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A

Aachen -> entstand als römische Siedlung im ersten Jahrhundert n.Chr. in der Nähe von Schwefelquellen, deren heilende Wirkung man schon in vorgeschichtlicher Zeit zu nutzen wußte. Die Römer - die die Siedlung mit dem keltischen Heilgott assoziierten und daher Aqua Grani, "Quellen des Granus" nannten - errichteten hier ein militärisches Rehabilitationszentrum für verwundete Legionäre und von Rheuma geplagte Veteranen. Karl der Große erkor seine Lieblingspfalz Aix-la-Chapelle zum Mittelpunkt des Fränkischen Reiches und bis zum 18. Jahrhundert blieb Aachen das "Bad der Könige".

Ahrweiler -> war zunächst ein Herrenhof der Abtei Prüm an der unteren Ahr, aus dem sich im 9. Jahrhundert ein Weiler entwickelte. Diese Bezeichnung für ein kleines Dorf stammt von dem althochdeutschen wilari und letzlich aus dem römischen villa, "Landhaus".

Annaberg -> war im 16. Jahrhundert für kurze Zeit eine der reichsten Städte Deutschlands. Nachdem 1492 am dortigen Schreckenberg erste Silberfunde gemacht wurden, lockte der "Silberrrausch" Tausende von Menschen in diese Stadt. Die Benneung der Stadt nach der heiligen Patronin der Bergleute - Anna - hat allerdings wenig geholfen, denn bereits nach 50 Jahre waren die Vorkommen der fast 200 Zechen bereits erschöpft. Immerhin wurden fast 195 t Silber aus dem Berg gewonnen - der Stadt und ihren Bewohnern hat das aber nicht nachhaltig geholfen.

Augsburg -> scheint auf den ersten Blick etwas mit dem Auge zu tun haben, eine recht einfältige Vermutung, denn der Name geht auf die Römer zurück, die hier im Lechfeld, dem Siedlungszentrum der keltischen Vindeliker, um die Zeitenwende ein Legionslager errichteten, das Kaiser Claudius im Jahr 45 n.Chr. als Augusta Vindelicorum zur Hauptstadt der Provinz Reatia ausbaute. Der Zusatz Augusta verweist stets auf die Gründung eines Kaisers, dessen Ehrentitel im alten Rom Augustus, "Erhabener", lautete

B

Baden-Baden -> der Name geht zurück auf den bereits um 200 n.Chr. an dieser Stelle existierenden Garnisions- und Badeort Aquae Aurelia, "Bäder des Aurelius". Nach diesem römischen Kaiser, den wir besser unter Namen Caracella kennen, ist auch Aurelianum, das heutige Orleans, benannt. Baden-Baden trägt übrigens einen Doppelnamen, um sich von zwei anderen Städten zu unterscheiden: von Baden im Aargau (zur Römerzeit Aquae Helveticae) und Baden bei Wien, das um 300 als römische Straßenstation Aquae bezeugt ist. Badenweiler im süplichen Schwarzwald hieß zunächst ebenfalls Baden, ab dem 13. Jahrhundert verwies der Zusatz -weiler anscheinend auf die benachbarten Dörfer, die heute Ortsteile sind.

Baden im Aargau -> siehe Baden-Baden

Bad Godesberg -> entstand am Fuß des dem Gott Wodan geweihten Godesbergs und ist 947 tatsächlich als Wodenesberg, "Wodansberg", belegt.

Bamberg -> war der Stammsitz des ostfränkischen Geschlechts der Bamberger (902 urkundlich als Castrum Babenbergh, "Burg des Babo", erwähnt).

Bautzen -> wurde von den Slawen als Budysin (nach dem altsorbischen Personennamen Budych) gegründet.

Bonn -> hat seinen Namen wahrscheinlich vom gällischen Wort bona, "Burg".

