entlang der sächsischen Weinstraße. Aber auch in Rheinhessen, in Baden und der Pfalz wird die Rebsorte angebaut.

Von der Anbautechnik her gesehen gehört die Traditionsrebe eher zu den schwierigeren Reben, denn die Rebstöcke treiben mittelfrüh aus und können damit durchaus noch dem Frühjahrsfrost zum Opfer fallen. Da die Früchte zudem sehr dünnhäutig sind, müssen sie sehr vorsichtig bearbeitet werden. Eine starke Reaktion auf Hitze und Kälte erschweren den Anbau zusätzlich. Eine gute Südhanglage und kalkhaltige, warme und fruchtbare Böden sind deswegen wichtige Voraussetzungen für den Anbau. Bild: Katharina Wieland Müller  / pixelio.de

, ,

Keine Kommentare mehr möglich.