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Wählen Sie bitte nach Volksgruppe oder Land: Mamluken --> [arabisch, Leibeigene, Sklaven] Mameluken, Mamelucken, Leibwache islamischer Herrscher seit dem 9. Jahrhundert, meist türkische oder tscherkessische Sklaven. In Ägypten schwangen sich die Mamluken 12501517 selbst zu Herrschern des Landes auf: Eine Empörung gegen den letzten Ajjubiden Turan Schah brachte Aibek (12501257) zur Regierung, die er mit der Sultanin Schadscharat ad-Durr teilte. Baibars (12601277) schlug die Mongolen 1260 und 1277. Kalawun (12791290) verdrängte die Kreuzritter fast gänzlich aus Palästina. Berühmt als Baudenkmäler sind die Gräber der Mamluken-Sultane sowie die Sultan-Hassan-Moschee (Nassir Hassan, 13471361) in Cairo. Der Mamluken-Staat, d. h. Ägypten mit Syrien und Palästina, wurde 1517 von den osmanischen Türken unterworfen; unter türkischer Oberhoheit verwalteten die Mamluken bis 1811 Ägypten. Wahhabiten -->Anhänger der von Mohammed Ibn Abd al-Wahhab (* 1720, 1792) gegründeten religiösen Bewegung, die den sunnitischen Islam gemäß dem Koran und der Sunna zu seiner ursprünglichen Form zurückführen und alle Neuerungen (z. B. Heiligenverehrung, Wallfahrten, Feste) ausmerzen will. Das Weinverbot wird auf Tabak und Kaffee ausgedehnt. Ibn Abd al-Wahhab missionierte im Nadjd und gewann den Anaza-Scheich Ibn Saud. Dessen Nachfolger einigten 17901800 die nordarabischen Stämme, eroberten 1806 Mekka und gründeten im 20. Jahrhundert das spätere Saudi-Arabien. Afghanen --> eigener Name Paschtun, größtes Volk Afghanistans (9 Mill.), als Pathan (6 Mill.) in Pakistan; rund 10% Nomaden; vaterrechtliche Sippen, unter Häuptlingen. Usbeken --> Ösbeken, islamisches Turkvolk in Zentralasien, 12,5 Mill., vor allem in Usbekistan, Kasachstan, Afghanistan; im 14. Jahrhundert aus mehreren Turkvölkern entstanden, nach Ösbek (Khan der Goldenen Horde) benannt; ursprünglich nomadische Viehzüchter, heute seßhaft (Baumwollanbau); unterteilt in Stämme (Mangyt, Turk, Naiman, Turkmen, Arab) und Geschlechter. Tadschiken --> iranisches Bauernvolk, 3,2 Mill., vor allem in Tadschikistan und im Norden von Afghanistan; wahrscheinlich Nachkommen der alten Baktrer (eine Mischung von arischen Eroberern mit Ureinwohnern); Moslems. Albaner --> eigener Name Shqiptar (sprich: Schiptar), Skipetaren, Volk mit indogermanischer Sprache in Albanien, Serbien und Griechenland; 3,5 Mill.; die nördliche Stammesgruppe der Gegen ist im Brauchtum konservativer als die südliche der Tosken. Ihre Kultur hat bis ins 20. Jahrhundert viel Altertümliches bewahrt, wie Blutsbrüderschaft, Blutrache, Brautraub. Kabylen --> Gruppe von islamischen Berberstämmen (rund 1 Mill.) in Nordalgerien, besonders in der Kabylei; Pflugbauern mit Viehzucht und Obstbau. Tuareg --> Eigenname Imuschag, hamitisches Hirtennomadenvolk im Westen der Zentralsahara (in Ahaggar die Hoggar, nordöstlich von Ahaggar die Asdscher, in Aïr die Asben, in Adrar des Iforas die Ifoghas oder Iforas, am Niger die Aulimmiden), über 300 000; Moslems; indigogefärbte Kleidung, die Männer mit Gesichtsschleier (Litham); stark mutterrechtliche Tendenzen; alte libysche Schrift ( Tifinagh); Lederzelte, Reitkamele. Armenier --> indogermanisches Volk (8 Mill.) im Kaukasusgebiet, im Iran und weit verstreut als Kaufleute und Handwerker über das östliche Mittelmeergebiet, ferner in den USA, Australien und Frankreich, bis zum 1. Weltkrieg auch in Türkisch-Armenien, wo sie bei Verfolgungsaktionen nahezu untergegangen sind: vom 2. Jahrhundert v. Chr. an mit eigenem, später christlichem Reich, mit eigener Schrift und Literatur; in der Heimat Bauern und Händler. Aserbaidschaner --> Turkvolk (12 Mill.) südlich des Kaukasus, in Iran und in der Republik Aserbaidschan, großenteils turkmenischer Herkunft. Flamen --> Flamländer, niederländisch Vlamingen, französisch Flamands, geschichtlich und stammesmäßig den Holländern und Niederdeutschen verwandtes germanisches Volk im Westen und Norden Belgiens (hauptsächlich in West- und Ostflandern, Brabant und Limburg ansässig) und in angrenzenden Teilen Nordostfrankreichs (bis Lille, St.