banner_klein.jpg (6301 Byte)


Themen

Länderinfos
Die Kontinente
Die Welt ein Dorf?
Dokumente
Fachwörterbuch
GeoBine
Geologische Uhr
Globen & Karten
Int. Organisationen
Kolonien
Koordinaten
Namenskunde
Nationalhymnen
Nationalfeiertage
Phänomene
Sprachen der Welt
Staaten (Listen)
Statistiken
Superlative der Geographie
Verfassungen
Volksgruppen
Weltbevölkerungsuhr
Weltkulturerbe

Geographische Nachrichten
Sonderthemen

 

 


Letzter Applaus für Johannes Paul II.

Mit der größten Trauerfeier der christlichen Geschichte ist Papst Johannes Paul II. am 08.04.2005 in Rom zur letzten Ruhe gebettet worden. 300 000 Pilger und 200 Staatsgäste nahmen an der Totenmesse auf dem Petersplatz teil, die von einer Million Gläubigen rund um den Vatikan und von mehreren Milliarden Menschen in aller Welt auf Großleinwänden und Fernsehschirmen verfolgt wurde.

Die von dem deutschen Kurienkardinal Joseph Ratzinger gelesene Messe begann mit Verspätung, weil immer wieder Pilger Lobgesänge auf ihr Idol anstimmten. Sie forderten auf Transparenten und in Sprechchören die umgehende Heiligsprechung des Polen, der als ebenso konservativer wie charismatischer Kirchenführer zu den herausragenden Gestalten des 20. Jahrhunderts zählt.

grab.jpg (37183 Byte)

Die gut zweieinhalbstündige Trauerfeier war geprägt von liturgischen Gesängen und Gebeten, aber auch von Beifallsstürmen der Gläubigen. In einem der bewegendsten Momente seiner Predigt erinnerte Ratzinger daran, wie der todkranke Papst noch zu Ostern am Fenster des Vatikan erschienen war und die Menge stumm gesegnet hatte. "Jetzt steht Johannes Paul am Fenster des Hauses des Vaters und sieht uns und segnet uns", sagte Ratzinger. Vor dem Altar auf dem Petersplatz stand der schlichte Sarg aus Zypressenholz mit dem Leichnam des Papstes auf einem Teppich. Während der Zeremonie wehte starker Wind, so dass die Seiten des Evangeliums auf dem Sarg im Wind flatterten.

Nach der Totenmesse wurde Johannes Paul in einer Prozession unter Glockengeläut in den Petersdom gebracht. Begleitet von Beifall knieten zwölf Träger in Schwarz vor dem Sarg auf dem Petersplatz nieder und schulterten ihn. Bevor sie die Schwelle zum Dom überschritten, drehten sie sich ein letztes Mal mit dem Sarg der aufgewühlten Menge zu. Viele der 300 000 auf dem Platz brachen in Tränen aus.

Nachdem das Sterben des Papstes und die Tage seit seinem Tod von den Medien und Millionen Gläubigen zu einem in dieser Form noch nie da gewesenen öffentlichen Ereignis gemacht worden waren, legte Johannes Paul II. die letzten Meter in aller Stille und unbeobachtet von Kameras zurück. Nur im Kreise seiner Vertrauten und der höchsten Kirchenvertreter wurde sein Sarg nahe der Grabstelle von Petrus in die Erde unter dem Petersdom eingelassen. Sein Grab mit der schlichten Marmortafel "Johannes Paulus II 1920 - 2005" kann vom kommenden Montag an besucht werden.

polin.jpg (31551 Byte)

Gerade noch rechtzeitig hat Johannes Paul II. Platz geschaffen in der Unterkirche. Im Jahr 2000, aus Anlass der Seligsprechung von Papst Johannes XXIII., ließ er den beliebten Vorgänger exhumieren und den weitgehend unversehrten, einbalsamierten Leichnam in einem Glassarg im rechten Seitenflügel der Basilika neu bestatten. Die Gläubigen sollten leichter Zugang zu dem Verehrten haben.

Dass er selbst einmal in dessen schwer erreichbarem altem Grab liegen würde, wusste damals noch niemand. Der Sarkophag stand lange leer in der Nische, die am nächsten zur letzten Ruhestätte des Petrus liegt. Nun haben Totengräber einen rechteckigen, weißen Raum ausgehoben. In unmittelbarer Nähe, schräg über den Gang hinweg, liegt der direkte Vorgänger begraben, Johannes Paul I.

In schlichter Erde wolle er ruhen, hatte Johannes Paul II. angeordnet. So wurde in der Gruft Erdreich aus Polen ausgestreut. Darin soll der Sarg liegen, den Blicken entzogen durch eine schlichte Marmorplatte, die nur den Papstnamen und die Jahreszahlen trägt: 1920 - 2005. Es wird bald eng werden in der Krypta. Wenn die Pilgerströme nicht abreißen, die die letzte Ruhestätte des Papstes sehen wollen, wird das Gedränge in den engen Gängen alles Bisherige übertreffen. Dann wird sich die Frage eines Umzugs stellen, wie zuvor schon bei Johannes XXIII. - vielleicht in die geräumige Oberkirche, gleich links vom Eingang, gegenüber der Michelangelo-Pieta. Dort ließ Johannes Paul II. vor Jahren schon sein Wappen im Marmorboden ein.

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

Navigation
Die Beerdigung
Trauer in Superlative
Unversöhnt am Grab vereint
Der Papst und die Araber
Regeln für die Papstwahl

  --> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes


Kommunikation
FAQ
Gästebuch
Hilfeforum
Kontakt
Impressum
Suchmaschine

Google
Web http://www.erdkunde-wissen.de

(C) erdkunde-wissen.de. Konzept, Gestaltung und Redaktion: erdkunde-wissen.de. Nachdruck, Weiterverarbeitung, Weitergabe an Dritte sowie Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung. Keine Haftung für falsche Angaben, keine Gewähr über die Richtigkeit der Informationen. Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Mailen Sie uns einfach.