Brandenburg -> verdankt seinen Namen der Brennaburg, der Hauptburg der slawischen Stodoranen, die im Jahr 928 von Heinrich I. erobert wurde. Die germanische Bezeichnung Brennaburg, vom sächsischen brinnan, "brennen", könnte sich auf ein verheerendes Feuer, aber auch auf die damals übliche Brandrodung beziehen.

Bregenz -> kannten die Römer als Brigantium, das den Namen der keltischen Siegesgöttin Brigantia trug.

Bremen -> entstand im 8. Jahrhundert als Kaufmannssiedlung auf einem Dünenzug am rechten Ufer der Weser. Der Name bedeutet in etwa "Rand (altsächsisch bremo, "Einfassung").

Brühl -> hat seinen Namen vom mittelhochdeutschen brüel, "Aue, Feuchtgebiet"

Buxtehude -> entwickelte sich im 10. Jahrhundert als Warenumschlagplatz am "Buchenufer" (vom althochdeutschen Buohha, "Buche" und stado, "Gestade") der Este, einem Nebenfluß der Elbe. Der Ortsname enthält als Zusatz das mittelniederdeutsche Wort hude für "schützenden Hafen".

C

Celle -> wird in einer Urkunde aus dem Jahr 990 Kellu genannt, "Siedlung am Fluß", ein Name, der vom Volk zunächst als Zelle ausgelegt und später zu Celle latinisert wurde.

Chemnitz -> "Steinbach"

D

Darmstadt -> verdankt seinen etwas anstößigen Namen dem Bach Darm, der in etwa "Morast, Sumpf" bedeutet.

Delbrück -> hat offensichtlich mit "Diele" zu tun. Der westfälische Ort lag ursprünglich wohl an einem Bachübergang aus einem einfachen Bretterbelag.

Detmold -> althochdeutsch Theotmalli, "Volksgerichtshof", leitet seinen Namen vom althochdeutschen diot, "Volk", und mahal, "Versammlungsplatz, Gerichtsstätte" her.

Dresden -> vom sorbischen drezdzany, "(Ort der) Sumpflandleute". Der Name geht auf alte slawische Siedlungen zurück, die sich bis 1200 an einem Flußübergang in der sumpfigen Elbaue bildeten.

Düsseldorf -> liegt (natürlich) an der Düssel und war bis Mitte des 12. Jahrhundert nur ein Fischerdorf.

E

Eberswalde -> führt tatsächlich einen Eber im Stadtwappen.

Eisenach -> entstand im 12. Jahrhundert bei einem Flußübergang über die Hörsel, deren Wasser vom hohen Eisengehalt bräunlich gefärbt ist, ein Umstand, der auf den Ortsnamen -"Eisenfluß" - hinweist.

Essen -> verweist mit seinem Namen nicht auf kulinarische Genüsse, sondern auf einen "Ort mit Schmelzöfen" vom althochdeutschen essa, "Herd der Metallarbeiter".

Erfurt -> bedeutet "Furt durch die Gera". Spuren einer ersten Besiedlung an diesem Flußübergang sind schon aus vorgeschichtlicher Zeit bekannt.

F

Flensburg -> vom niederdeutschen flan, althochdeutschen flins, "Geröll, Sand", was auf die Lage in einer sandigen eiszeitlichen Möränenlandschaft hinweist.

Frankfurt -> bedeutet natürlich "Frankenfurt".

Freiburg -> wurde 1120 zwar als freie Stadt gegründet, geriet aber wegen ihres wirtschaftlichen Reichtums einhundert Jahre später unter die Kontrolle der Grafen von Urach, die sich seither Grafen von Freiburg nannten. 1366 erkaufte sich die Stadt ihre Freiheit mit 20 000 Silbermark zurück, wobei die Bürger sich die Summe von den Habsburgern geliehen hatten. Da sie den Kredit nicht zurückzahlten, gerieten si in die Hände ihrer Gläubiger. So gesehen ist der Name als "freie Burg" etwas falsch gewesen.

Friedrichshafen -> entstand 1811 aus dem Zusammenschluß der alten Siedlungen Buchhorn und Hofen zu einer neuen Stadt, die den Namen Friedrichs, des herrschenden würtembergischen Königs, erhielt.

