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Flutkatastrophe in Asien Es kam aus dem Nichts. Alles war ruhig. Der zweite Weihnachtsfeiertag. Ein Morgen. Dann kam das Wasser. "Plötzlich, innerhalb von Sekunden", so beschreibt die südkoreanische Künstlerin Kim Yongmi den furchtbaren Augenblick, "kam diese riesige, gewaltige Welle und überschwemmte alles." Quelle: Spiegel-Online Hotels auf der thailändischen Ferieninsel Ko Lanta wurden niedergewalzt, ganze Dörfer verschwanden bis zum Dach im Meerwasser. Kim Yongmi griff nach ihrer Tasche und floh mit anderen Bewohner der kleinen Insel nahe dem Ferienort Krabi auf einen Hügel. Stundenlang versuchten die Bewohner der Insel vergeblich, Auskunft zu erhalten, ob weitere Flutwellen nahten. "Hier gab es nichts, was wirklich hoch ist", sagt Kim Yongmi, "nichts, wo wir weiteren Schutz hätten finden können."
Aber es kam keine Welle mehr. Kein Beben. Es war wieder ruhig. Aber die Kraft des Wassers war mörderisch gewesen. Ausgelöst hatte die Katastrophe ein Erdbeben zehn Kilometer vor der Küste von Aceh im Norden Indonesiens und ein gleichzeitiges Beben bei Bangladeschs Hafenstadt Chittagong. Indonesiens sitzt mit seinen 17 000 Inseln auf einem sogenannten "Feuerring", einer ganzen Kette von aktiven Vulkanen. Das schwere Seebeben im Indischen Ozean hat die Erdachse um rund acht Zentimeter verschoben. Dies ergab eine am Mittwoch veröffentlichte erste Auswertung von Daten aus dem globalen GPS-Vermessungsnetz durch das Astronomische Institut der Universität Bern. Die Verschiebung dürfte die größte sein, die seit Beginn der routinemäßigen Überwachung mit dem Global Positioning System (GPS) im Jahr 1992 durch ein einzelnes Ereignis verursacht wurde. Negative Konsequenzen für die Erdrotation sind der Universität zufolge nicht zu befürchten. Die Erdachse - und damit der Nord- und Südpol - ist nicht fest mit der Erde verbunden. Infolge von Massenumlagerungen im Erdinnern sowie in Ozeanen und in der Erdatmosphäre verändert sich die Lage der Achse dauernd. Als Folge verschieben sich Nord- und Südpol um bis zu zehn Zentimeter pro Tag innerhalb eines Umkreises mit einem Durchmesser von etwa 15 Metern. Die Position der Erdachse und die Rotationsgeschwindigkeit der Erde werden durch den Internationalen Erdrotationsdienst (IERS) vorhergesagt und unter anderem mit auf der ganzen Erde verteilten GPS-Messstationen präzise vermessen. So auch vom Astronomischen Institut der Universität Bern. Vorläufige Resultate zeigen ab dem Zeitpunkt des Seebebens eine Abweichung der gemessenen Position der Erdachse von der vorhergesagten Position um gut acht Zentimeter.
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