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Städte mit Komitatsrecht
Budapest ist die Hauptstadt und zugleich größte Stadt der Republik Ungarn. Mit etwa 1,69 Millionen Einwohnern (Stand März 2007) ist Budapest die neuntgrößte Stadt der Europäischen Union. Die Einheitsgemeinde Budapest entstand 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbständigen Städte Buda, Pest und Óbuda. Der Name Budapest selbst tauchte zuvor nicht auf, üblich im Sprachgebrauch war Pest-Buda. Budapest liegt an der Donau, die an dieser Stelle das ungarische Mittelgebirge verlässt und in das ungarische Tiefland fließt. Die höchste Erhebung in Budapest ist der 527 Meter hohe János-Berg. Geotektonisch gesehen liegt die Stadt auf einer Bruchstelle, deshalb ist besonders Buda so reich an Thermalquellen. Budapests Geschichte beginnt um 89 mit der Gründung einer Siedlung mit Festung namens Aquincum durch die Römer und einer Bürgerstadt im nördlichen Bereich des heutigen Óbuda. Die damaligen Bewohner dieser Gegend waren Eravisken keltischen Ursprungs. Aquincum war zwischen 106 und dem Ende des 4. Jahrhunderts Hauptstadt der Provinz Pannonia, denn sie lag an der natürlichen Grenze (Limes) Pannoniens, der Donau. Hier bekam der Ort mit der Festung eine führende Rolle, und wurde zum Sitz des römischen Statthalters. 107 begann der Bau eines Statthalterpalastes durch Kaiser Hadrian.Nach dem Untergang des Römischen Reiches begann die Wanderung der Hirtenvölker (wie der Hunnen) aus dem Osten. Diese Welle erreichte gegen Ende des 4. Jahrhunderts Pannonien. Die Stürme dieser kriegerischen Stämme verwüsteten die Landschaft und zerstörten teilweise die römischen Städte. Relative Ruhe kehrte erst durch die Landnahme der Magyaren um 896 ein. Es kam zur Besiedlung des gesamten pannonischen Beckens und auch der Gegend um Óbuda. Durch die Christianisierung sesshaft gewordene Ungarn wohnten in Dörfern mit Kirchen und betrieben Ackerbau und Viehzucht. Im Zentrum der Verkehrswege gewann Pest immer mehr an Bedeutung, dabei entstand über die Donau (etwa bei der heutigen Elisabethbrücke) ein reger Fährverkehr mit dem gegenüberliegenden Buda. Mit der Krönung Stephans I. 1000/1001 zum ersten König von Ungarn bauten die Ungarn ihre Vorherrschaft aus; trotz der fast völligen Zerstörung durch den Einfall der Mongolen (Mongolensturm) 1241 und der Verlegung der königlichen Residenz nach Visegrád 1308 wurde die Stadt dann 1361 Hauptstadt des Königreiches. 1514 fand ein Bauernaufstand statt. Ab 1446 griffen die Osmanen immer wieder Ungarn an, was in der Besetzung des größten Teils des Landes gipfelte. So fielen Pest (veraltet ungarisch für Ofen, auf slawisch *pec', *pet Ofen zurückzuführen, aufgrund der warmen Quellen oder wegen der vielen Kalkbrennereien auf der Ostseite der Donau) 1526 und Buda (für die Etymologie siehe unter Buda), durch die Burg etwas geschützt, erst 15 Jahre später; die neue Hauptstadt des noch unbesetzten Ungarns, das fast nur noch aus der heutigen Slowakei bestand, wurde von 1536 bis 1784 Preßburg (das heutige Bratislava, ungarisch Pozsony). Während Buda zum Sitz des türkischen Gouverneurs wurde, fand Pest allerdings kaum mehr Beachtung und verlor einen großen Teil seiner Einwohner. Schließlich gelang es den Habsburgern, seit 1526 Könige von Ungarn, die Osmanen zu vertreiben und Ungarn wieder herzustellen. Für die Bevölkerung von Buda und Pest änderte sich allerdings nur wenig, sie wurde weiterhin von Fremden verwaltet und musste sehr hohe Steuern zahlen. Die Einwohner wehrten sich in einem Aufstand, der aber niedergeschlagen wurde. Pest, das seit 1723 der Sitz der administrativen Verwaltung des Königreiches war, wurde trotz der widrigen Verhältnisse und eines verheerenden Hochwassers 1838 mit 70.000 Opfern zu einer der am schnellsten wachsenden Städte des 18. und 19. Jahrhunderts. 1780 wurde Deutsch von den Habsburgern als Amtssprache eingeführt, auch um die immer wieder aufflammenden revolutionären Bewegungen besser kontrollieren zu können, aber auch wegen der regelmäßig ins Land gerufenen deutschen Siedler, die mittlerweile große Stadtteile besiedelten. Die Kroaten, die jahrhundertelang eine Personalunion mit Ungarn bildeten und auch Budapest unterstellt waren, bezeichnen die Stadt auch heute noch als Budimpeta (kroat. Budim für den Stadtteil Buda und Peta für Pest). Dieser Schmelztiegel ist der Grund, dass viele Länder eigene Namen für die Stadt und ihre Stadtteile, Kirchen und Brücken haben. Einer der Hauptgründe für den Aufschwung Budapests war die Existenz einer Brücke im Sommer, welche aus aneinander befestigten Booten bestand. Die Kettenbrücke (ungarisch Széchenyi Lánchíd), die in Budapest die Donau überspannt, wurde in der Zeit von 1839 bis 1849 als erste feste Brücke des heutigen Budapest auf Anregung des ungarischen Reformers Graf István Széchenyi erbaut, nachdem er eine Woche lang warten musste, um zum Begräbnis seines Vaters ans andere Ufer zu kommen. Ihren Namen trägt sie ihm zu Ehren. Sie ist die älteste und bekannteste der neun Brücken über die Donau in Budapest. Außerdem war sie bei ihrer Einweihung 1849 die erste Donaubrücke flussabwärts von Regensburg. Während der ungarischen Revolution 1848 war Budapest einer der Hauptplätze der Unruhen, mit denen die Ungarn gegen die reformfeindliche Unterdrückung durch die Habsburger ankämpften. Zwar wurde der Aufstand letztlich mit Hilfe Russlands blutig niedergeschlagen, aber die Ereignisse von 1849 führten 1867 indirekt in den Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn, in dem Ungarn weitgehend unabhängig wurde. Symbol des Ausgleichs war der jährliche mehrwöchige Aufenthalt Kaiser Franz Josephs in Budapest. Als König von Ungarn residierte er auf der Budaer Burg und nahm in dieser Zeit in ungarischer Sprache und in eine ungarische Uniform gekleidet - mit den Ministern Ungarns und dem königlich ungarischen Reichstag seine ungarischen Ämter wahr. Die Zusammenlegung von Buda, Óbuda und Pest war schon 1849 unter der revolutionären Regierung Ungarns verordnet worden, als aber die Habsburger ihre Macht wiederherstellten, widerriefen sie diesen Beschluss. Erst 1872, fünf Jahre nach dem Österreichisch-Ungarischem Ausgleich von 1867, kam es endgültig zur Vereinigung der beiden Stadthälften. Vorausgegangen war bereits 1870 die Gründung eines Hauptstädtischen Rates für öffentliche Arbeiten, der die bauliche und infrastrukturelle Entwicklung der Gesamtstadt koordinieren sollte. Zur Jahrtausendfeier der Landnahme der Ungarn (dem so genannten Millennium) 1896 wurden zahlreiche Großprojekte, wie etwa der Heldenplatz und die erste U-Bahn auf dem europäischen Festland fertiggestellt. Die Einwohnerzahl im gesamten Stadtgebiet versiebenfachte sich dadurch zwischen 1840 und 1900 und stieg auf rund 730.000. Der verlorene Erste Weltkrieg, die daraus resultierenden Todesopfer und der Austritt Ungarns aus der Donaumonarchie 1918, aber auch die riesigen Gebietsabtretungen Ungarns (Ungarn verlor durch den Vertrag von Trianon fast drei Viertel seines Reichsgebiets) versetzten Budapest nur einen kurzzeitigen Schlag. Nach der Etablierung einer kommunistischen Räteregierung unter Béla Kun 1919 nahm Miklós Horthy als Kriegsminister der in Szeged gebildeten konservativ-reaktionären Gegenregierung den Kampf gegen das Regime von Béla Kun auf. Nach dem Sieg zog er an der Spitze der konservativen Truppen am 16. November 1919 in Budapest ein. Miklós Horthy wurde Reichsverweser (Regent; ungarisch: kormányzó) Ungarns, das immer noch Königreich war. Durch die deutsche Besatzung während des Zweiten Weltkriegs in Ungarn starb rund ein Drittel der jüdischen Bevölkerung von 500.000 Ungarn, obwohl die deutsche Besatzung erst nach dem Versuch der Lösung von Deutschland 1944 zustande kam und somit nur ein Jahr andauerte. 1944 wurde die Stadt durch amerikanische und britische Bombenangriffe teilweise beschädigt. Die stärksten Zerstörungen erfolgten jedoch durch die von Ende Dezember 1944 bis Anfang Februar 1945 andauernde Belagerung durch sowjetische Streitkräfte sowie durch die eingeschlossenen deutschen und ungarischen Truppen, die bei ihrem Rückzug auf die Budaer Seite des Kessels auch sämtliche Brücken über die Donau sprengten. 38.000 Budapester Zivilisten starben während der Belagerung. Nach dem Ende des Krieges folgte 1946 die Ausrufung der Republik und 1949 die Ausrufung der Volksrepublik Ungarn. 1956 war Budapest der Ausgangspunkt des Ungarischen Volksaufstandes, nach dessen blutiger Niederschlagung es zu Säuberungswellen im ganzen Land kam. Am 23. Oktober 1989 wurde in Budapest die Republik Ungarn ausgerufen, was wegbereitend für den Zerfall des ganzen Ostblocks werden sollte. Im Jahre 2000 fanden ungarnweit Feierlichkeiten zum tausendjährigen Jubiläum der Staatsgründung statt. Aus diesem Anlass wurde auch die Hauptstadt verschönert: Die Parkanlage und das Kulturzentrum Millenáris-Park und der Millenniumsstadtteil mit dem Nationaltheater wurden errichtet, die Budaer Donauseite mit dem Campus der Technischen Universität modernisiert. Schließlich folgte am 1. Mai 2004 die Mitgliedschaft Ungarns in der EU, was mit großen Feiern im ganzen Land, aber besonders in der Hauptstadt Budapest gefeiert wurde.
Ob das Gebiet der heutigen Stadt schon bereits in der Urzeit bewohnt wurde, ist nicht hinreichend bewiesen. Es ist durchaus möglich, das eine oder mehrere Familien sich hier für kürzere oder längere Zeit während ihrer Wanderschaften aufhielten. Das Dorf namens Csaba wird zuerst 1333-1337 in einem päpstlichen Zehntschreiben erwähnt, seine Name ist Türkisch, stammt vom gleichnamigen Personennamen und bedeutet Geschenk. Auf dem heutigen Gebiet der Stadt standen damals neben Csaba acht weitere kleine Orte. Während der türkischen Eroberung blieb das Dorf zunächst erhalten, verschwand jedoch während der weiteren Türkenkriege im 17. Jahrhundert gänzlich. 1715 wird Csaba noch als unbewohnt erwähnt, ein Jahr darauf findet sich sein Name jedoch in der Liste Steuern zahlender Städte wieder. Die Neusiedlung ist Baron János György Harruckern zu verdanken, der sich im Kampf gegen die Türken ausgezeichnet hat, so dass er fast das ganze Komitat Békés von der Schatzkammer aufkaufen konnte. Um die Stadt Csaba neu zu beleben, ließ er zwischen 1718 und 1723 213 slowakische Bauernfamilien ansiedeln, die ihre evangelische Konfession beibehalten durften und Steuervergünstigungen erhielten. Auch in den nächsten Jahren kamen jährlich ca. 40 Familien. 1841 erhält Csaba den Rang eines "Mezováros", da die Organisation der Landesmesse zugelassen wurde. 1847 gehörte sie zu den 20 größten Städten von Ungarn, die Einwohnerzahl betrug 22.000. Trotzdem ähnelte die Stadt mit ihren kleinen Bauernhäusern und den kleinen, schlammigen Straßen eher einem großgewachsenen Dorf. 1858 wurde Csaba von der Eisenbahn erreicht, was neuen Aufschwung brachte. Neue Häuser und Fabriken wurden gebaut. Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Arbeitslosigkeit jedoch zum größten Problem, was 1891 zu einem Arbeiteraufstand führte, der nur mit Hilfe rumänischer Soldaten niedergeschlagen werden konnte. Seit diesem Aufstand wird die Stadt auch "Viharsarok" (Sturmecke) genannt. Der Erste Weltkrieg brachte der Stadt viel Leid. 1919 und 1920 stand die Stadt unter rumänischer Besatzung, was Plünderungen seitens der Besatzer mit sich brachte. Da nach dem Vertrag von Trianon Ungarn die großen südlich gelegenen Städte verlor, musste Csaba die Rolle von Arad und Temeswar übernehmen. Die Kämpfe des Zweiten Weltkrieges umgingen die Stadt, bis auf eine Ausnahme: am 21. September 1944 wurde der Bahnhof von alliierten Flugzeugen bombardiert, wobei 96 Menschen starben und weitere 150 schwer verletzt wurden. Die Stadt wurde schließlich am 6. Oktober 1944 von sowjetischen Truppen erobert. Die Stadt, die lange Zeit mehrheitlich von Slowaken bewohnt war, war 1946/47 von dem die Aussiedlung der Ungarn aus der Tschechoslowakei kanalisierenden "Bevölkerungsaustausch" zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn betroffen und wurde mehrheitlich ungarisch. In der sozialistischen Ära errang Békéscsaba aufgrund der Planwirtschaft eine wichtige Bedeutung. Am 1950 wurde sie zum Komitatssitz von Békés ernannt, was der Stadt die bisher größte Entwicklung brachte: es wurden Konserven-, Aufzugs-, Großwerkzeugs- und Maschinenfabriken, ein großes Kühlhaus für die Erstellung von gefrorenen Waren und eine große Druckerei gebaut. In Folge dieser Industrialisierung wuchs die Einwohnerzahl in nur 25 Jahren von 42.000 auf 65.000. Nach der Wende 1990 gelangte die Stadt in ähnliche Schwierigkeiten wie die restlichen ungarischen Großstädte: die "unnötigen" Fabriken schwanden in nur wenigen Jahren, die Lebensmittelindustrie geriet in den letzten Jahren in eine Talfahrt: 1998 verliert die Konservenfabrik wegen der Russlandkrise 90% ihrer Abnehmer (mehr als 1000 Arbeiter werden entlassen), 2006 geht die Geflügelwarenfabrik bankrott und wird geschlossen (ca. 1300 Arbeiter werden entlassen).