-Omer). Die Flamen haben ihre eigene Sprache, Malerei (Maler wie die Brüder van Eyck, P. P. Rubens, A. van Dyck) und Literatur ( flämische Literatur); kulturelle Mittelpunkte: Brügge, Gent, Antwerpen. Nachdem die Flamen durch die Revolution von 1830/31 vom Königreich der Niederlande losgerissen und mit den Wallonen zum Königreich Belgien vereinigt worden waren, machte sich bald eine flämische Volkstumsbewegung geltend. Der bis in die Gegenwart andauernde belgische Sprachenstreit hat seine Ursache in der Sorge der Flamen, daß das Flämische in Politik und Kultur nicht angemessen repräsentiert sei. Wallonen --> die rund 3,2 Mill. Wallonisch (Schriftsprache Französisch) sprechenden Südbelgier. Nach der Gründung des Staates Belgien (1830) hatte der wallonische Teil das bevölkerungspolitische und wirtschaftliche Übergewicht; gegen die privilegierte Position der Wallonen in Staat, Verwaltung und Kultur bildete sich um 1840 die Flämische Bewegung; bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich das Verhältnis umgekehrt, um 1900 entstand als Reaktion die Wallonische Bewegung. Der Gegensatz zwischen Flamen und Wallonen war bereits bei der Gründung Belgiens angelegt und durchzieht die Geschichte Belgiens bis heute (Sprachenstreit). Im 2. Weltkrieg bildete sich im wallonischen Belgien sowohl eine Widerstandsbewegung gegen die deutsche Besatzung wie unter L. Degrelle die Wallonische Legion der Rexistenbewegung, die auf deutscher Seite am Krieg teilnahm. Bulgaren --> die sog. Proto- oder Ur-Bulgaren, ein Turkvolk, das wohl aus den Resten der nach Osten abziehenden Hunnen und aus den Ogurstämmen im nördlichen Schwarzmeerbereich hervorgegangen ist. Als Verbündeter des Kaisers Herakleios gründete Anfang des 7. Jahrhunderts Kovrat (Kuvrat) ein Großbulgarisches Reich nördlich vom Schwarzen Meer, das allerdings schon in der Mitte des 7. Jahrhunderts auseinanderbrach. Ein Teil der abwandernden Bulgaren wandte sich nordwärts und gründete im Wolga-Kama-Gebiet das Wolgabulgarische Reich, eine andere Gruppe erzwang den Übertritt auf byzantinisches Reichsterritorium. Kaiser Konstantin IV. mußte dieses Donaubulgarische Reich (zwischen dem Balkangebirge und dem Dnjestr) anerkennen. --> die heutigen Bulgaren, ein Mischvolk der Balkanhalbinsel mit südslawischer Sprache; 8,1 Mill., davon 7,6 Mill. in Bulgarien, 370 000 in der Ukraine und Moldova, der Rest in anderen Balkanländern, Rumänien und der Türkei. Die Bulgaren entstanden aus romanisierten Thrakern, zugewanderten Slawen und dem Turkvolk der Bulgaren. Von letzteren behielten sie das halbnomadische Hirtenwesen; daneben sind sie Ackerbauern. Sie gehören zur morgenländischen Kirche, die Pomaken sind Mohammedaner. Die Tracht ist reich an Farbe und Schmuck. Als Siedlungs- und Hausform ist Einzelhofsiedlung mit einstöckigen Fachwerkhäusern, im Gebirge mehrstöckig, vorherrschend. Hutu -->Bahutu, Bantuvolk in Ostafrika, besonders in Burundi und Rwanda. Mit dem Volk der Tutsi bürgerkriegsähnliche Auseinandersetzungen, bei denen Tausende von Menschen ihr Leben verloren und Massenfluchtbewegungen ausgelöst wurden, zuletzt 1994 in Rwanda. Tussi -->Tutsi, Watussi, die hamitische Adels- und Herrscherschicht der Hima in Ostafrika. Hima -->Bahima, Tussi, die Adels- und Herrscherschicht in Uganda, Rwanda, Burundi und angrenzenden Gebieten; Großviehzüchter, die vom 14. bis 16. Jahrhundert Bantuvölker überlagerten, deren Sprache übernahmen und sich ihre Reiche aneigneten; nach der Kolonialzeit z. T. vertrieben. Chinesen -->eigener Name Han, das große Kulturvolk Ostasiens, das Hauptvolk Chinas, über 1 Mrd. Menschen. Etwa 20 Mill. sind Auslandschinesen und leben überwiegend in Thailand, Hongkong, Malaysia, Indonesien, Singapur, Vietnam, Birma, USA und Peru. Die Chinesen gehören zu den Mongoliden, weisen aber durch verschiedenartige Beimischungen beträchtliche Unterschiede auf. Sie sind entstanden aus mehreren Stämmen, die zu Beginn des 2. Jahrtausends v. Chr. in den Ebenen am unteren Huang He siedelten, und haben mit einer erstaunlichen Angleichungsfähigkeit die Nachbarvölker ebenso in sich aufgenommen wie fremde Eroberer. Die einzelnen Mundarten weichen z. T. erheblich voneinander ab. Das einigende Band bildet die Schriftsprache. Dänen -->nordgermanisches Volk (5,6 Mill.), die Bewohner Dänemarks (5,1 Mill.), mit einer Minderheit im Norden Schleswig-Holsteins (40 000); in den USA und in Kanada leben rund 455 000, in Schweden 35 000. Sorben -->Serbja, Serby, auch Wenden, Lausitzer, westslawische Volksgruppe in der Lausitz (im Spreewald, um Hoyerswerda und Bautzen), Reste der seit dem 8./9. Jahrhundert zwischen Elbe, Oder und Saale siedelnden Slawen, mit eigener Sprache. Die Sorben erhielten durch das Sorben-Gesetz vom 22. 3. 