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ASEAN
Verband Südostasiatischer Staaten - Association of Southeast Asian Nations
Sitz (Generalsekretär): 70 A
Jalan Sisingamangaraja, Jakarta 12110, Indonesien, Tel.: (0062) 21-712272, Fax: -7398234
WWW: http://www.asean.or.id
Gründung: am 8.8.1967 in
Bangkok (Thailand) durch Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur
und Thailand. Der Vertrag wurde 1976 ergänzt durch den Vertrag über
Freundschaft und Zusammenarbeit (Treaty of Amiety and Concorde) und die
Rahmenvereinbarung über ein Aktionsprogramm (Declaration of ASEAN Concord).
Ziele: Wirtschaftliche, soziale und kulturelle
Zusammenarbeit zur Festigung des Friedens in Südostasien; Zone des Friedens, der Freiheit
und Neutralität (ZOPFAN) sowie einer Südostasiatischen atomwaffenfreien Region
(SEANWFZ).
Organe: Alle 3 Jahre findet eine Gipfelkonferenz der Staats-
bzw. Regierungschefs statt. Das zentrale Entscheidungsgremium ist die jährliche
Ministertagung auf Außenministerebene. Drei- bis fünfmal im Jahr tagt ein Ständiger
Ausschuß aus dem
gastgebenden Außenminister und den Botschaftern der Mitgliedstaaten. Fachministertreffen,
hauptsächlich der Wirtschafts-, Arbeits- und Erziehungsminister, werden vorbereitet durch
Ständige Fachausschüsse (8) für: Industrie, Bergbau und Energie, Handel und Tourismus,
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Finanzen und Bankwesen, Transport und
Kommunikation, Soziale Entwicklung, Kultur und Information, Wissenschaft und Technologie;
dazu ein Haushaltsausschuß. Das Sekretariat untersteht dem Generalsekretär: Ajit Singh
(Malaysia).
Entwicklung: Das Preferential Tariff Agreement/ PTA von 1977
hat trotz der fast 15.000 Produkte mit PTA-Status wenig zur Stimulierung des
Intra-ASEAN-Handels beigetragen. Nur etwa 4000 Produkte werden aktiv gehandelt, die
Zollsenkungen von 25-50 % beziehen sich nur auf den jeweils bestehenden Zollsatz. Während
sich im Rahmen des zollbegünstigten ASEAN Industrial Joint Venture/AIJV bisher nur wenige
südostasiatische Unternehmen zusammenschlossen, gediehen Jointventures mit Staaten
außerhalb der ASEAN gut; in solchen AIJV konnten Auslandsinvestoren einen 60 %-Anteil
übernehmen.
Nach dem Inkrafttreten der AFTA wurden die AIJV und das für die Automobilindustrie
konzipierte Brand to Brand Complementation Scheme/BBC sowie das PTA durch ein neues ASEAN
Industrial Cooperation Scheme/AICO ersetzt. Dieses soll die Unternehmen ermutigen, ihre
Fertigungsstrukturen dem auf der 4. Gipfelkonferenz 27.-28.1.1992 beschlossenen regionalen
Common Effective Preferential Tariff Scheme/CEPT anzupassen, das künftig für den Abbau
aller Arten von Handelshemmnissen gilt. Sein Ziel ist die Schaffung einer Freihandelszone
ASEAN Free Trade Area/AFTA für alle
Industrieprodukte bis zum Jahr 2003, für unverarbeitete Produkte der Landwirtschaft bis
2010.
Die 26. Ministerratstagung 7/1993 bestätigte das 1971 in Kuala Lumpur (Malaysia)
verabschiedete Konzept einer südostasiatischen Zone des Friedens, der Freiheit und
Neutralität (Zone of Peace, Freedom and Neutrality/ZOPFAN). Auf der 5. Gipfelkonferenz
vom 14.-15.12.1995 in Bangkok unterzeichneten die Staatschefs der seit dem Beitritt
Vietnams 7 Mitgliedstaaten sowie als Konferenzbeobachter Kambodscha, Laos und Myanmar den
Vertrag über die Südostasiatische atomwaffenfreie Zone (Southeast Asia Nuclear Weapon
Free Zone/ SEANWFZ). Die Staaten, die selbst nicht über Atomwaffen
verfügen, verzichten auf die Anwendung, Herstellung und Lagerung atomarer Waffen
jeglicher Art und erklären sich bereit, bei der friedlichen Nutzung der Kernenergie
strikte Auflagen zu beachten. Das Befahren der Gewässer in Südostasien durch
Kriegsschiffe bleibt erlaubt, ohne daß eine Erklärung verlangt wird, ob die Schiffe
Atomwaffen an
Bord haben.
Die auf einem informellen Gipfeltreffen in Jakarta vom 30.11.-1.12.1996 verkündete
Absicht, Myanmar gemeinsam mit Laos und Kambodscha 1997 als Vollmitglieder aufzunehmen,
löste bei der Europäischen Union (EU) und den USA, die eine
Demokratisierung und die Wahrung der Menschenrechte in Myanmar fordern, heftige Kritik
aus. Dessenungeachtet beschlossen die ASEAN-Außenminister am 31.5.1997 in Kuala Lumpur
einstimmig die Aufnahme von Myanmar, Laos und Kambodscha als Vollmitglieder in den
Staatenbund Ende Juli 1997 anläßlich des 30jährigen Bestehens der ASEAN. Nach der
Machtübernahme durch Hun Sen in Kambodscha am 8.7. beschlossen die ASEAN-Außenminister
auf einer Dringlichkeitssitzung in Kuala Lumpur am 10.7., die Mitgliedschaft Kambodschas
auf ein "späteres Datum" zu vertagen.
Mitglieder: Brunei (seit 1984), Indonesien, Laos (seit 1997),
Malaysia, Myanmar (seit 1997), Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam (seit 1995)
Der für 7/1997 vorgesehene Beitritt Kambodschas wurde verschoben.
Beobachter: Papua-Neuguinea (seit 1984). |
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