Die Fläche Debrecens beträgt 46.165 Hektar, die Einwohnerzahl (2002) 2002 207.308, damit ist Debrecen die zweitgrößte Stadt Ungarns. Die Einwohner Debrecens bezeichnen sich noch heute mit dem mittelalterlichen Begriff Civis. Bevor die Magyaren Ungarn eroberten, lebten verschiedene Völker in dieser Gegend. Die Stadt kam durch die Vereinigung mehrerer Siedlungen zustande und wurde 1235 als Debrezun zum ersten mal erwähnt. 1361 verlieh König Ludwig der Große (Nagy Lajos) den Bürgern der Stadt das Privileg einer Marktstadt (Mezováros) mit einem Wahlrecht für eine eigene Gerichtsbarkeit und einen Stadtrat. Dies ermöglichte ein stetiges wirtschaftliches Wachsen der Stadt, bis sie im 16. Jahrhundert ein Handelszentrum wurde, das mit Wien, Polen und Schlesien handelte. Haupteinnahmequelle für das Wohlergehen der Stadt waren der Rinderhandel, die Tierzucht und das handwerkliche Gewerbe. Trotz der florierenden wirtschaftlichen Lage waren die Gebäude einfach gebaute Bauwerke, selbst die Straßen waren kaum befestigt. Bis ins 19. Jahrhundert hinein konnte man kaum mehrstöckige Gebäude innerhalb der Stadt sehen. Zwischen 1450 und 1507 war Debrecen Sitz der Adelsfamilie Hunyadi. 1555 wurde Debrecen von osmanischen Türken erobert. Die Stadt erkaufte sich ihre Selbständigkeit aber durch Tributzahlungen. Während der osmanischen Besatzung kam es dennoch immer wieder zu Problemen, da sich Debrecen an der Grenze zwischen den osmanisch, habsburgisch und siebenbürgisch besetzten Teilen Ungarns befand. Die Bewohner nutzten ihr diplomatisches Können aus, um sowohl vom Osmanischen Reich als auch von den europäischen katholischen Herrschern sowie dem Fürsten von Siebenbürgen Franz II. Rákóczi Nutzen für sich zu ziehen. Diese Offenheit der Stadt gestattete eine rasche und frühe Ansiedelung von Protestanten und Calvinisten, weshalb Debrecen bald als das calvinistische Rom bezeichnet wurde. Die Bewohner der Stadt waren zu dieser Zeit in der Mehrheit Magyaren und konvertierten alsbald im 16. Jahrhundert zum calvinistischen Glauben. Ab 1552 durften sich nur noch Calvinisten in der Stadt niederlassen, 1693 verlieh König Leopold I. der Stadt das Privillegium einer freien Stadt. 1715 kam die Katholische Kirche wieder zurück in die Stadt. Piaristen errichteten zu dieser Zeit die St.-Anna-Kirche. Debrecen war zu damals ein agrarisches, wirtschaftliches, kulturelles und geisteswissenschaftliches Zentrum. Das Calvinistische Kollegium, der Vorgänger der heutigen Universität Debrecen, hatte zahlreiche bekannte Studenten. Im ungarischen Freiheitskampf gegen die Habsburger 1848 bis 1849 wurde der ungarische Landtag ins sicherere Debrecen verlegt, wo er im Reformierten Kollegium (Református Kollégium) und in der Großen Reformierten Kirche tagte. In Debrecen verkündete Lajos Kossuth am 15. April 1849 die Entthronung der Habsburger. Nach der Zeit des Freiheitskampfes kam es durch den Bau der Eisenbahnlinie 1857 von Pest nach Debrecen zu einem industriellen Aufschwung. Aus jener Zeit stammt die Gründung der Schule für Bodenkultur sowie der Agrarhochschule. Mühlen, Zucker-, Ziegel- und Tabakfabriken sowie Gaswerke entstanden, Banken und andere Dienstleister siedelten sich in der Stadt an. 1865 wurde das heutige Csokonai-Theater (Csokonai Színház), benannt nach Mihály Csokonai Vitéz, eröffnet. Krankenhäuser, Schulen, Kasernen und Kirchen wurden errichtet. Langsam bekam die Stadt im Zentrum ein städtisches Bild, als das Hotel Aranybika sowie das Komitatshaus und das Rathaus gebaut wurden. Im Stadtwald (Nagyerdö), wo sich heute die Universität befindet, fand man 1823 Thermalwasser, welches man im neu errichteten Heilbad Vigadó verwendete. Mit der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert fand die Bildung durch die Neugründung der Universität Debrecen einen Aufschwung. 1884 nahm die noch heute bestehende Straßenbahnlinie ihren Dienst auf. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges kam es zum Aufruhr, bedingt durch die rumänische Besatzung. Die Krise brachte die Stadt dazu, mehr auf Tourismus zu setzen. Die Zwischenkriegszeit brachte hierbei einen Aufschwung in dieser Richtung. Es entstand im Umfeld der Universität und der Klinik innerhalb des Stadtwaldes (Nagyerdo = Großer Wald) ein Zentrum für Erholung, Sport und Bildung. Die 1927 gegründete Sommeruniversität bot ein Programm für Allgemeinbildung, Weiterbildung und Sprachbildung an, kombiniert mit Erholung und einem Freizeit- und Sportprogramm. Es entstand ein überdachtes Schwimmbad, Ungarns erstes Sportstadion sowie der Zentralfriedhof. Die Nähe zum Reiseziel Puszta in Hortobágy brachte viele Besucher. 1944 war Debrecen zum zweiten Mal für eine kurze Zeit Hauptstadt und Regierungssitz von Ungarn, als sich hier am Ende des Zweiten Weltkrieges die provisorische Nationalversammlung konstituierte. Im selben Jahr startete die Rote Armee eine Offensive in Richtung Budapest, die Debrecener Operation. Durch das Bombardement im Zweiten Weltkrieg wurden etwa 70 Prozent der Häuser in Mitleidenschaft gezogen. Mehr als die Hälfte der Gebäude wurden zu Ruinen. Die Bevölkerung ist evangelisch-reformiert (calvinistisch), im Gegensatz zum Rest von Ungarn, der überwiegend katholisch geprägt ist. Die von den Habsburgern initiierte Gegenreformation erreichte Debrecen nicht, da die türkisch besetzten Gebiete in der großen ungarischen Tiefebene zwischen Wien und Debrecen lagen (siehe auch Türkenkriege). Obwohl die Religion in der Zeit des Sozialismus stark an Bedeutung verloren hat, lebt dieser Unterschied im Selbstbild der Debrecener Bürger noch fort.