Fürth -> verzichtet in seinem schlichten Namen auf die Nennung aller möglichen Charekteristika eine Flußüberganges, obwohl genau das der Name bedeutet.

G

Gelsenkirchen -> hieß 1150 Geilistirnkirkia; vielleicht basiert die heutige Namensversion auf einem späteren, falsch kopierten Gelsten-kirka, was "Kirche aus gelben Steinen" bedeuten würde.

Goslar - "Siedlung an der Gose", siehe auch Leer

Görlitz -> wurde von den Slawen als Goreliz (von gora, "Berg") gegründet, was auf die Höhenlage von 200 m an der Lausitzer Platte hinweist.

Güstrow -> war zum Zeitpunkt ihrer Gründung offensichtlich ein "Ort, wo es Eidechsen gibt", denn der Name stammt vom altpolabischem Wort guscer, "Eidechse".

H

Hanau -> im 12. Jahrhundert als Hagenowa, die "eingehgte Insel" entstanden.

Hannover -> verrät dem Namenskundigen, daß es am "hohen Ufer" der Leine zu finden ist.

Heilbronn -> entstand im 5. Jahrhundert als alemannische Ansiedlung an einem "heiligen Quell" - einer alten germanischen Kultstätte in einer Waldschlucht.

Hettstedt -> der erste Teil des Ortsnamen enthält das altsächsische het, "heiß", der zweite Name verweist auf "Stätte". Diese "heiße Stätte" bezieht sich auf die Kupfergewinnung und -schmelzung, die schon vor 1200 in dieser Gegend stattfand.

Homburg -> ist eine Verschleißform von Hohenburg. Ursprung des Kurbades am Fuß der Taunus war eine um 1180 erwähnte Burg.

Hunsrück -> bedeutet wahrscheinlich "Hunderücken" (aus dem althochdeutschen hunt und ruggi, "Rücken"), obwohl der gut erhaltene Hunningring bei Otzenhausen und weitere vorgeschichtliche Ringwälle auch die Auslegung als "hoher Rücken" zulassen. Manche Forscher deuten den ersten Namensteil dagegen als "Führer einer Hundertschaft" (althochdeutsch hunto).

I

Iserlohn -> verweist mit seinem Namen -"Wald im Eisenerzgebiet" vom althochdeutschen isen, "Eisen", und loh, "Gehölz" - auf die traditionelle Eisenerzförderung in der Umgebung.

J

Jena -> bei der Gründung von Jena im 9. Jahrhundert führte die Stadt den Namen Jani, der auf das mittelhochdeutsche jan, "abgeerntete Reihe" zurückgeht, womit man sich wahrscheinlich auf den Weinbau bezog, der schon früh auf dem Muschelkalkboden in der Umgebung von Jena betrieben wurde, denn die einzelnen mit Weinreben bebauten Streifen nannte man bis in die Neuzeit hinein Jahne.

Jüterborg -> entstand vor etwa 1000 Jahren als altsorbisches Dorf Jutriboc, was "Morgenseite" bedeutet. Dies bezieht sich auf die Lage des Ortes am Ostabhang des Niederen Flämings.

K

Kaiserslautern -> geht auf den Kaiser Friedrich Barbarossa zurück, der hier - an der Stelle eines fränkischen Königshof namens Luthra (aus hochaltdeutsch luttar, "klar, hell" sowie aha, "Wasser") und am Schnittpunkt etlicher alter Straßen - eine Pfalz errichtete und sie Lutra imperialis, "das kaiserliche Lutra", nannte.

Kastel -> siehe Mainz

Karlsruhe -> dieser Name schwebte Markgraf Karl Wilhem von Baden-Durlach vor, als er 1715 den Anstoß zur Planung einer nach italienischem Vorbild angelegten Stadt und eines Jagdschloßes gab, in dem er wohl Ruhe vor seiner zänkischen Frau zu finden hoffte.