1948 kulturelle Autonomie, die zur Stärkung des Volkstums führte. Bräuche, Volkskunst und Trachten haben sich besonders im Spreewald und um Hoyerswerda erhalten. Afar -->die Stämme der hamitischen Danakil in Ostafrika; vorwiegend in Djibouti. Danakil -->[Einzahl Dankali] Afar, hamitische Nomadenstämme mit Ziegen und Kamelen, am Roten Meer auch als Schiffsleute; Moslems; in der äthiopischen Landschaft Danakil und in Djibouti. Esten -->Selbstbezeichnung Eestlased, westfinnisches Volk im Gebiet südlich des Finnischen Meerbusens ( Estland), insgesamt 1,2 Mill., zu 80% Lutheraner. Die Kultur der Esten weist starke schwedische und deutsche Einflüsse auf. Die Esten haben im 2. Weltkrieg durch Verschleppungen und Flucht starke Einbußen erlitten. Finnen -->Suomalaiset, finnisch-ugrisches Volk in Nordeuropa am Finnischen Meerbusen, besonders in Finnland, rund 5 Mill., davon 4,6 Mill. in Finnland. Stämme: Savolaiset, Tavasten (Hämäläiset), Kainulaiset (Kvänen) und Karelier, die z. T. auf russischem Gebiet leben, z. T. nach dem 2. Weltkrieg umgesiedelt worden sind. Die Finnen sind nordid und osteuropid, sie verdanken ihre kulturelle Entwicklung der frühzeitigen Berührung mit der nordgermanischen Kultur und leben von Ackerbau, Viehzucht, Holzwirtschaft u. a. Sie besitzen eine reiche Volksdichtung. Franzosen -->im weiteren Sinne die rund 55 Mill. französischen Staatsangehörigen, davon rund 50 Mill. Franzosen im engeren Sinne, das Staatsvolk Frankreichs, ein romanisches Volk. Überwiegt bei den Nordfranzosen der hellere, große, schlanke Typ, so im Süden die dunkle, kleinere Mittelmeerrasse; dazwischen liegt ein breites Gebiet der alpinen Rasse. Die französische Kultur beruht auf der der keltischen Stämme dieses Raumes und wurde bestimmt durch die fast ein halbes Jahrtausend währende Herrschaft der Römer. Das Eindringen germanischer Stämme (Franken, Sachsen, Burgunder, Westgoten) wirkt nach in der Aufspaltung der heutigen Volkskultur, die nördlich der Loire keltisch-germanisch, im Süden romanisch ausgerichtet ist. Kennzeichnend ist der große Gegensatz zwischen Provinz und Hauptstadt. Volkskundlich am reichhaltigsten sind die Randgebiete (die keltische Bretagne, Normandie, Seealpen, Savoyen und der Süden). Briten -->Britannier, die keltischen Einwohner des alten Britannien. Engländer -->germanisches Volk, die Bewohner des britischen Mutterlands, besonders des Südteils der britischen Hauptinsel unter Ausschluß von Schottland und Wales, und in vielen ehemaligen Kolonien und Ländern des Commonwealth; rund 50 Mill., davon 47,1 Mill. in Großbritannien. Der Verlauf ihrer Volkwerdung keltische Stämme, darüber Germanen in mehreren Wellen (Angeln, Sachsen, Wikinger, Dänen, zuletzt die Normannen mit französischem Kulturgut) und die durch die Insellage bedingte geschichtliche Entwicklung haben bestimmend auf den Volkscharakter eingewirkt. Von der alten Volkskultur haben nur wenige Züge der von Verstädterung und Industrialisierung bestimmten Entwicklung widerstehen können; bäuerliche Wohnformen und einige Sitten und Bräuche (Hochzeitsbrauchtum, Osterspiele); reicher Volksliederschatz. Schotten -->die noch keltisch sprechenden Bewohner von Schottland, Nachkommen der Pikten und Skoten, vor allem in den Highlands und auf den Hebriden. Die alte Männertracht (mit dem Kilt, dem wollenen, buntkarierten Faltenrock) ist noch bei Volksfesten und bei schottischen Regimentern zu sehen. Waliser -->die Einwohner von Wales, Nachkommen der keltischen Urbewohner Britanniens. Georgier --> Kharthweli, ein Volk der südlichen Gruppe der Kaukasusvölker, rund 4 Mill. (vor allem in Georgien); hatten eigene Schrift und Literatur. Osseten --> richtiger Ossen, Eigenname: Iron, indoeuropäisches Bergvolk (488 000) am Nord- und Südhang des Kaukasus; Nachkommen der Alanen, früher ein mächtiges Reitervolk; heute überwiegend orthodoxe Christen, ein kleinerer Teil Moslems. Sprache: Ossetisch eine zu den Pamirdialekten gehörige Sprache; bildet eine indoeuropäische, neuiranische Sprachinsel. Griechen -->Neugriechen, eigener Name Romai, die Bewohner des heutigen Griechenlands (knapp 10 Mill.), ferner der Hauptteil der Bevölkerung Zyperns (500 000) und über 2 Mill. Auslandsgriechen (USA 2 Mill., Ukraine und Rußland 300 000, Türkei 50 000); Nachkommen der alten Hellenen, aber stark beeinflußt durch die slawische Überflutung im 6. Jahrhundert n. Chr. und durch die Einwanderung von Albanern im 13./14. Jahrhundert. Es finden sich noch altertümliche Methoden und Geräte in der Schaf- und Ziegenzucht und im Wein- und Ölbau; auf den Inseln haben sich Mittelmeerkultur und griechische Eigenart besonders gut erhalten. Die Tsakones im östlichen Peloponnes und die Sphakioten Kretas gelten als reine Vertreter griechischen Volkstums. Inder -->seltener Indier, die Bevölkerung Vorderindiens (nach der heutigen staatlichen Gliederung auf die Bevölkerung der Indischen Union und die im Ausland lebenden indischen Bürger beschränkt, also ohne die Bevölkerung der heutigen Staaten Pakistan, Bangladesch, Nepal, Bhutan und Sri Lanka). Die Inder (rund 750 Mill.) weisen sowohl im Körperbau wie in der Kultur große Unterschiede auf. Neben den hochkultivierten Nordindern (Hindu, Moslems u. a.) und den Küstenbevölkerungen Südindiens (Malabaren, Tamilen) finden sich im Innern des Subkontinents urtümliche