Die Stadt befindet sich am rechten Ufer der Donau 67 km südlich von Budapest auf einer Fläche von 5266 ha und hatte im Jahr 2001 53.036 Einwohner. Die Gegend ist seit der Bronzezeit besiedelt. In der Römerzeit befand sich hier die Stadt Intercisa. Das dazugehörige Fort (castrum) zum Schutz des pannonischen Limes war vom frühen 2. Jahrhundert bis zum 5. Jahrhundert belegt. Auch in der Folge war der Ort stets bewohnt; so existieren Ausgrabungen aus der Zeit der ungarischen Landnahme im frühen 10. Jahrhundert, und schon in der Árpádenzeit ist eine Kirche bezeugt, die dem heiligen Pantaleon geweiht war und der Siedlung den Namen (Duna-)Pentele gab. Während der Türkenherrschaft von 1541 bis 1688 war der Ort nur für 15 Jahre verödet und blieb in der Folge ein unbedeutendes Landstädtchen, das noch 1949 erst 3949 Einwohner hatte. Ende 1949 beschloss das Zentralkomitee der ungarischen Kommunisten, in Dunapentele ein gigantisches Eisenhütten-Kombinat mit einer dazugehörigen Arbeitersiedlung aus dem Boden zu stampfen. Im Gefolge des Personenkults um Stalin sollte diese sogenannte erste sozialistische Stadt Ungarns den Namen des sowjetischen Diktators tragen: ungarisch Sztálinváros (deutsch Stalinstadt). 1961 wurde die Stadt jedoch in Dunaújváros umbenannt und trägt seither diesen Namen. Seit Gründung der Hochschule Dunaújváros im Jahre 1953 ist Dunaújváros eine Studentenstadt, und in neuerer Zeit macht die Stadt durch ihre neue Infrastruktur und das neue Werk des südkoreanischen Unternehmens Hankook auf sich aufmerksam, das hier seine größte europäische Reifenfabrik errichten wird.
Eger ist eine Stadt im Norden Ungarns mit ca. 56.000 Einwohnern. Es ist eine der ältesten Stadtgründungen Ungarns und der Komitatssitz des Komitats Heves. Bekannt ist Eger durch die großen Weinanbaugebiete in der Umgebung, die neben anderen Weinsorten auch den bekannten Rotwein Erlauer Stierblut (Egri bikavér) hervorbringen. In der Stadt gibt es zahlreiche Weinstuben und traditionelle, teils unterirdische, Weinkeller. Das Stadtbild ist außerdem geprägt durch barocke Bauten, das Minarett aus der Zeit der osmanischen Herrschaft, die mittelalterliche Burg und durch die Basilika, die nach der in Esztergom die zweitgrößte in Ungarn ist. Ferner ist Eger für seine Thermalquelle und das Thermalbad bekannt. Das Thermalbad befindet sich direkt neben dem großen Stadtpark und ist für Jung und Alt geeignet. Es gibt Becken mit unterschiedlichen Wasserarten und -temperaturen. Im Sommer ist das Bad sehr gut besucht. Eger hat durch die Thermalquellen immer schon einen Bezug zum Baden und zum Wassersport. Die Förderung von möglichen Talenten beginnt schon im Schulalter und wird durch den Stundenplan unterstützt. Eger hat eine der stärksten Wasserball-Mannschaften im Land und die verschiedenen Schwimmteams erringen oft hohe Medaillenplätze. Die Gebiete von Eger sind seit der Steinzeit bewohnt. Zuerst lebten hier germanische und slawische Stämme. Im 10. Jahrhundert begannen Ungarn hier zu siedeln. Bereits Anfang des 11. Jahrhunderts wurde Eger von dem ersten König von Ungarn, Stephan I. zum Bischofssitz ernannt. Das damals errichtete Gebäude, das nicht mehr existiert, stand auf dem heutigen Burgberg, von da aus wuchs die Ortschaft über die Jahre. Eger war also von Anfang an ein wichtiges Religionszentrum. 1241 wurde Eger von den Mongolen vollständig zerstört und die meisten Einwohner getötet. Während der Regierungszeit von Matthias Corvinus im 15. Jahrhundert erlebte die Stadt sowie ganz Ungarn ihre Renaissance. Zur Zeit der Türkenkriege war die Stadt immer wieder Angriffen ausgesetzt. Im Jahr 1552 konnte ein kleines Heer (weniger als 2100 Mitbewohner und Soldaten unter der Führung von István Dobó) die Stadt noch vor einer riesigen osmanischen Übermacht verteidigen (beschrieben u.a. in dem Roman "Egri Csillagok/Sterne von Eger" von Géza Gárdonyi). Es war die erste große Niederlage der Türken, und Europa atmete bereits erleichtert auf. 1596 wurde Eger jedoch eingenommen und blieb 91 Jahre unter osmanischer Herrschaft. In dieser Zeit entstanden Moscheen und Bäder das heute noch erhaltene Minarett gilt als das nördlichste historische Bauwerk der Osmanen. Nach der türkischen Belagerung von Wien (1683) gelang es im Gegenstoß den Habsburgern, die Osmanen aus Mitteleuropa zu vertreiben. Unter der Führung Karl von Lothringens wurde Eger 1687 von den Türken zurückerobert. Bis 1701 eroberten die habsburgischen Armeen fast ganz Ungarn zurück. Ihre Blütezeit erlebte die Stadt ab Mitte des 18. Jahrhunderts, als die heute so bezeichnenden Barockgebäude errichtet wurden. Während des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt von mehreren Bränden und Epidemien (Cholera) heimgesucht. 1804 wurde die Stadt zum Erzbischofssitz ernannt.
Érd ist eine Stadt in der südwestlichen Peripherie von Budapest im Komitat Pest. Neben dem sehr kleinen und kompakten, historischen dörflichen Ortskern (mit einem Minarett der Hamza-Bey-Moschee) namens Ófalu (dt. Altdorf) an der Donau ist Érd mit 60.000 Einwohnern eine der größeren, hinsichtlich der Flächenausdehnung sogar eine der größten Städte Ungarns. Archäologische Funde beweisen, dass die Gegend um Érd bereits vor 50.000 Jahren bewohnt war, die erste Erwähnung der Siedlung Érd stammt aus dem Jahre 1243. Der Name ist entweder auf das ungarische Wort erdo (Wald) oder ér (Bach) zurückzuführen. Nach dem Fall der Burg von Székesfehérvár eroberten die Türken die Stadt im Jahre 1543 und sie war dann fast 150 Jahre ein Teil des Osmanischen Reiches. Zu dieser Zeit war Érd unter dem Namen Hamzabég bekannt, von dem sich auch der deutsche Name Hanselbeck herleitet. Im Jahre 1684 besiegte Karl V. Leopold die Türken Nahe Érd und in der Folge wurde Ungarn von den Türken befreit.