Krefeld -> ist offensichtlich an einem Sammelplatz krächzender Rabenvögel entstanden. Der Name kommt vom mittelniederdeutschem kreye und altsächsischem kraja, "Krähe".

Köln -> ist ein Kürzel des ursprünglichen römischen Namens Colonia Claudia Ara Agrippinensis oder der bereits reduzierten Version Colonia Agrippina, "Kolonie der Agrippina". Aggrapine war im Jahr 15 n.Chr. hier geboren worden, daher gab ihr dritter Ehemann, Kaiser Claudius der Stadt den Namen seiner schönen, aber skrupellosen Frau, die später zu seiner Mörderin wurde, um ihrem in die Ehe mitgebrachten Sohn Nero den Thron zu sichern.

Kyritz an der Knatter -> ist eine unhaltbare topografische Aussage. Obschon dieser Name allgemein akzeptiert ist, hat es einen Fluß namens Knatter nie gegeben, wohl aber die brandenburgische Stadt Kyritz (wahrscheinlich von dem slawischen Vornamen Chyr). Als noch Postkutschen von Hamburg nach Berlin an der Stadt vorbeifuhren, machten sich die großstädtischen Reisenden über die beiden Knattermühlen des Ortes lustig, die Kyritz schließlich zu ihrem Beinamen verhalfen.

L

Leer -> die ostfriesische Stadt besitzt einen Namen, der das althochdeutsche Wort gilari, "Wohnung", enthält. Das trifft übrigens auch für Orte, die in ihrem Namen -lar enthalten, also z.B. Goslar, Wetzlar, Kevelaer usw. usf.

Leipzig -> bezieht den Namen nicht etwa von unserem Substantiv Leib, sondern vom slawischen Wort lipa, "Linde", denn im 6. Jahrhundert besiedelten Sorben diesen Landstrich am Schnittpunkt wichtiger Fernstraßen. Noch 920 hatte es hier in der Nähe eines Lindenhains nur ein kleines Fischerdörfchen gegeben, das von seinen slawischen Bewohnern als Lipsk und halb lateinisch, halb sorbisch als urbs lipzi, "Ort bei den Linden", bezeichnet wurde.

Limburg -> entstand am Übergang mehrerer frühgeschichtlicher Handelswege über die Lahn. Der alte Name Limburc betraf wohl die fränkische Burg auf einem steilen Kalkfelsen über dem Fluß. Er ist entweder eine Kürzung aus Lintaraburc, "Burg am Linterbach", der heutzutage Kasselbach heißt und bei Linter (vom keltischen lind, "Flüssigkeit") entspringt oder er enthält das althochdeutsche linta, "Linde".

Linter -> siehe Limburg

Lübeck -> adoptierte den Namen in germanisierter Form 1143 von einer nahe gelegenen wendischen Siedlung namens Liubice (vom slawischen liubak, "anmutig, lieblich"), als Graf Adolf II. von Holstein hier eine deutsche Kaufmannsstadt gründete.

M

Maden -> siehe Wiesbaden

Mainz -> ist ein verstümmeltes Überbleibsel der ursprünglichen keltisch-römischen Namensbezeichnung Mogontiacum und Mogontia für die größte Grenzgarnision der Römer in Germanien, die über eine feste Rheinbrücke mit dem Castellum Mattiavorum (heute Kastel) verbunden war.

Magedburg -> "Jungfrauenburg"

Meißen -> hört sich durchaus nach einer deutschen Benennung an. Jedoch ist der Name slawischen Ursprungs und bezieht sich auf die Reichsburg Misni (von mjesni, "Ort, Stelle"), die König Heinrich I. 929 als einen Vorposten deutscher Ostexpansion im damals slawisch-sorbischen Gebiet anlegte. Meißen bezeichnet als mit Fug und Recht als "die Wiege Sachsens".

Merseburg -> zeigt eine Buchstabenverdrehung, denn der Name der Stadt lautete anfänglich Meeresburg (vom althochdeutschen meri, "stehendes Gewässer, See").