Hackbauernstämme mit Brandrodung, in den Waldgebirgen und Dschungeln sogar Wildbeuterstämme. Von den Sprachgruppen ist die der Drawida einst von Nordwesten her eingewandert und bis zur Südspitze Indiens (Tamilen) gelangt; über 200 Mill. sprechen noch Drawidasprachen. Zusammenhänge mit hinterindischen Stämmen (austroasiatische Sprachgruppe) weisen die Mundavölker (6,5 Mill.) in Chota Nagpur auf, meist Hackbauern; sie brachten mongolide Rassenelemente nach Indien. Die letzte große Einwanderung bildeten die Stämme mit indoeuropäischen, arischen) Sprachen (rund 650 Mill.), die sich vor allem in Nordindien ausbreiteten und dort heute noch den Bevölkerungstypus bestimmen (z. B. Sikh, Rajputen, Maharathen). Ferner sprechen 5 Mill. Inder sino-tibetische Sprachen. Dem körperlichen Erscheinungsbild nach gehören die urtümlichsten Stämme Süd- und Nordindiens zu den Weddiden und Indomelaniden. Die hellhäutigen Rassen Indiens, der Hauptteil der Bevölkerung, gliedern sich in Indide und Orientalide. Das Ausbreitungsgebiet der ersteren umfaßt Indien bis zum Himalaya und Birma. Die Orientaliden Indiens sind besonders im Indusgebiet und bei den Moslems des Dekans anzutreffen. Die indische Hochkultur hat ihre Wurzeln in der wohl den Drawidagruppen nahestehenden ackerbautreibenden Bevölkerung der Induskultur (Fundorte: Mohenjo-Daro, Harappa in Westpakistan; 3.2. Jahrtausend v. Chr.). Sie erhielt eine entscheidende Weiterbildung im 2. vorchristlichen Jahrtausend durch die Einwanderung indoeuropäischer Viehzüchterstämme, die zwar eine gewisse Standesgliederung schon mitbrachten, aber erst im Zusammenleben und Kampf mit der Vorbevölkerung ein das indische Leben bis in die Neuzeit bestimmendes Kastenwesen entwickelten. In den letzten Jahrhunderten v. Chr. hat ferner namentlich die Kunst Indiens starke Anregungen durch den Hellenismus empfangen (Gandhara-Kunst). Zu Beginn des 2. Jahrtausends n. Chr. brachte der Einbruch des Islams weiten Teilen Nordindiens Berührung mit der islamischen Welt Westasiens, besonders Persiens. Die führenden Religionen heute sind in Pakistan und Bangladesch der Islam, in Indien der Hinduismus, während bis ins 1. Jahrtausend n. Chr. der Buddhismus Hauptreligion war, daneben in Indien die Religion der Sikh und der Dschinismus. Mit der Ausbreitung des Brahmanismus und später des Buddhismus, mit der Kolonisation außerindischer Gebiete, der Ausweitung der Handelsbeziehungen und der Errichtung großer Reiche in diesen Ländern wurde auch die indische Kultur übertragen (Khmer, Tscham, Sumatra, Java, Bali), die teilweise zur Herausbildung eigener Hochkulturen führte (Java) und in großartigen Ruinen (Angkor, Borobudur) ihre Zeugnisse bis auf den heutigen Tag erhalten hat. Das Abendland erhielt indische Kulturgüter (arabische Ziffern, Schachspiel, Geschichten aus 1001 Nacht) auf dem Weg über die islamische Welt. Für eine moderne kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung war die ungleiche Verteilung des Ackerbodens von Nachteil (wenige Großgrundbesitzer, viele Mill. Bauern und Pächter, oft benachteiligt durch hohe Abgaben und Mißernten, sowie Landarbeiter), der erst neuere Bestrebungen (Landschenkung, Neukultivierung, Bewässerung) entgegenzuwirken versuchen. Der Getreideanbau wird z. T. heute noch auf sehr altertümliche Art betrieben. Der wichtigste Teil der Frauenkleidung ist der Sari, ein großes Umschlagtuch aus verschiedenen Stoffen (Seide, Musselin), islamische Frauen tragen weite Hosen. Die traditionelle Kleidung der Männer besteht aus Hemd, eng anliegenden Hosen, Jacke und Rock aus weißem Baumwollstoff. Gold- und Silberstickereien, Kaschmirschals und Shrinagarteppiche sind weitere Textilerzeugnisse. Stahlherstellung ist bekannt seit dem 4./3. Jahrhundert v. Chr. (Rüstungen, Rundschilde, Säbel, Dolche, Elefantenstachel, Haus- und Ackergeräte). Ebenso ist die Messing-, Bronze-, Zinn- und Edelmetallbearbeitung schon alt (Silberfiligran). Holz- und Elfenbeinschnitzereien sind regional verbreitet. Starke Auswanderung führte zu einem bedeutenden Auslandsindertum, so vor allem auf Sri Lanka, in Nepal, Malaysia, Mauritius, Südafrika, Großbritannien, USA, Trinidad und Tobago sowie im Nahen Osten. Indonesier -->im engeren Sinne die Bevölkerung Indonesiens; in der Völkerkunde wird der Begriff weiter gefaßt und auf die früher Malaien genannte Bevölkerung der südostasiatischen Inseln übertragen. Sie gehören der mongoliden Rasse an. Vorfahren der heutigen Indonesier sind zwischen 2500 und 1500 v. Chr. vom asiatischen Festland aus in den Archipel eingewandert, wo sie auf nicht-mongolide Völker stießen (Weddide, Negride, Melaneside, Negritide). Die Indonesier gliedern sich in eine Vielzahl ethnischer Gruppen; darunter sind Millionenvölker wie die Javaner, Malaien und Tagalen, aber auch kleine Stämme. Perser -->eigener Name Irani, indogermanisches Volk (heute etwa 12 Mill.) auf dem Hochland von Iran, schiitische Moslems, hervorgegangen aus der Vermischung indoeuropäischer Einwanderer mit der Urbevölkerung. Iren -->keltisches Volk der gälischen Gruppe in Irland; rund 15 Mill. Menschen, davon 3,2 Mill. in der Republik Irland, 500 000 in Nordirland und 10 Mill. in den USA, Kanada, Australien und Neuseeland (infolge Auswanderung wegen politischer und wirtschaftlicher Nöte, besonders im 19. Jahrhundert), überwiegend römisch-katholischer Konfession. Juden
