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Letzter Applaus für Johannes Paul II.

Für die arabischen Medien stand die politische Rolle des Papstes eindeutig im Mittelpunkt. Zwar berichteten die arabischen Satellitensender stundenlang live von der Trauerfeier für Johannes Paul II., zeigten die Gläubigen auf dem Petersplatz und verfolgten den Weg des Holzsarges. Sie sendeten Bilder von den wehenden Roben der Kardinäle und interviewten arabische Gläubige, die nach Rom gepilgert waren. Doch dann verweilte die Kamera auf einer Gruppe junger Leute mit libanesischer Fahne. Die Bilder erinnerten an die Demos in Beirut.

Für viele Araber und Christen war der Papst eine Symbolfigur für Frieden und Gerechtigkeit. "Der Heilige Vater war ein politischer Mensch. Auch wenn er kein politisches Programm verfolgte", sagte Riach Abu Al Asal, Erzbischof von Jerusalem, dem Sender Al Dschasira. Für ihn, wie für viele im Nahen Osten, spielte Johannes Paul II. gerade im Konflikt mit Israel eine wichtige Rolle. "Als der Papst Palästina besuchte, sprach er nicht nur die Juden von der Schuld frei, Christus ermordet zu haben. Er verbesserte auch die Beziehungen zur PLO", heißt es in einem Nachruf bei Al Dschasira. Er habe stets die Siedlungspolitik Israels auf der Westbank kritisiert und neben heiligen Stätten auch ein palästinensisches Flüchtlingslager besucht.

"Der Papst ist zu früh gestorben", klagt die Kolumnistin der Zeitung Al Hayat. Sein versöhnender Einfluss werde besonders dem Libanon fehlen, der nach Abzug der syrischen Truppen eine dauerhafte Versöhnung zwischen den Religionen brauche. Wie groß die Achtung für den Papst im Libanon war, zeigt, dass selbst der Hisbollah-Sender Al Manar sein Programm unterbrach, als der Tod verkündet wurde.

Auch die Beisetzung ist in der arabischen Welt vor allem ein politisches Ereignis: "Es kommen George Bush und der Staatschef des Iran, Khatami, wurden Vorkehrungen getroffen, dass sie sich nicht begegnen?", fragt die Moderatorin von Al Arabija den Korrespondenten in Rom. Der grinst. "Nein, doch die Sitzordnung ist heikel: Khatami wird nämlich ganz in der Nähe des israelischen Staatschefs sitzen!" Kein Wunder, dass arabische Sender so genau nach Rom schauen.

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