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BIZ
Bank für Internationalen Zahlungsausgleich - Englische Kurzform: BIS, französische: BRI
Sitz: Centralbahnhofplatz 2, CH-4002 Basel
Gründung am 20.1.1930 in Den Haag als Teil des sog.
Young-Plans (Herabsetzung und Kommerzialisierung der Reparationszahlungen des Deutschen
Reichs). Abkommen am 27.2.1930 von 7 Staaten (die Notenbanken von Belgien, Deutschland, Frankreich,
Großbritannien und Italien sowie 2 Gruppen privater Banken in Japan und USA) unterzeichnet. Arbeitsaufnahme am
17.5.1930; Statuten von 1931 (zuletzt geändert 1994); Aktiengesellschaft mit
internationalem Sonderstatus. Die BIZ ist die älteste internationale Finanzorganisation
der Welt.
Aufgabe: Förderung der Zusammenarbeit der Zentralbanken,
Schaffung neuer Möglichkeiten für internationale Finanzgeschäfte sowie Treuhänderin
oder Agentin bei internationalen Zahlungsgeschäften.
Organe: Generalversammlung mit
nach Aktienzeichnung gewichtetem Stimmrecht (rd. 15 % der Aktien bei Privataktionären
ohne Teilnahmerecht an der Generalversammlung und ohne Stimmrecht). Verwaltungsrat
mit 17 Mitgliedern, dem die oberste Geschäftsführung, die Wahl des Präsidenten und die
Ernennung des Generaldirektors obliegt; tagt mindestens zehnmal im Jahr; ständige
Mitglieder sind die Notenbankpräsidenten von Belgien,
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien und seit 9/1994 der USA sowie je ein weiterer Vertreter dieser
Staaten; Japan verzichtete 1952 auf alle
Rechte als Gründungsmitglied; von den übrigen Anteilseignern werden bis zu 9 weitere
Notenbankpräsidenten als Verwaltungsratsmitglieder gewählt.
Finanzen (Mittelaufkommen): Die BIZ bilanziert in
Goldfranken/GF (1 GF = 0,29 g Feingold = 1,94 US-$). Das genehmigte Kapital beträgt 1,5
Mrd. GF (600.000 Aktien zu je 2500 GF). Zum 31.3.1997 betrug das begebene Kapital 1,293
Mrd. GF, davon eingezahlt 323 Mio. GF (= 25 %); Reserven 2,062 Mrd. GF, Fremdmittel 62,097
Mrd. GF (darunter 94 % Einlagen von Zentralbanken) und sonstige Passiva 2,311 Mrd. GF;
Bilanzsumme 66,793 Mrd. GF.
Aktivitäten:
- Bankgeschäfte: Passivgeschäft: (kurzfristige) Einlagen,
v.a. Währungsreserven von Zentralbanken; Aktivgeschäft: (kurzfristige) Kredite an
Zentralbanken - u.a. Überbrückungskredite an Entwicklungsländer und Reformstaaten bis
zur Auszahlung der an wirtschaftspolitische Auflagen geknüpften Zahlungsbilanzhilfen des
IWF; Anlage der übrigen Mittel an den internationalen Kapitalmärkten.
- Forum für internationale währungspolitische Zusammenarbeit: Die
bei der BIZ regelmäßig stattfindenden Treffen von Zentralbankpräsidenten (v.a.
BIZ-Verwaltungsrat und Zentralbankpräsidenten der Zehnergruppe) sowie von Experten der
Notenbanken haben die BIZ zur "Bank der Zentralbanken" gemacht. An den Sitzungen
des Interimsausschusses des IWF und der währungspolitischen Gremien der Zehnergruppe
nimmt die BIZ als Beobachterin teil. Sie stellt die Sekretariate für Ausschüsse und
Expertengruppen, die sich mit der Stabilität des internationalen Währungs- und
Finanzsystems befassen, darunter der Baseler Ausschuß für Bankenaufsicht, der Ständige
Ausschuß für Euromarktangelegenheiten, der Ausschuß für Zahlungsverkehrs- und
Abrechnungssysteme sowie die Expertengruppe für Fragen monetärer und ökonomischer
Datenbanken; seit 1996 auch Sekretariat des Internationalen Verbands der
Versicherungsaufsichtsbehörde. Seit 7/1990 koordiniert die BIZ die technische Hilfe und
Schulung von Zentralbanken für Währungsbehörden in den Reformstaaten. Sie gründete mit
EBWE, IBRD (Weltbankgruppe), IWF, EG- Kommission (EU) und OECD das Gemeinsame
Wiener Institut (Joint Vienna Institute - JVI), das seit 9/1992
Entscheidungsträger aus Reformstaaten in den für das Funktionieren einer Marktwirtschaft
wesentlichen Fachgebieten schult.
- Forschung: Erfassung, Aufbereitung und Verarbeitung von
Daten über die Entwicklungen an den internationalen Finanzmärkten; Forschung insb. auf
monetärem Gebiet.
Die konkreten Aufgaben als Agentin im Zusammenhang mit internationalen
Zahlungsausgleichsfunktionen und als Treuhänderin ändern sich im Zeitablauf. Bis
15.5.1995 war die BIZ als Agentin des Europäischen Währungsinstituts (EWI)
für Transaktionen im Rahmen des Europäischen Währungssystems (EWS) und zur Abwicklung
der zur Stützung der Zahlungsbilanzen von EU-Staaten durchgeführten Anleihe- und
Darlehenstransaktionen der Union tätig. Die BIZ ist Agentin des Verrechnungs- und
Saldenausgleichssystems für private ECU (seit 19/1986) und Treuhänderin für
internationale Staatsanleihen.
Die BIZ verpflichtete sich zur uneingeschränkten Zusammenarbeit mit offiziellen
Kommissionen bei der Forschung über die Tätigkeit der Bank während des Zweiten
Weltkriegs; ein Bericht über diese kann auf der BIZ-Web-Site (http://www.bis.org) abgerufen werden. Das Hauptinteresse
gilt den Goldtransaktionen zwischen BIZ und Deutscher Reichsbank während des Kriegs. Die
BIZ-Archive werden ab Anfang 1998 der Öffentlichkeit zugänglich sein.
Mitglieder: Zentralbanken von Australien, Belgien, Brasilien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, China, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Indien, Irland, Island, Italien, Japan, Kanada, Lettland, Litauen, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien, Slowakei, Südafrika, Südkorea, Tschechische Rep., Türkei, Ungarn und USA. |
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