-->ursprünglich das nach dem Stamm und späteren Königreich Juda in Palästina
benannte Volk, später nach der Zerstreuung ausgedehnt auf alle, die ihre Herkunft auf das
Volk Israel zurückführten und sich aufgrund der jüdischen Glaubensgemeinschaft ein
gewisses Maß an gemeinsamem Brauchtum bewahrten. Nach jüdischer Tradition gilt als Jude,
wer von einer jüdischen Mutter geboren wurde oder zum Judentum übergetreten ist. In
Israel dient diese Definition zur Feststellung der jüdischen Nationalität.
Anthropologisch ursprünglich zu den Orientaliden und Armeniden gehörig, hat das
jüdische Volkstum im Lauf der Jahrhunderte Beimischungen aller rassischen Bestandteile
der europäischen Völker in sich aufgenommen, im nordafrikanisch-südwestasiatischen Raum
auch negride. Unter den europäischen Juden unterscheidet man 2 Gruppen: die Sephardim
oder spaniolischen Juden ( Spaniolen) und die Aschkenasim oder mittel- bzw.
osteuropäischen Juden. In Israel werden als Sephardim die Juden orientalischer Herkunft
bezeichnet. Italiener -->italienisch Italiani, romanisches Volk, rund 71 Mill. Menschen, in Italien (auf der Apenninhalbinsel, Sizilien, Sardinien, 57,2 Mill.) und meist schon eingebürgert in den USA (9 Mill.), Südamerika (4,2 Mill.) und Schweiz (370 000). Italienische Einflüsse zeigen auch die Korsen und in geringerem Maß die Malteser. Japaner
-->ostasiatisches Volk, bewohnt das japanische Inselreich, rund 125 Mill., entstanden
aus der Vermischung eingewanderter altmongolisch-malaiischer Bevölkerungsgruppen mit der
Ainu-Urbevölkerung. Aus den engen Beziehungen zu China seit dem 6.8. Jahrhundert
n. Chr. (Einführung des Buddhismus) erwuchs eine chinesische Tochterkultur, die sich
in strenger Abgeschlossenheit (16001867) weiterbildete und selbständige Züge
entwickelte. Seit der Erschließung des Landes für die westliche Zivilisation im 19. Jahrhundert und besonders seit 1945 haben sich die Japaner in der Entwicklung von Wissenschaft, Technik, Wirtschaft und materieller Kultur weitgehend an westlichen Vorbildern orientiert. Es finden sich aber vielfach noch alte Kulturformen, besonders im häuslichen Leben, auf dem Land und bei festlichen Anlässen. Die alte Tracht (Kimono), die auf chinesische Vorbilder zurückgeht, ist bei Mann und Frau ähnlich. Gegessen wird mit Eßstäbchen, vorwiegend Reis mit Zukost (viel Fisch, auch roh). Hauptgetränk ist Tee (auf Gesellschaften mit besonders feierlichen Zeremonien zubereitet und gereicht). Erwärmter Reiswein (Sake) ist ein beliebtes Genußmittel. Das Haus ist ein meist einstöckiges Holzrahmenwerk mit Schiebetüren, verstellbaren Wänden und Wandschirmen aus Holz und Papier. Fechten, Ringen, Bogenschießen, Schach- und Go-Spiel sind Freizeitbeschäftigungen. Die alten Waffen und Rüstungen finden noch heute in Kult, Zeremonien, Theater und Sport Verwendung. Haschimiden -->Haschemiten, arabische Herrscherdynastie, wahrscheinlich von Haschim ibn Abd al-Manaf, dem Großvater Mohammeds, abstammend: Hussain, König des Hedjas 19161924; sein Sohn Abdullah, 1923 Emir, später König von Transjordanien; dessen Bruder Faisal I., 1921 König des Irak. Im Irak wurden die Haschimiden 1958 entthront, in Jordanien regieren sie noch heute. Khmer -->Kmer, Khamen, Kambodschaner, hinterindisches Volk mit austroasiatischer Sprache in Kambodscha (6,0 Mill.), Thailand, Südvietnam und Laos. Die Khmer gründeten im 3. Jahrhundert n. Chr. ein Reich und unterwarfen nach 600 das Reich Funan. Ihr Reich erstreckte sich im 11. Jahrhundert über den ganzen Süden Hinterindiens bis zur Malaiischen Halbinsel, wurde aber von den Tscham, den Thai und den Vietnamesen von Norden her im 14. Jahrhundert mehr und mehr reduziert. Die Khmer hinterließen bedeutende Kunstwerke in Angkor (11.12. Jahrhundert) und bilden noch eine eigene Sprachgruppe (8,5 Mill. Angehörige, Mon-Khmer-Sprachen). Kasachen -->Kasaken, einst nomadisches, heute meist zur Seßhaftigkeit übergehendes Turkvolk (8,1 Mill.) im Steppengebiet Kasachstans, in China und der Mongolei (1,3 Mill. fielen der Zwangskollektivierung zum Opfer oder wanderten nach Xinjiang aus, von wo sie