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Letzter Applaus für Johannes Paul II. Zu Lebzeiten verweigerte Johannes Paul II. niemandem seinen Händedruck, selbst seinem Attentäter nicht. Im Tod gelingt es dem Polen noch einmal, die gegensätzlichsten Gestalten um seinen Leichnam zu sammeln. Der US-Präsident war als erster Staatsgast in Rom, als wollte er einen Platz zur Rechten des Altares belegen. George W. Bush ganz nah werden Männer sitzen, deren Staaten der Amerikaner zur Achse des Bösen zählt: Irans Präsident Mohammed Khatami und Syriens Präsident Bashar Assad. Weil Iran und Israel alphabetisch beieinander liegen, könnte der Iraner neben dem israelischen Amtskollegen Moshe Katzav platziert sein. Es wäre das erste Mal, dass die Beiden miteinander sprechen müssten - oder könnten. Dolmetscher brauchten sie nicht: Katzavs Familie stammt aus dem Iran, der Präsident spricht Farsi. Unbequem war auch die Ankündigung Robert Mugabes, dem Begräbnis beiwohnen zu wollen. Der Präsident von Zimbabwe gilt in der EU als Persona non grata. Der russische Präsident Wladimir Putin zog es vor, seinen Ministerpräsidenten Michail Fradkow zu schicken. Die russisch-orthodoxe Kirche hatte Ärger mit Johannes Paul II. wegen der Ernennung katholischer Bischöfe für Russland und deshalb die für Johannes Paul II. wichtigste Reise verhindert - jene nach Moskau. Patriarch Alexej II. kommt daher nicht selbst, sondern schickt seinen "Außenminister", Metropolit Kyrill.
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