Montabaur -> liegt zwar durchaus in bäuerlichem Umland, der Name hat jedoch einen anderen Ursprung. Die Stadt entstand 930 am Fuß eines Berges und hieß zunächst Humbach, wurde im Jahr 1227 aber in der Kreuzungsbegeisterung jener Zeit vom Trierer Erzbischof in Mons Tabor umbenannt; jener Berg in Galiläa gilt als Ort der Verklärung Christi.

München -> wurde zwar erst 1158 von Heinrich dem Löwen offiziell gegründet, ging aber aus einer früheren Siedlung apud Munichen, "bei den Mönchen", hervor. Die Herkunft dieser Mönche ist ungeklärt; das Mönchlein jedoch - das Münchner Kindl - findet sich noch heute im Stadtwappen. Gleichen Ursprungs ist der Name Mönchengladbach.

Mönchengladbach -> München

N

Naumburg -> um das Jahr 1000 errichtete Ekkehard I. von Meißen hier, an der Kreuzung zweier Fernstraßen, die "neue Burg" - eine Bezeichnung, die zu Naumburg assilimiert wurde.

Nürnberg -> bedeutet "Felsberg"

O

Oberstdorf -> findet man selbstverständlich als "oberstes Dorf" im Allgäuer Illertal

Oranienburg -> wurde vom Großen Kurfürsten nach seiner Gemahlin, der holländischen Prinzessin Luise Henriette von Oranien, benannt.

P

Passau -> ist mit dem niederländischen Wort Batavia verwandt. Beide Wörter verweisen auf "gutes Wasserland".

Pforzheim -> entwickelte sich aus einer römischen Militärsiedlung, die am Nordrand des Schwarzwaldes den Flußübergang der bedeutenden Verbindungsstraße zwischen den Kastellen in Argentorate (Straßburg) und Carenna (Cannstett) zu sichern hatte. Noch im 7. Jahrhundert hieß die Siedlung Porza vom lateinischen portus, "Hafen, Anlegestelle". Ein ähnlicher Zusammenhang besteht übrigens auch bei Pforz am Rhein, Piesport an der Mosel und Pforzen an der Wertach.

Pforz am Rhein -> siehe Pforzheim

Pforzen an der Wertach -> siehe Pforzheim

Piesport an der Mosel -> siehe Pforzheim

Plauen -> bedeutet aus dem altslawischen übersetzt "Ort der Überschwemmungen" und signalisiert damit den Wasserreichtum der Region.

Pyrmont -> verdankt seinen Namen nicht dem griechischen Wort pyr, "Feuer", sondern einer Burg auf dem Schellenberg, den der Erbauer Erzbischof Philipp von Köln 1184 zum Petri mons, "Berg des Petrus", erklärte. Diese Benennung wurde im Volkmund zu Pirremont.

R

Rastatt -> ist aus einem verkehrsgünstig gelegenen "Rastplatz" an der alten Talstraße im Oberrheintal hervorgegangen.

Ratzeburg -> ist nie eine Rattenburg gewesen, obwohl Ratze eine umgangssprachliche Bezeichnung für die Nager ist. Die schleswig-holsteinische Stadt mitten im Ratzeburger See entstand an Stelle einer alten slawischen Siedlung, die sich um eine Burg gruppierte, wo ein polabischer Fürst namens Ratibor residierte. Im germanischem Sprachgebrauch entstand so zunächst der Ausdruck Ratibors Burg und schließlich der irreführende moderne Name.

Ravensburg -> vom althochdeutschen hraban, "Rabe".

Regensburg -> enthält in ihrer Benennung gleich zwei Irrtümer. Während der alte keltische Namen Radaspona lautete, nannten die Römer das im 2. Jahrhundert an einem wichtigen Flußübergang errichtete Kastell Castra Regina, "Lager am Regen", was leichtfertig als "königliches Lager" aufgefaßt wurde. Später verwechselte man den Flußnamen offensichtlich mit dem Substantiv Regen für "Niederschlag" und nannte die Stadt im Mittelalter folglich Ymbripolis vom lateinischen imber, "der Regen", und griechisch polis, "die Stadt".