z. T. später zurückkehrten). Kirgisen -->nomadisches Turkvolk (2,5 Mill.) in den innerasiatischen Gebirgen (Kirgisien, Usbekistan, China, Mongolei und Afghanistan). Im 17. Jahrhundert wurde der Islam übernommen, alte religiöse Praktiken (Schamanen) blieben jedoch bestehen. Koreaner -->ostasiatisches Volk des mongolischen Rassenkreises (rund 69 Mill.), auf der Halbinsel Korea, in der benachbarten Mandschurei (China: 1,8 Mill.) und in Rußland (439 000). Sie gingen seit 1392 ganz in der chinesischen Kultur auf; 250 Jahre von der Außenwelt abgeschirmt, bewahrten sie die Verhältnisse und Formen der chinesischen Ming-Zeit, die heute jedoch stark durch japanische und westliche Einflüsse überlagert sind. Die Gesellschaftsform in Nordkorea hat sich unter sowjetischem Einfluß stark verändert. Lao -->hinterindisches Thai-Volk im Norden Thailands, in Laos, Kambodscha und Birma; Buddhisten; Reisbauern. Letten -->baltisches Volk an der Ostsee um die Düna, besonders in Lettland; rund 1,5 Mill., vorwiegend Ackerbauern, an der Küste Fischer; in ihm gingen verschiedene baltische und ugrofinnische Stämme (Kuren, Liven) auf; deutscher Einfluß seit der Ordensritterzeit. Im 2. Weltkrieg wanderten 115 000 Letten aus (USA, Kanada und Australien); ein weiterer Teil (besonders der führenden Schichten) wurde in die Sowjetunion umgesiedelt. Litauer -->baltisches Volk in Litauen, Nordpolen und Weißrußland, überwiegend Bauern, 3,1 Mill.; große Teile wurden im Gefolge des 2. Weltkriegs von den Sowjets verschleppt, 200 000 flüchteten in den Westen. Makedonier -->Mazedonier, Makedonen, die Bevölkerung der Republik Makedonien, auf thrakischer Grundlage mit romanischen, slawischen, bulgarischen und türkischen Beimischungen und rumänischen, griechischen und albanischen Volksteilen. Mongolen -->Selbstbezeichnung Mongchol, chinesisch Mongku, eine große Völkergruppe Innerasiens: rund 6 Mill., davon 3,4 Mill. in China (Innere Mongolei), 1,8 Mill. in der Mongolei und rund 500 000 in Rußland, vor allem in Burjatien; Teil der altaischen Sprachfamilie, ursprünglich wohl Wald- und Pelztierjägerstämme, dann größtenteils Steppennomaden. Man unterscheidet: 1. Ostmongolen (Mongolen im engeren Sinne) mit den Khalka und Burjaten, 2. Westmongolen mit den Kalmüken und Torguten. Die Mongolen (im engeren Sinne) waren und sind Reiternomaden (Pferd, Schaf,
daneben Kamel, Ziege, Rind) mit zwei- bis viermaligem Weidewechsel im Jahr; sie leben in
Jurten. Die Sozialordnung wurde unter Tschingis Khan in eine Lehnsherrschaft umgestaltet.
Lehnsherrschaft und Einfluß der Geistlichkeit wurden in der sowjetischen Ära aufgehoben.
Auch die Weidewirtschaft ist heute umgestaltet (feste Zentren, Kolchosen). Birmanen --> Burmanen, Birmesen, Burmesen, das tibeto-birmanische Hauptvolk (ca. 32 Mill.) Birmas, ferner in Pakistan, Thailand und Indien verbreitet; ein unter indischem Einfluß entstandenes Kulturvolk mit Buddhismus. Niederländer -->Holländer, germanisches Volk im Gebiet zwischen Schelde- und Emsmündung, rund 13 Mill., hervorgegangen aus Friesen, Sachsen und salischen Franken. Die Niederländer stellten (neben Rheinländern) den Hauptanteil bei der Entstehung der Buren in Südafrika. Tuareg -->Eigenname
Imuschag, hamitisches Hirtennomadenvolk im Westen der Zentralsahara (in Ahaggar die
Hoggar, nordöstlich von Ahaggar die Asdscher, in Aïr die Asben, in Adrar des Iforas die
Ifoghas oder Iforas, am Niger die Aulimmiden), über 300 000; Moslems;
indigogefärbte Kleidung, die Männer mit Gesichtsschleier (Litham); stark
mutterrechtliche Tendenzen; alte libysche Schrift ( Tifinagh); Lederzelte, Reitkamele. Norweger -->nordgermanisches Volk auf der Westhälfte der skandinavischen Halbinsel, rund 4,0 Mill., dazu 1 Mill. in Übersee (vor allem in den USA). Inka -->indianische
Dynastie eines Ketschua-Stamms im mittleren Andenraum. Der Titel Inka kam ursprünglich
nur dem Herrschergeschlecht zu, später wurde er auf das ganze Volk übertragen. Die Inka
hatten in den letzten hundert Jahren vor der Ankunft der Spanier ein Großreich mit der
Hauptstadt Cuzco geschaffen, das unter dem Inka Huayna Capac den größten Teil Ecuadors,
Perus und Boliviens sowie Teile von Argentinien und Chile umfaßte. Die Anfänge der Inka
liegen im Dunkeln. Genauere Regierungsdaten liegen nur für die letzten 5 der insgesamt 13
Herrscher vor. Erst der 8. Inka Viracocha ist historisch richtig faßbar; sein Sohn
Pachacutec Yupanqui (14381471) rettete die Dynastie vor dem Angriff der Chancay, die
Cuzco bedrohten, und begann die Reihe von Eroberungen, die den Inka-Staat zur Großmacht
werden ließ. Huayna Capac (14931527) teilte das Reich unter seine Söhne Huascar
und Atahualpa; ihr Bruderkrieg erleichterte Pizarro 1532 die Eroberung des Inka-Reichs.
