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Obwohl vom Stadtgebiet Roms umgeben, ist die Vatikanstadt ein unabhängiger Staat - der kleinste der Welt. Die Vatikanstadt ist der verbliebende Rest des früheren Kirchenstaates auf italienischen Boden, den die Päpste über Jahrhunderte rund um Rom errichtet hatten. Das Papsttum stemmte sich 1860 und 1870 beharrlich gegen die Eingliederung dieser Gebiete in den neuen unabhängigen italienischen Staat. Erst 1929 erhielt die Vatikanstadt durch die mit der Regierung Moussolini abgeschlossenen Lateranverträge die volle staatliche Souveränität, indem sie auf alle anderen päpstlichen Territorien verzichtete. Der Papst ist Staatsoberhaupt und alleiniger Inhaber der Legislative, Exekutive und Rechtsgewalt, die er über eine Kommission von 5 Kardinälen, einen ernannten Gouverneur und einen Rat ausübt. Der Vatikan besitzt keine eigene Armee. Die Schweizergarde, die aus 100 Mann besteht und in Paradeuniformen des 16. Jahrhundert gekleidet ist, wird für den Wachdienst im Vatikan eingesetzt, ebenso obliegt ihr der der Schutz des Papstes. Der Vatikan unterhält einen eigenen Radiosender und betreibt ein vom italienischen Staat unabhängiges Telefonnetz und Postamt, hat ein eigenes Bankwesen, das Münzen prägt und dessen Geschäfttstätigkeit keiner Kontrolle von außen unterworfen ist. Das alles sichert die Eigenständigkeit des Vatikans in internationalen Finanzgeschäften. Die Vatikanstadt produziert selbst keinerlei Güter und alle Dienstleistungen sowie die Energieversorgung werden "importiert". Die offiziellen Presseorgane "Acta Apostolicae Sedis" und die Tageszeitung "Osservatore Romano" werden weltweit vertrieben.

Am 02.04.2005 ist Papst Johannes Paul II. gestorben. Zu diesem Thema ist ein Sonderthema erschienen. Mit Überraschung, Freude und Skepsis hat die Welt die Nachricht von der Wahl des deutschen Kardinals Joseph Ratzinger zum neuen Papst Benedikt XVI. aufgenommen. Nach einem ungewöhnlich kurzen Konklave wurde der 78-Jährige am 19.04.2005 zum Nachfolger von Johannes Paul II. gewählt. Vom Balkon des Petersdoms erteilte er seinen ersten Segen als Oberhaupt der katholischen Kirche. Mehrere zehntausend Menschen jubelten ihm zu und riefen in Sprechchören: "Benedetto! Benedetto!"

Joseph Ratzinger hat sich den Namen Benedikt für sein Pontifikat gewählt. Benedikt stammt vom lateinischen benedictus ab, was so viel bedeutet wie gesegnet, gepriesen. Die Wahl eines neuen Namens gilt symbolisch als Hinweis, mit Übernahme des Petrusamtes zu einem "neuen Menschen" geworden zu sein. Vor ihm gab es bereits 15 Päpste mit diesem Namen, der letzte war Benedikt der XV. zwischen 1914 und 1922. Der Italiener scheiterte im Ersten Weltkrieg als engagierter Friedensvermittler.

Vietnams Premier Nguyen Tan Dung hat am 25.01.2007 als erster Regierungschef der Volksrepublik den Vatikan besucht. Seine Visite bei Papst Benedikt XVI. sei ein wichtiger Schritt für die Normalisierung der bilateralen Beziehungen, betonte der Vatikan. In einer offiziellen Mitteilung würdigte er die wachsende Religionsfreiheit für Katholiken in Vietnam.


Hintergrundberichte:

14.10.2007 Ein Sünder in Rom - Der Vatikan suspendiert Kurienprälat Stenico, weil er - vielleicht - homosexuell ist. Ein Lehrstück

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