Die Stadt Gyor liegt im westlichen Pannonien, der Kleinen Ungarischen Tiefebene. In der Antike befand sich auf dem Gebiet der Stadt Gyor die römische Siedlung Arrabona. Von Arrabona leitet sich der Name Raab ab. Bistum und Burggrafschaft wurden im 10. Jahrhundert gegründet, das Stadtrecht folgte 1271. Raab war während der Türkenkriege ein letzter Vorposten vor Wien und hatte daher unschätzbare militärische Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurde Raab nach Plänen der italienischen Baumeister Pietro Ferrabosco und Bernardo Gaballio zur Festung ausgebaut. Im Lapidarium von Gyor sind auch Fragmente des Wiener Tores (Bécsi-kapu), ein triumphbogenartiges Renaissanceportal, aufbewahrt, die Kaiserkrone, das königlich ungarische Wappen, allesamt aus dem harten, weißen Kaiserstein aus Kaisersteinbruch. Die Befestigung der Stadt wurde 1564 unter der Obhut von Hermes Schallauzer vollendet. Im Türkenkrieg Rudolfs II. wurde Raab 1592 von den Osmanen erobert, konnte 1598 jedoch durch Adolf von Schwarzenberg zurückerobert werden ein Ereignis, dem eine solche Bedeutung beigemessen wurde, dass im ganzen Reich Raaberkreuze errichtet wurden, die man in kleineren Ortschaften heute noch findet. Nach der Zurückschlagung eines osmanischen Heeres vor Wien im Jahre 1683 erblühte Raab und entwickelte im 19. Jahrhundert Textil- und Maschinenbauindustrie, die bis heute wichtig ist. Dr. Johann Heinrich Mulartz baute 1749 das Krankenhaus in einem Vorort. Der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg war aufgrund der grenznahen Lage am Eisernen Vorhang mühsam. Heute hat Gyor 130.000 Einwohner und 3 Hochschulen und ist der Komitatssitz des Komitats Gyor-Moson-Sopron (Raab-Wieselburg-Ödenburg). Seit Öffnung der Grenzen liegt die Stadt politisch und wirtschaftlich vorteilhaft fast im Schwerpunkt des Städtedreiecks Wien Budapest Bratislava (Preßburg). Die Stadt liegt an der Magistrale für Europa, einem wichtigen transeuropäischen Projekt, mit dem bis zum Jahr 2015 zwischen Paris und Budapest eine Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke realisiert werden soll. Hódmezovásárhely ist eine Stadt im Komitat Csongrád. Sie erstreckt sich auf einer Fläche von 483,22 km² und zählte 2005 48.909 Einwohner. Hódmezovásárhely ist die viertgrößte Stadt in Südungarn. Die deutsche Übersetzung des Namens lautet so viel wie Marktplatz auf dem Biberfeld. Die Stadt liegt etwa 25 km nordöstlich von Szeged. Im deutschsprachigen Raum bekannt wurde die Stadt durch ihren (früheren) Ortsteil Hódmezovásárhelykutasipuszta aus dem Roman Ich denke oft an Piroschka von Hugo Hartung (auch verfilmt von Kurt Hoffmann). Der tatsächliche Name lautete bis 1949 Hódmezovásárhely-Kutaspuszta. Am 1. Januar 1950 wurde das Dorf unter dem Namen Vásárhelykutas eine eigenständige Gemeinde, die wenig später in Székkutas umbenannt wurde. Székkutas liegt etwa 25 km nordöstlich von Hódmezovásárhely an der Bahnstrecke BékéscsabaOrosházaHódmezovásárhely. Seit 2004 gibt es in Székkutas ein Hugo-Hartung-/Piroschka-Museum. Im Zusammenhang mit der lokalen Industrie ist bemerkenswert: In Hódmezovásárhely werden eine Vielzahl von 'Mumin' - Produkten mit den gleichnamigen finnischen Comicfiguren produziert (die allerdings nur in Finnland verkauft werden dürfen). Besonders bekannt ist Hódmezovásárhely in diesem Zusammenhang für die sogenannten 'kleinen Mumins'. Kaposvár ist der Hauptort des Komitats Somogy. Die Stadt liegt am Fluss Kapos und ist ca. 186 Kilometer von Budapest entfernt. Nach einer Legende wurde die Siedlung wie Rom auf sieben Hügeln gegründet. Das Gebiet war schon um 5000 v. Chr. bewohnt, um 400 v. Chr. wurde das Gebiet von keltischen Stämmen in Besitz genommen. Zum ersten Mal erwähnt wurde die Stadt als Kapos in der Stiftungsurkunde des Bischofsamtes in Pécs im Jahr 1009. Mitte des 14. Jahrhunderts erbaute die Familie Rupoly die Burg von Kapos, die als Neuburg bekannt wurde. 1555 eroberten die Osmanen in einer fünftägigen Belagerung die Festung und das Benediktinerkloster. 1686 wurde die Siedlung von der osmanischen Herrschaft befreit. Die Gemeinde erhielt 1703 das Marktrecht und seit 1749 ist die Stadt Sitz des Komitats Somogy. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Stadt durch die wichtige Eisenbahnlinie zwischen Budapest und Zagreb stark weiter und wurde ein wichtiger Industriestandort. Bis zum ersten Weltkrieg war Kaposvár eine Garnisonsstadt der K.u.K. Österreich-Ungarischen Armee. 1914 lag hier das III. Bataillon des Ungarischen Infanterieregiments Nr. 44 Kaposszentjakab, eine Nachbargemeinde, wurde 1950 an die Stadt angeschlossen. 1973 folgten Toponár, Kaposfüred und Töröcske. Im Jahr 1990 wurde die Stadt eine von 23 Städten mit Komitatsrecht. Seit 1993 ist die Stadt ein Bischofssitz. Die Universität Kaposvár wurde im Jahr 2000 gegründet.
Kecskemét ist der Komitatssitz des Komitates Bács-Kiskun und bedeutet so viel wie "Ziegengang". Die Stadt liegt 122 m ü.d.M., ist 86 km von Budapest entfernt, erstreckt sich über 32.136 ha und hat (2001) rund 107.000 Einwohner. Kecskemét war bereits um 3000 v. Chr. besiedelt. Bei Ausgrabungen fanden Archäologen ein Urnenfeld aus der Bronzezeit, weiterhin entdeckte man beim Bau eines Piaristen Gymnasiums avarische Gräber. Als Stadt wird die Gemeinde 1368 erstmals erwähnt. Auch in der Türkenherrschaft blühte die Stadt und genoss das Privileg der Selbstverwaltung. Grundlage des Wohlstandes war die Rinderzucht sowie, darauf aufbauend, der Viehhandel, das Kürschner- und das Kunstschmiedehandwerk. 1710 fiel Kecskemét an Österreich. 1834 befreite sich die Stadt aus eigener Kraft aus der Abhängigkeit der Grundherrn mit ihren Lehnspflichten. Man begann, den auf Gemeindeboden liegenden Großgrundbesitz in Parzellen aufzuteilen und es entstanden in der Puszta viele dauernd bewohnte Einzelhöfe (Tanyas). Um den brach liegenden Sandboden zu binden, wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Millionen von Obstbäumen angepflanzt. Um 1900 lebte bereits die Hälfte der Stadtbevölkerung in solchen Einzelgehöften. Die blühende Landwirtschaft und der seit dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867 einsetzende Aufschwung des Gewerbes ließ ein Großbürgertum entstehen, das um die Jahrhundertwende das Stadtzentrum mit vielen Bauwerken des Jugendstils bereicherte. Am 8. Juli 1911 wurde Kecskemét von einem schweren Erdbeben erschüttert, das große Zerstörungen anrichtete. Kecskemét ist das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum der zwischen Donau und Theiß gelegenen Region. Die Stadt besitzt die Hochschule Kecskemét, eine Fachhochschule mit drei Fakultäten, außerdem ein Wissenschaftliches Institut für die Große Ungarische Tiefebene (Alföldi Tudományos Intézet) und das Musikpädagogische Institut "Zoltán Kodály" (Kodály Zoltán Zenepedagógiai Intézet) Kecskemét liegt nach wie vor inmitten eines intensiv landwirtschaftlich genutzten Gebietes (v.a. Obst-, Gemüse- und Weinbau), dessen Erträge in Kecskemét verarbeitet werden. Deshalb ist die Lebensmittelindustrie der bedeutendste Industriezweig der Stadt. Sie ist die Heimat des berühmten ungarischen Aprikosenschnapses "Barackpálinka". Militärisch gesehen ist Kecskemét eine der wichtigsten Städte Ungarns neben Szolnok und Veszprém, in erster Linie, weil der Luftwaffenstützpunkt Kecskemét im Nordosten der Stadt liegt. Dort wurden NATO-Übungen wie Dragon Nest im Jahr 2004 und 2005 sowie das Ample Train 2003 durchgeführt. Auf dem Flughafen finden jährlich internationale Flugshows statt.
