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Arabische Liga
League of Arab States (LAS) - Jâmi'at al-dural al Arabûya; Kurzbezeichnung:
Arabische Liga
Sitz: (Sekretariat): PO Box 11642, Kairo, Ägypten Tel.:
(0020) 2-5750511, Fax: -5740331
Dt. Kontakt: Rheinallee 23, D-53173 Bonn Tel.: (0228) 955930, Fax: -355867
Gründung am 22.3.1945 in Kairo (Ägypten) als Pakt der Liga
der Arabischen Staaten, ein loser Zusammenschluß der 7 Staaten Ägypten, , Jemen, Libanon, Saudi-Arabien, Syrien und Transjordanien (heute Jordanien), 1950 durch einen
Verteidigungspakt ergänzt.
Ziele der Gründungscharta: Förderung der Beziehungen der
Mitgliedstaaten auf politischem, kulturellem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet;
Wahrung der Unabhängigkeit und Souveränität der Mitgliedstaaten und der arabischen
Außeninteressen; Anerkennung Palästinas als unabhängiger Staat; Verhütung und
Schlichtung von Streitfällen der Mitglieder untereinander.
Organe: Beschließendes Organ ist der Ligarat aus den 22
Regierungsvertretern der Mitgliedstaaten; er tritt halbjährlich auf der Ebene der
Außenminister, deren Vertretern oder ständigen Delegierten zu ordentlichen Sitzungen
zusammen; seine
Empfehlungen sind nur für die jeweils zustimmenden Mitglieder verbindlich. Bei Bedarf
halten die Könige und Staatschefs Gipfeltreffen ab. Der 1950 geschaffene Gemeinsame
Arabische Verteidigungsrat aus den Außen- und Verteidigungsministern der Mitgliedstaaten
kann Maßnahmen zur Abwehr eines Angriffs auf ein Mitglied treffen (2/3-
Mehrheit bindend). Weitere Organe sind der 1950 gegründete Arabische Wirtschafts- und
Sozialrat (AESC) der zuständigen Minister, die Ministerräte der Fachressorts (10) und
die Ständigen Ausschüsse (16), u.a. für Politik, Wirtschaft, Kultur, Soziales,
Rechtswesen und Information. Das Sekretariat untersteht dem Generalsekretär: Ahmad Esmat
Abdel
Meguid (Ägypten) und beschäftigt 460 Mitarbeiter. Die Liga hat zahlreiche
Unterorganisationen mit z.T. eigener, unabhängiger Struktur und Verfassung, darunter der
Arabische Fonds für wirtschaftliche und soziale Entwicklung AFESD, der Arabische
Währungsfonds AMF und die Wirtschaftsentwicklungsbank BADEA.
Arbeitsweise der Liga: Die Abstimmungsverfahren mit Vetorecht
lähmen oft die Beschlußfähigkeit. Mehrheitsbeschlüsse binden nur jene Mitglieder, die
entsprechend votiert haben.
Entwicklung: Die Arbeit der Liga als Wegbereiterin der arabischen Einheit ist nicht
gelungen; nationalstaatliche Interessen und zunehmend auch der islamische Fundamentalismus
verhinderten eine Verwirklichung der Charta-Ziele. 1956 versagte die
Liga Ägypten die Unterstützung, als Frankreich, Großbritannien und Israel sich nach der
Verstaatlichung des Suez- Kanals zur "Strafaktion" gegen Präsident Gamal Abdel
Nasser entschlossen. Auch der verlustreiche Krieg von 1967 gegen Israel machte die
Ineffektivität des Verteidigungspakts von 1950 deutlich. Die einzige wirksame Maßnahme,
das Ölembargo gegen den Westen 1973, ging nicht von der Liga, sondern von der
Organisation Erdölexportierender Länder (OPEC) aus. Höhepunkt der internen
Streitigkeiten war der ägyptisch-israelische Camp-David-Frieden von 1978/79, der zur
Suspendierung der Mitgliedschaft Ägyptens 1979-89 und der Verlegung des Liga-Sekretariats
von Kairo nach Tunis 1979-90 führte. Der von den Mitgliedern mehrheitlich abgelehnte
Führungsanspruch des Irak und dessen Einmarsch in Kuwait 1990 führten zur Spaltung der
arabischen Welt und machten die Liga weitgehend bedeutungslos
Auf einem Sondergipfel in Kairo am 22./23.6.1996, an dem lediglich der Irak nicht
teilnahm, bekundeten die anwesenden 14 Staatsoberhäupter und 7 Regierungschefs einschl.
des Vorsitzenden der palästinensischen Autonomieverwaltung, Jassir Arafat,
"arabische Solidarität" angesichts des Regierungswechsels in Israel (am
19.6.1996) und formulierten eine "gemeinsame Position" zum Friedensprozeß im
Nahen Osten. Wichtigste Forderung: Beibehaltung des Prinzips "Land gegen
Frieden", das die Rückgabe aller von Israel besetzten arabischen Gebiete beinhaltet.
Als Reaktion auf die
Wiederaufnahme des israelischen Siedlungsbaus beschlossen die Außenminister der Liga am
31.3.1997 in Kairo in einer einstimmig angenommenen Entschließung, den Staatschefs und
Regierungen der Mitgliedstaaten die Aussetzung des Normalisierungsprozesses zu empfehlen.
Neben der Wiederaufnahme des 1993 gelockerten Wirtschaftsboykotts sollen Büros und
Missionen geschlossen und Gespräche über eine wirtschaftliche und kommerzielle
Zusammenarbeit ausgesetzt werden.
Ausgenommen sind Ägypten, Jordanien und die Palästinensischen Autonomiegebiete aufgrund
der mit Israel unterzeichneten Friedensverträge, die derartige Sanktionsmaßnahmen
untersagen. Formell ist der Boykottbeschluß lediglich auf Marokko, Tunesien, Oman und
Katar begrenzt, die seit 1993 wirtschaftliche Interessenvertretungen in Israel
eingerichtet haben.
Damit hat der Beschluß der Liga weniger ökonomische als politische Wirkung.
Mitglieder: Ägypten (seit 1945, Mitgliedschaft
1979-1989 suspendiert), Algerien (seit 1962), Dschibuti (seit 1977), Komoren (seit 1993),
Libyen (seit 1953), Marokko (seit 1958), Mauretanien (seit 1973), Somalia (seit 1974),
Sudan (seit 1956) und Tunesien (seit 1958); Bahrain (seit 1971), Irak (seit 1945), Jemen
(seit 1945 Südjemen/Aden und seit 1967 Nordjemen/Sana'a), Jordanien (seit 1945), Katar
(seit 1971), Kuwait (seit 1961),
Libanon (seit 1945), Oman (seit 1971), Palästina (seit 1976 durch die PLO vertretenes
Vollmitglied), Saudi-Arabien (seit 1945), Syrien (seit 1945) und die Vereinigten
Arabischen Emirate (seit 1971). |
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