Rostock -> hat seinen Namen vom polabischen roztoc, "Ort, wo das Wasser auseinander fließt". Tatsächlich liegt die Hafen- und Hansestadt im Osten Deutschlands an der Flußverbreiterung der unteren Warnow, wo die Trichtermündung in die Ostsee beginnt.

S

Saarbrücken - war ursprünglich ein kleiner keltischer Straßenflecken, den die Römer zum Brückenkopf-Kastell Vicus Saravus, "Saardorf", ausbauten. Dieses Kastell war durch eine neu errichtete Steinbrücke, die bis in das 13. Jahrhundert bestand, geschützt, die den Saarübergang der Straße Paris - Worms - Mainz ermöglichte.

Saarlouis -> geht auf eine Initiative Ludwigs XIV. zurück, der 1680 den Befehl gab, hier, am linken Ufer der Saar, eine Festung anzulegen.

Sangershausen -> ist nicht ein Sängersheim, sondern ein alter "Brandrodungsort" (vom althochdeutschen bisengen, "verbrennen").

Schwerin -> entstand bei einem alten slawischen Gestüt (altpolabisch zverin, "Tiergehege").

Staufen -> leitet den Namen vom mittelhochdeutschen stouf, "Berg", ab.

Stralsund -> zeigt in seinem Wappen einen aufwärts gerichteten Pfeil; mit ziemlicher Sicherheit ist der Name der Ostseestadt jedoch nicht auf das altnordische strala, "Pfeil, Blitzstrahl", zurückzuführen, sondern auf das altpolabische strela im Sinn von "Flußarm" und tatsächlich heißt die Meeresenge zwischen der Küste und der Insel noch heute Strelasund.

Stuttgart -> entstand als Siedlung etwa im 10. Jahrhundert und zwar bei einem Gestüt, das der Herzog von Schwaben stuotgarten, also "Stutengarten", taufte.

T

Tangermünde -> in Sachsen-Anhalt ist natürlich an der "Mündung des Tanger" zu finden.

U

Ulm -> hat nicht mit Ulmen zu tun, sondern mit dem indogermanischen Wort uel-, "drehen, wälzen". Damit könnte der Wasserschwall gemeint sein, mit dem die Blau an dieser Stelle in die Donau mündet.

Usedom -> das Städtchen auf der gleichnamigen Insel in Mecklenburg-Vorpommern verdankt seinen Namen dem slawischen Wort uznam, "Mündung".

W

Warendorf - der Name kommt vom indogermanischen Wort war-, "fließendes Wasser", der Name selbst bedeutet "Dorf am Wasser".

Weimar -> trug ursprünglich den althochdeutschen Namen wiha meri, "heiliges Wasser".

Weißwasser -> sorbisch Bela Woda, ist eine Stadt in Sachsen, deren Namen von der Existenz einer Mineralquelle zeugt.

Wetzlar -> siehe Leer

Wiesbaden -> 829 als Wisibada, "Bad in den Wiesen" dokumentiert, hieß in den ersten vierhundert Jahren unserer Zeitrechnung Aquae Mattiacorum, "Bäder der Mattiaci"; so bezeichneten die Römer die im Gebiet zwischen Rhein, Main und Lahn ansässige germanische Völkerschaft der Chatten, deren Hauptort allerdings nicht Wiesbaden, sondern Mattium (heute das Dorf Maden bei Fritzlar) war.

Wismar -> die "Wiesenmarsch", womit ein kleiner Wasserlauf mit seiner Marsch gemeint war.

Worms -> ist eine alte Siedlung der Kelten, die diese Borbetomagus, "Wasserwiese", nannten.

Würzburg -> ist 704 erstmals als Virteburg beurkundet, eine Siedlung im Schutze des Würzbergs (vom mittelhochdeutschen wirt, "Schutzherr").

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