Miskolc der Komitatssitz des Komitats Borsod-Abaúj-Zemplén, liegt im Nordosten von Ungarn. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 181.000, damit ist Miskolc nach Budapest und Debrecen die drittgrößte Stadt Ungarns. Miskolc liegt an den Ostausläufern des Bükk-Gebirges. Die Stadt ist eine von den sieben Regionszentren in Ungarn. Miskolc war schon in den Jungsteinzeit bewohnt; die ältesten archäologischen Fundstücke sind bereits 70.000 Jahre alt. Die ältesten bekannten Bewohner der Gegend waren die Kelten. Anstelle der heutigen Diósgyorer Burg stand schon vor der Einsiedlung der Magyaren eine Festung. Die Stadt bekam ihren Namen von der altungarischen Großfamilie Miskóc, und wurde schon in Anonymus' Chronik, Gesta Hungarorum 1173 so erwähnt ("que nunc uocatur miscoucy"). Die Familie Miskóc verlor diese Gebiete 1312, weil sie in den Kämpfen gegen Karl I. Robert Máté Csák unterstützt haben. Der König erteilte das Land gegen Miskolc der Széchy Familie, unter wessen Führung die Ortschaft sich zur Stadt entwickelte. Miskolc bekam offiziellen stadtlichen Status 1365 von König Ludwig, der auch die Diósgyorer Burg renovieren ließ und die zum Eigentum der Krone ernannte. Die Stadt blieb in königlichen Händen bis 1848. Miskolc entwickelte sich schnell. Im 15. Jahrhundert hatte die Stadt schon 2000 Einwohner, doch diese schnelle Entwicklung verlangsamte während der osmanischen Eroberung. Die Stadt wurde von der türkischen Herrschaft 1687 befreit. 1724 wurde Miskolc zur Komitatszentrum von Borsod ernannt. Die erste Volkszählung fand 1786 statt und ergab, dass die Stadt damals 2414 Häuser und 14.179 Einwohner hatte. Die wichtigsten Gebäude wurden während des 18. und 19. Jahrhunderts erbaut, so das Rathaus, das Komitatshaus, ein Theater oder die Synagoge. Der nach dem ersten Weltkrieg abgeschlossene Vertrag von Trianon löste eine wesentliche Zuwanderungsanzahl aus, als Tausende Flüchtlinge von der neu erstandenen Tschechoslowakei nach Miskolc flohen. Während des zweiten Weltkrieges entwickelte sich die Stadt zu einem industriellen Zentrum. Der erste Luftangriff der Roten Armee erreichte die Stadt am 2. Juni 1944. 1945 wurden Miskolc, Hejocsaba und Diósgyor vereinigt - dadurch erstand das heutige Nagy-Miskolc (Groß-Miskolc). Nach der Wende, in den 1990er Jahren, verlor Miskolc seine wichtige Rolle in der Industrie.
Nagykanizsaist eine Stadt im Komitat Zala. Sie besitzt Komitatsrecht. Nagykanizsa liegt etwa 40 km südwestlich des Balatons und ist etwa 15 km von der kroatischen Grenze entfernt. Der Ort wird 1245 als Kanizsa zum ersten Mal erwähnt. Der Name ist slawischen Ursprungs und bedeutet soviel wie einem Prinzen gehörend (serbokroat. knez, dt. Prinz, Fürst). Tatsächlich gehörten die Ländereien der Gegend damals einem Adligen, 1571 wurde sie von Türken erobert und besiedelt.
Nyíregyháza ist der Komitatssitz des Komitats Szabolcs-Szatmár-Bereg im Nordosten Ungarns. Die Stadt hat ca. 120.000 Einwohner und ist damit die siebengrößte Stadt des Landes. Sie ist die größte ungarische Stadt ohne Universität. Sie liegt nicht weit von der slowakischen, der rumänischen und der ukrainischen Grenze entfernt. In der Nähe befindet sich die früher von vielen Deutschen bewohnte Region Sathmar. In Nyíregyháza gibt es eine römisch-katholische sowie eine evangelische reformierte Kirche, außerdem eine griechisch-katholische Hochschule (im Jahre 1909 errichtet).
Pécs nahe der kroatischen Grenze gelegen, ist mit 160.000 Einwohnern (Stand: 2004) die fünftgrößte Stadt Ungarns und der Komitatssitz des Komitats Baranya. Pécs ist Bischofssitz und Sitz der Universität Pécs sowie Zentrum der Donauschwaben und Heimat von neun ethnischen Minderheiten mit eigenen Selbstverwaltungen. Darüber hinaus ist Pécs Eisenbahnknotenpunkt und Zentrum einer Industrieregion (Kohle, Uran, Leder, Keramik, Bier und Zigaretten sowie Elektronik). Der Bergbau wurde inzwischen stillgelegt und befindet sich in Rekultivierung. Seit Dezember 2003 besitzt Pécs einen Flughafen im südlichen Vorort Pogány mit Landerecht für Flugzeuge bis 40 t Gewicht. Pécs gilt als eine der schönsten Städte Ungarns, seine klimatisch begünstigte Lage am Fuße der Mecsek-Berge und die zahlreichen Baudenkmäler verleihen dem Ort eine ausgesprochen mediterrane Atmosphäre. Am 19. Oktober 2005 gewann die Stadt die nationale Vorausscheidung für den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 und wird nun, wie auch Essen und Istanbul, dieses Kulturhauptstadtjahr ausrichten. Die Universität Pécs bietet das Studium der Humanmedizin und das Studium der Zahnmedizin in deutscher und englischer Sprache an. Englischsprachig wird zusätzlich faculty of musical and visual arts angeboten. Pécs ist eine der ältesten Städte Ungarns und war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort. Zur Zeit der römischen Herrschaft war die Stadt unter dem Namen Sopianae seit dem dritten Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Pannonien. Später hieß es (lat.:)Quinque Ecclesiae (fünf Kirchen), woraus sich ihr späterer deutscher Name Fünfkirchen herleitet. Der Name Pécs leitet sich vermutlich von dem türkischen Wort bes (fünf) ab, da der Name der Stadt erst im Verlauf der knapp 150-jährigen Türkenherrschaft von Sopianae in Pécs geändert wurde. 1367 gründete König Ludwig der Große (Nagy Lajos) die erste ungarische Universität, zur damaligen Zeit eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas. Das universitäre Leben ist rege und international anerkannt. Von 1543 bis 1686 stand Pécs unter türkischer Herrschaft, aus dieser Zeit sind viele Baudenkmäler gut erhalten geblieben und inzwischen renoviert.