Die Gefangennahme und Hinrichtung Atahualpas bedeutete das Ende der Inka-Herrschaft.
Indianische Führer späterer Rebellionen (so Tupac Amaru im Jahre 1780) versuchten
vergebens, an die alte inkaische Tradition anzuknüpfen. Der intensive Feldbau (Terrassenfelder, Bewässerungsanlagen, Düngung) wurde im Rahmen des Ayllu (wirtschaftlich autarke Sippe mit gemeinsamem Landbesitz und gemeinsamer Nutznießung des Lands, Viehbestands und Ernteertrags) gemeinschaftlich betrieben. Jedem Ayllu stand ein gewählter Führer vor, den ein Beirat alter Männer beriet. Um die Abgaben (66% in Naturalien und Dienstleistungen) zu gewährleisten, wurde das Land des Ayllu auf die Dorfbewohner, den Inka (Verwaltung und Truppen) und den Kult aufgeteilt. Das Inka und Kult zugemessene Land wurde gemeinsam im Rahmen der Arbeitsfronsteuer, das der Dorfbewohner von jedem selbst bewirtschaftet. Außerdem war jeder jährlich dem Staat zu einer gewissen Arbeitsleistung als Bergarbeiter (Gewinnung von Gold, Kupfer und Zinn), beim Straßen-, Brücken-, Tempel- oder Festungsbau verpflichtet. Das Vieh (vor allem Lama und Alpaka als Schlacht- und Wolltier) war persönliches Eigentum. Höhe der Ernte, Viehbestand, Abgaben und Bevölkerungszahl wurden mit Hilfe verschiedenfarbiger Knotenschnüre (Quipu) statistisch erfaßt. Der Staat unterhielt Speicher zur Vermeidung von Hungersnot. Die Inka hatten eine hochentwickelte Goldschmiedekunst und kannten den Bronzeguß. Die feinsten Gewebe (Vicuña-Wolle) wurden von den sog. Sonnenjungfrauen hergestellt, die in klösterlicher Abgeschiedenheit lebten. Hauptwaffen waren Steinschleuder, Streitaxt und Keule. Die Kunst der Inka trägt einen ausgesprochen nüchternen, ernsten Charakter. Die Keramik bevorzugt einfache, wohlproportionierte Formen mit weitgehend geometrischem Dekor. Die Wohnhäuser waren größtenteils aus luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet; die Monumentalbauten (Paläste der Herrscher, Tempel, Festungen) aus Stein, der hervorragend bearbeitet ist. Nebeneinander wurden rechteckige und polygonal zugehauene Steine (z. T. Megalithen wie in Sacsayhuaman bei Cuzco) verwendet und ohne Bindemittel aufeinandergefügt. In der Religion trat die alt-andine Schöpfergottheit Viracocha gegenüber dem Sonnengott Inti mit seiner Gattin, der Mondgöttin Quilla, an Bedeutung zurück. Eine große Rolle spielte der Huaca-Kult (huaca, heilig), der sich mit der Ahnenverehrung verband, denn als Huaca wurden nicht nur sonderbar gestaltete Felsen, Höhlen, Quellen u. ä., sondern auch die Leichname der Ahnen und deren Grabstätten angesehen und mit Opfern versehen (Menschenopfer nur in Zeiten der Not). Religiöse Zeremonien, die vor allem in der Hauptstadt mit großem Pomp abgehalten wurden, begleiteten die 12 Monate des Agrarjahres. Inkaschrift, Machu Picchu. Polen -->polnisch Polacy (Einzahl Polak), westslawisches Volk Osteuropas, in Polen rund 38 Mill.; Auslandspolen: in den USA rund 5,6 Mill., in Weißrußland 420 000, in Litauen 260 000, in der Ukraine 220 000, vorwiegend römisch-katholisch; entstanden aus Polanen, Chorwaten (Lachen), Kujawen, Masowiern und Jadzwingen (Jazygen). Nach Mundart, Tracht und Sitte wird eine westliche, nördliche und südliche Gruppe unterschieden. Portugiesen -->romanisches Volk auf keltischer Grundlage (Lusitanier) im Westteil der Pyrenäenhalbinsel, auf den Azoren und Madeira, mit bedeutenden Kulturleistungen in der Vergangenheit (Entdeckungszeitalter), rund 9,8 Mill.; bildet auch den Hauptteil der europäischen Bevölkerung Brasiliens; vorwiegend der mittelländischen Rasse zugehörig, aber besonders im Süden arabisch-berberische Einflüsse. Schweden -->nordgermanisches Volk in Schweden, in Westfinnland und auf einigen Ostsee-Inseln, außerdem über 1 Mill. in Nordamerika. Das schwedische Volk hat in abgelegenen Gebieten noch altgermanische Bauernkultur bewahrt (Holzhaus, in Mittelschweden mit rotbraunem Anstrich; Rauchstube, Speicherhäuser; Julfest), in Nordschweden überwiegend Einzelhofsiedlung, in Mittel- und Südschweden Dörfer. Tracht wird noch in Dalarna getragen. Weit verbreitet ist das Lucia-Fest im Winter. Volkslieder mit Geigenbegleitung; wiederbelebte Volkstänze; Freilicht-Museum Skansen (Stockholm). Rätoromanen -->romanisches Volk mit rätoromanischer