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Das Geheimnis der Pyramiden
Unweit von Kairo, kurz bevor der Nil sich zu einem gewaltigen Delta auffächert, ragen die bizarren Bauwerke in den Himmel. Die Pyramiden von Gizeh sind das gewaltigste und zugleich rätselhafteste Relikt, das uns die altägyptische Kultur hinterlassen hat. Etwa siebzig Bauten dieser Art finden sich an den Ufern des Nils, doch die bekanntesten stehen hier. Forscher sind sich weitgehend darüber einig, dass die drei großen Pyramiden von Gizeh zur Zeit der vierten Dynastie entstanden, die von 2635 bis 2504 v. Chr. andauerte. Diese Epoche war bestimmt durch die Herrschaft dreier Pharaonen, nach denen die steinernen Monumente benannt sind: Cheops, Chephren und Mykerinos. Sie ließen die riesigen Steinkolosse errichten, um darin nach ihrem Tode die ewige Ruhe zu finden. Die Cheops-Pyramide, auch große Pyramide genannt, ragt mit 146 Metern am weitesten in die Lüfte. Mehr als 2,3 Millionen tonnenschwere Granitblöcke waren nötig, um das riesige Grabmal für den Pharao zu erschaffen. Doch trotz der Allgegenwart der gigantischen Monumente wissen wir bis heute nicht mit Sicherheit, wie die Bauten entstanden sein könnten und welchem Zweck sie dienten.
Unklar ist, ob die große Pyramide je Grabstätte des Cheops war. Kalif Abdallah al Mahmum entdeckte um 815 v.Chr. als erster den geheimen Zugang zum Innern des Bauwerks. In der vermeintlichen Grabkammer fand er aber lediglich einen Sarkophag ohne Deckel vor. Das Behältnis war so groß, dass es vor der Fertigstellung der Pyramide in die Kammer gebracht worden sein muss. Merkwürdig ist, dass die alten Ägypter selbst keine Aufzeichnungen zum Bau der Pyramiden machten, obwohl sie sonst alles akribisch in Hieroglyphen festhielten. Erst der griechische Geschichtsschreiber Herodot erfuhr um 450 v.Chr. aus den Erzählungen von Hohepriestern, dass bis zu 100.000 Menschen pro Jahr zum Bau der großen Pyramide herangezogen wurden. Immer dann, wenn der Nil über die Ufer trat und die Bauern ihre Felder nicht bestellen konnten, mussten sie bei den Bauarbeiten helfen. Die Unterbringung und Verpflegung der Menschen muss eine logistische Meisterleistung gewesen sein. 20 bis 30 Jahre, so schätzt man heute, habe es gedauert, um das Bauwerk fertig zu stellen. Beeindruckend ist auch die Konstruktion der Pyramiden. Ihre Grundflächen bilden nahezu perfekte Quadrate. Die Seitenlängen der Cheops-Pyramide betragen jeweils 230 Meter bei einer Abweichung von weniger als 20 Zentimetern. Zudem ist das Fundament absolut ebenerdig. Vermutlich hoben die antiken Baumeister Rinnen aus und ließen Wasser auf die Baufläche fließen. Stöcke in diesem künstlichen See konnten nun auf Höhe der Wasseroberfläche markiert werden. So konnte das Fundament nach Ablassen des Wasser überall angeglichen werden. Rätsel gibt aber auch die Konstellation der Pyramiden zueinander auf. Ebenso spektakulär wie wissenschaftlich umstritten ist die sogenannte Orion-Theorie des belgischen Astronomen Robert Bauval. Demnach stehen Cheops-, Chephren- und Mykerinos-Pyramide fast genauso zueinander wie die drei hellsten Sterne im Sternbild des Orion, die zusammen den Gürtel des Jägers bilden. Doch damit nicht genug: Laut Bauval entsprechen die Größenverhältnisse der Bauten den unterschiedlichen Lichtstärken der Himmelskörper. Die eigentümlichen Schächte in der Cheops-Pyramide dienen nach Ansicht des Belgiers nicht wie bisher angenommen der Luftzufuhr, sondern als Wegweiser in Richtung Orion und Polarstern. Vor 4.500 Jahren, als die Pyramiden erbaut wurden, haben die Sternbilder laut Bauval in genau dieser Position gestanden. Diese Theorie beflügelte die Phantasie so mancher Esoteriker. So werden Vermutungen geäußert, wonach die Pyramiden nicht von Menschenhand gebaut worden sind, sondern das Machwerk von Außerirdischen sind. Die fehlenden Aufzeichnungen über den Bau der steinernen Monumente seien ein weiteres Indiz dafür. Die Uni Hamburg bietet eine exzellente Übersicht zur Ägyptologie im Netz. Selket.de - umfangreiches Online-Magazin über das Land Kemet. |
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