Salgótarján ist Komitatssitz von Nógrád und liegt im Norden Ungarns in der Nähe der slowakischen Grenze. Der Name Salgótarján entstand durch die Verschmelzung von Salgó und Tarján. Salgó nennt sich die nahe liegende Burg; salgó heißt auf altungarisch glänzend. Tarján war Fürst der einsiedelnden Magyaren, und der Name selbst bedeutet (altung.) Fürst. Die Ortschaft existierte schon im Mittelalter, es gibt aber kaum Angaben. Vermutlich war die Siedlung damals ein kleines Dorf, beziehungsweise zwei kleine Dörfer, Salgó und Tarján. Die Burg Salgó (über die Sándor Petofi ein Poem schrieb) wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Auch die erste Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die erste Erwähnung war kenyeretlen Tarján (dt. brotloses Tarján). Das ist wahrscheinlich ein Hinweis auf die damaligen ärmlichen Verhältnisse. Im 17. Jahrhundert hatte das Dorf schon 247 Einwohner, doch nach der Belagerung der Burg Fülek 1682 wurden die Siedlungen völlig entvölkert. Tarján blieb zehn Jahren unbewohnt. Die Bewohner kehrten dann nur langsam zurück. Die Ortschaft blieb für lange Zeit ohne Bedeutung. 1850 wurde Braunkohle in der Nähe des Dorfes gefunden. Durch den beginnenden Bergbau wurde die Ortschaft wichtiger und entwickelte sich rasant. Eine Reihe neuer Fabriken und Unternehmen wurden gegründet, so zum Beispiel 1860 die Salgótarjáni Koszénbánya Rt. (Salgótarján Braunkohle AG), die damals eines der bedeutendsten Unternehmen in Ungarn war. Durch den Zusammenschluss zweier Unternehmen entstand 1881 die Rimamurány-Salgótarjáni Vasmu Rt. (Eisenwerk Rimamurány-Salgótarján AG), welche damals das zweitgrößte Unternehmen der Stahlindustrie des Landes war. Durch die neue Fabriken kamen viele Arbeiter in die Stadt. Dadurch haben sich die ethnischen Verhältnisse der Stadt verändert. 1922 wurde Salgótarján zur Stadt erhoben. Der erste Bürgermeister hieß Dr. Kálmán Förster. 1950 zog der Sitz des Komitats Nógrád von Balassagyarmat nach Salgótarján. Noch im selben Jahr wurde Baglyasalja eingemeindet, später ebenso Zagyvapálfalva (1961), Zagyvaróna (1973), Somosko und Somoskoújfalu (1977). Durch ein Referendum am 4. September 2004 in Somoskoújfalú wurde dieser Ort 2006 wieder selbständig. 1994 bekam Salgótarján das Komitatsrecht.
Sopron ist eine Stadt im Westen von Ungarn, südwestlich des Neusiedler Sees. Das Stadtgebiet ragt wie ein Sporn in österreichisches Staatsgebiet und ist auch Korridorstrecke für das österreichische Eisenbahnnetz. Die Stadt hat etwa 55.000 Einwohner und liegt im Komitat Gyor-Moson-Sopron. Sopron hat eine beträchtliche deutschsprachige Minderheit und ist auch offiziell zweisprachig. Die Stadt ist etwa 60 km von Wien und 220 km von Budapest entfernt. Sie ist eine der ältesten Städte des Landes und bildet eine Brücke zwischen Ungarn und seinen westlichen Nachbarn. Sopron ist mit der 1735 gegründeten Westungarischen Universität eine Universitätsstadt. Das Gebiet um Sopron wurde bereits von den Illyrern und den Kelten, die hier den Weinbau einführten, besiedelt. Ein Friedhof mit international bedeutenden Darstellungen auf Urnen machte den Ort in der "archäologischen Welt" bekannt. Die Römer gründeten an der Stelle des heutigen Sopron die Siedlung Scarabantia, einen Handelsplatz an der Bernsteinstraße. Die Erdwälle der römischen Siedlung bildeten in späterer Zeit die Grundlage für die mittelalterlichen Stadtmauern, an der Stelle des römischen Forums liegt heute der Hauptplatz der Stadt. In der Zeit der Völkerwanderung verwaiste die Stadt, bis sie von den eingewanderten ungarischen Stämmen neu besiedelt wurde. 1277 erhielt Sopron den Titel einer Königlichen Freistadt, als es sich der Belagerung durch König Ottokar von Böhmen widersetzte. 1529, während der ersten Wiener Türkenbelagerung, konnte sich die Stadt erfolgreich gegen eine Besetzung durch die osmanischen Truppen wehren, während das Umland von den belagernden Truppen geplündert wurde. Ein Feuer zerstörte im Jahr 1676 weite Teile der Stadt, der Neuaufbau vieler Gebäude erfolgte in den folgenden Jahren im Stile des Barock, wodurch die Altstadt ihre heutige Gestalt erhielt. Im Jahr 1683, unmittelbar vor, aber auch während der zweiten Wiener Türkenbelagerung hatte sich die Stadt Sopron der osmanischen Streitmacht unter Kara Mustafa ergeben und hatte für die Verschonung beträchtliche Tributleistungen zu erbringen. Diese betrafen in hohem Maß Versorgungsgüter und kamen in erster Linie den Belagerern Wiens zu Gute. Nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen (HRR) über die osmanische Streitmacht huldigten die Soproner Stadtväter dem römisch-deutschen Kaiser in Wien und erhielten seine Gnade. Sopron wurde daher nicht wegen Kollaboration bestraft. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt als Hauptstadt des Burgenlandes vorgesehen und wäre bei weitem seine größte Stadt geworden. Nachdem zunächst die österreichische Regierung im Sommer 1920 erfolglos eine Abstimmung gefordert hatte und ungarische Freischärler sich gegen die Landnahme der österreichischen Regierung zur Wehr gesetzt hatten, vereinbarten Österreich und Ungarn im Protokoll von Venedig vom 13. Oktober 1921, eine bindende Volksabstimmung anzusetzen, die im Dezember 1921 mit 65,2 % für Ungarn ausging. Dabei spielte sowohl die massive Manipulation zugunsten Ungarns als auch die Etablierung des Horthy-Regimes eine Rolle, die dem Bürgertum die Angst vor den Roten (Kommunisten) nahm, während sozialdemokratische Wähler eher für Österreich stimmten. Wegen des Ergebnisses der Volksabstimmung wurde der Stadt vom ungarischen Staat der Titel "Civitas Fidelissima" ("die treueste Stadt") verliehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden ansässige deutschsprachige Soproner vertrieben. Man kündigte es in Form eines Schreibens an, in dem stand, dass man sich freuen solle, vom (sprachlichen) "Vaterland" ins "Mutterland" zu kommen. Daraufhin begannen die Ungarn, das Hab und Gut vertriebener Deutschsprachiger zu plündern. Bei Sopron fand am 19. August 1989 das Paneuropäische Picknick statt, bei dem etwa 600 DDR-Bürger über die Grenze nach Österreich flohen. Am Ort dieses historischen Ereignisses werden jährlich Gedenkfeiern veranstaltet. Heutzutage ist Sopron ein aufstrebender Wirtschaftsstandort in Westungarn, der wirtschaftlich schon längst mit dem Nachbarland Österreich verbunden ist. In den 1990er Jahren war die Stadt ein attraktives Einkaufsziel für die Bewohner des Ballungsraumes Wien. Dies brachte der Stadt auch den Kosenamen Shop-ron ein, der der ungarischen Aussprache entspricht. War die exponierte Lage der Stadt zur Zeit des Eisernen Vorhanges ein massiver Nachteil, hat sich dies völlig geändert. Aufgrund ihrer nunmehr günstigen Verkehrslage ist sie allmählich auf dem Weg, sich zu einem wirtschaftlichen Zentrum direkt hinter der Ostgrenze Österreichs zu entwickeln.
