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Gefahr im Indischen Ozean 16.03.2005. Das Erdbeben zu Weihnachten vor Sumatra hat das Risiko weiterer schwerer Beben im benachbarten Sundagraben erhöht. Das ergeben Berechnungen von John McCloskey und seinen Kollegen von der University of Ulster in Nordirland. Die Forscher berichten in der Zeitschrift Nature, dass sich bei dem Sumatra-Andamanen-Beben 250 000 Quadratkilometer Meeresboden verschoben haben. Das löste den Riesen-Tsunami aus. Der Sundagraben liegt südlich vom Epizentrum des Weihnachtsbebens. Die Australische Platte taucht dort unter die Sunda-Platte ab. Nach den Berechnungen der Forscher hat sich die Spannung im Sundagraben durch das Weihnachtsbeben so stark erhöht, dass dort womöglich noch in diesem Jahr ein Erdbeben der Magnitude 7,5 losbricht - verbunden mit einem weiteren Tsunami. Auch die Sumatra-Störung, eine Verwerfung, bei der zwei Stücke der Erdkruste aneinander vorbei gleiten, und die sich quer durch Sumatra zieht, sei durch das Beben vom zweiten Weihnachtstag anfälliger geworden, heißt es in Nature. Wie McCloskey und sein Team schreiben, gibt es an anderen Plattengrenzen Beispiele dafür, wie ein starkes Beben das nächste nach sich zieht. So kam es in einem Abschnitt des Nankaigrabens südöstlich von Japan in den vergangenen 1 500 Jahren zu sieben starken Erdbeben. Fünf davon brachten das benachbarte Plattensegment innerhalb von fünf Jahren ebenfalls zum Beben; in drei Fällen ereignete sich das Folgebeben sogar innerhalb eines Jahres. Da vom Sundagraben auch anderen Studien zufolge eine große Erdbebengefahr ausgeht, drängen die irischen Forscher darauf, möglichst schnell ein Tsunamifrühwarnsystem im Indischen Ozean aufzubauen. Einen Anfang machten in dieser Woche die Forschungsminister Deutschlands und Indonesiens, als sie in Jakarta den baldigen Aufbau eines Warnsystems unter deutscher Leitung vereinbarten. Nature, Bd. 434, S. 291 |
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