Sprache in Graubünden, dem Engadin, Teilen Südtirols ( Ladiner) und Friauls (Fürlaner), etwa noch 1 Mill.; Nachkommen der früh romanisierten, wohl den Etruskern verwandten Räter. Slowaken -->slowakisch Slováci, ungarisch Tótok, westslawisches, den Tschechen nahe verwandtes Volk, in der Slowakischen Republik 4,6 Mill., in der Tschechischen Republik 425 000, in Ungarn 104 000, in Jugoslawien, in Polen und in der Ukraine; ferner rund 1 Mill., die in die USA ausgewandert sind. Slowenen -->slowenisch Sloveni, früher auch Winden (Wenden), südslawisches Bauernvolk in Slowenien, in Südkärnten und in den Randgebieten Nordostitaliens, rund 1,93 Mill.; römisch-katholisch. Somal -->[Einzahl Somali], osthamitisches, islamisches Volk mit kuschitischer Sprache, das Staatsvolk Somalias (rund 3,5 Mill.), auch im Süden von Djibouti, im Osten von Äthiopien und im Nordosten Kenias; Viehzüchter, zum großen Teil nomadisch. Spanier -->romanisches Volk in Südwesteuropa, mit rund 40 Mill. Menschen (3,5 Mill. im Ausland), von denen sich die 2,5 Mill. Galicier u. 9 Mill. Katalanen (in Katalonien und Valencia) sprachlich und vielfach auch in der Volkskultur abheben. Neben den alten mittelmeerischen Kulturresten zeigt sich der Einfluß der langen arabischen Besetzung (Landwirtschaft, Bewässerungsanlagen, Innenhof [Patio] des Hauses). Sri Lanka Singhalesen -->mit rund 10 Mill. die herrschende buddhistische (Hinayana) und zahlenmäßig größte Volksgruppe Sri Lankas, Indoarier mit eigener neuindischer Sprache (Singhalesisch); seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. von Tamilen nach Süden gedrängt. Zwischen Singhalesen und Tamilen besteht auch in der Gegenwart ein Spannungsverhältnis mit z. T. blutigen Auseinandersetzungen. Tamilen -->Tamil, hinduistisches Volk der Drawida-Gruppe im Süden von Indien, im Bundesstaat Tamil Nadu (rund 40 Mill.); meist bäuerliche Bevölkerung; dunkle Hautfarbe, hierarchische Kastenstruktur, eigene Schrift. Seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. wanderten Tamilen nach Sri Lanka ein. Dort bilden sie heute mit rund 2,8 Mill. gegenüber den buddhistischen Singhalesen eine in der Minderheit befindliche Bevölkerungsgruppe. Unter der englischen Kolonialherrschaft genossen die Tamilen eine bevorzugte Stellung. Nach dem Abzug der Engländer gewann die singhalesische Mehrheit die Herrschaft, worauf bis heute immer wieder Konflikte zwischen beiden Bevölkerungsgruppen ausbrachen. Thai -->Siamesen, die Bewohner von Thailand, eine Gruppe des südostasiatischen Volks der Tai. Tschechen --> tschechisch "Tschechi", westslawisches Volk (rund 9,8 Mill.) im Böhmischen Becken. Volksbrauchtum und kulturelle Eigenart erhielten sich besonders im mährischen Raum (Horaken, Hannaken) und bei den Walachen der Beskiden. Türken -->Osmanen, Turkvolk (über 40 Mill.) in Kleinasien und (verstreut) auf der Balkanhalbinsel, sunnitische Moslems; vorwiegend Bauern. Seit der Erneuerung der Türkei (nach 1920) hat eine weitgehende Angleichung an westeuropäische Sitte und Kleidung stattgefunden, besonders bei Städtern und gehobenen Schichten. Im Kunsthandwerk sind hervorzuheben Kunstschmiedearbeiten, Lederwaren, Teppichknüpfen und Stickereien. Turkmenen -->Turkvolk in Zentralasien und im Vorderen Orient, überwiegend in Turkmenistan, islamischer Viehzüchter mit Vaterrecht, allmählich seßhaft werdend (Getreideanbau), eingeteilt in Stämme und Geschlechterverbände; Teppichknüpfer. Ukrainer -->Kleinrussen, Ruthenen, zweitgrößtes ostslawisches Volk (37 Mill.), hauptsächlich in der Ukraine; Nachfahren altslawischer Stämme. Magyaren -->Madjaren, Ungarn, finnisch-ugrisches Volk, über 13 Mill., davon 10 Mill. in Ungarn. Die Magyaren wanderten im 9. Jahrhundert in Reiterscharen von der Kama her in die Donautiefebene ein und wurden dort seßhaft ( Ungarn, Geschichte). Nachhaltigen Einfluß übten die Türkenkriege aus. Bis heute haben sich im Bauerntum einige ursprüngliche Sitten erhalten. Fast 2/3 der Magyaren sind römisch-katholisch. Größte magyarische Minderheit im Ausland sind die rund 1,7 Mill. Sekler (Szekler) in den rumänischen Ostkarpaten. Hausformen und Wohnsitten übernahmen sie von ihren slawischen, germanischen und rumänischen Nachbarn. |
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