Szeged ist eine Großstadt in Ungarn. Sie ist mit rund 164.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Ungarns und liegt an dessen Südgrenze nahe dem Dreiländereck mit Serbien und Rumänien an der Mündung des Flusses Marosch (ungarisch Maros) in die Theiß (ungarisch Tisza). Sie ist der Komitatssitz des Komitats Csongrád. Neben der Intercity-Bahnverbindung ist die Stadt auch über die Autobahn M5 von dem rund 170 km entfernten Budapest zu erreichen. Szeged ist die sonnenreichste Stadt Ungarns. Über 2000 Sonnenstunden pro Jahr haben der Stadt den Beinamen Stadt der Sonnenstrahlen beschert. Szeged liegt in Südungarn und im südlichen Teil der Großen Ungarischen Tiefebene am Unterlauf der Theiß, die etwa 120 km südlich von Szeged auf dem Gebiet Serbiens in der Vojvodina in die Donau mündet. An der östlichen Stadtgrenze mündet der Marosch in die Theiß. Auf dem Stadtgebiet liegen zwei größere und ca. 15 kleine Seen. Die zwei großen Seen (Fehér-tó und Sándorfalvi halastó) befinden sich im Norden des Stadtgebietes. Einige der kleineren Seen sind künstlich angelegt, z. B. für den Kanusport. Die ältesten menschlichen Zeichen stammen von Mammutjägern aus der letzten Eiszeit um 24.000 v.Chr. Damals siedelten sie auch in der Gegend von Szeged und an der Theiß. Allerdings gehen die ersten Funde durch Archäologen erst auf die Jungsteinzeit vor ca. 5.000 v.Chr. zurück. Szeged wurde von den Römern gegründet und trug den Namen Partiscum. Aufgrund von Ausgrabungen wird angenommen, der Hunnenkönig Attila habe hier einen Stützpunkt gehabt. Dank seiner günstigen Lage gab es auf diesem Gebiet schon vor Jahrtausenden menschliche Siedlungen. In der Römerzeit wurde auf den durch das heutige Szeged laufenden Wasser- und Landwegen Salz, Gold und Holz befördert. Die Ungarn haben sich nach der Landnahme im 10. Jahrhundert angesiedelt. Die erste glaubwürdige urkundliche Angabe über die Stadt stammt aus dem Jahre 1183, in dem Szeged (Ciggedin) als Zentrum des ungarischen Salztransportes erwähnt wird. Nachdem Szeged während des Mongolensturms 1241 niedergebrannt worden war, baute man die Stadt wieder auf und befestigte sie mit einer Burg. Unter anderem durch seine Salzproduktion wurde Szeged seit dem 13. Jahrhundert zu einem Handelszentrum. Im Jahre 1247 ernannte König Béla IV. Szeged zu einer Stadt. 1498 wird sie zur Königlichen Stadt erhoben. 1526 wurde sie von den Türken geplündert und niedergebrannt. Die Türkenherrschaft dauerte 143 Jahre und endete 1686, als die Stadt und die Burg von den österreichischen kaiserlichen Heeren zurückerobert wurde. Während des Freiheitskampfes gegen die Habsburger (18481849) fungierte Szeged für kurze Zeit als Hauptstadt des Landes. Ein katastrophales Hochwasser im Jahr 1879 zerstörte die Stadt zu 95 %. Von den rund 6000 Häusern blieben nur 300 von der Überschwemmung verschont. Die Stadt wurde mit internationaler Hilfe wieder aufgebaut, wobei praktisch alles neu geplant und angelegt wurde. Dadurch erklärt sich die Struktur der Straßen der Stadt mit Ringen und strahlenförmigen Wegen. Die Ringstraßen tragen heute die Namen der Städte, die beim Wiederaufbau geholfen haben. Mit seinem einheitlichen, eklektizistischen Stadtbild, den Palästen der Innenstadt sowie den großzügigen Parks und Plätzen erhielt Szeged den Charakter einer modernen europäischen Stadt. Um die Jahrhundertwende begann ein schneller Aufschwung auf allen Gebieten. Handel und Gewerbe blühten auf, Schulen wurden gebaut, neue Ämter und Institutionen etablierten sich. 1921 wurde die Universität Klausenburg, 1923 bzw. 1931 der Bischofssitz des Bistums Csanád aus Temesvár, 1928 die Pädagogische Hochschule Pest nach Szeged verlegt. Der 1913 begonnene, durch den Ersten Weltkrieg unterbrochene Bau des Doms wurde 1930 beendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem hauptsächlich die Brücken zerstört worden waren, begann die erneute Entwicklung der Stadt. In den 1960er Jahren werden zahlreiche neue Wohnungen gebaut, die Lebensmittelindustrie (Salamiherstellung, Paprikaverarbeitung, Konservenindustrie) wurde zum bedeutendsten Industriezweig Szegeds. Heute ist Szeged ein Zentrum der Wirtschaft, Kultur und Wissenschaften. Mit den kürzlich unter einem Dach zusammengeführten Universitäten und Hochschulen sowie vielen Gymnasien unterschiedlicher Spezialisierung gehört sie zu den fünf großen Studienzentren Ungarns. Die Anzahl der Schüler und Studenten kommt der Bevölkerung einer mittelgroßen ungarischen Stadt gleich. Neben seinen im Sommer organisierten Freilichtspielen, internationalen Messen, Ausstellungen und Sportereignissen ist Szeged auch im Kreise der Gastronomie-Liebhaber bekannt. Székesfehérvár ist eine Stadt in Ungarn mit Komitatsrecht und der Komitatssitz des Komitats Fejér. Sie hat 104.500 Einwohner (2002) und wird in Ungarn auch Stadt der Könige genannt, da es neben Buda (für die Könige) die Krönungsstadt der ungarischen Könige war. Im Gebiet der Stadt finden sich schon seit der Neusteinzeit (5. Jahrtausend v. Chr.) Spuren menschlicher Besiedlung. Gräberfelder datieren auch aus der Awarenzeit (9. Jahrhundert n. Chr.). Zur Römerzeit trug die Siedlung den lateinischen Namen Alba Regia, was ihre große Bedeutung widerspiegelt. Weiß enthält als Farbe das Herrschende und Stuhl bezeichnete den Thron. Daraus leitete sich auch der deutsche Name Stuhlweißenburg ab. Die Siedlung und spätere Stadt, zwischen Platten- und Velencer See gelegen, war seit je ein Knotenpunkt wichtiger Handelswege. In diesem Gebiet führten Handelswege durch das Tal des Gebiets Mór und das Gebiet um Veszprém nach Südosten auf die Balkanhalbinsel, nach Nordosten zu einer Donauüberfahrtstelle (dem heutigen Budapest), und schließlich am Ufer des Plattensees entlang in Richtung Italien. Székesfehérvár ist auch heute ein Knotenpunkt Transdanubiens sowohl für den Eisenbahn- als auch den Straßenverkehr. Der Vorläufer der heutigen Stadt wurde von den Ungarn zur Zeit der Landnahme gegründet. Im Jahre 970 wurde die Stadt von Fürst Géza zur ersten ungarischen Hauptstadt erhoben. Nach 972 erbauten sie eine winzige Burg aus Stein, innerhalb dieser den Fürstenpalast und eine Kirche. Sein Sohn Stephan I. (1083 heiliggesprochen) wurde hier 1001 zum ersten König von Ungarn gekrönt. Er erhob die Siedlung zur Stadt und zum weltlichen Sitz seines Königtums, es entwickelte sich die frühe Stadt mit einer großen Basilika (10031038). Hier wurden die Schatzkammer, das Landesarchiv und die Hoheitszeichen des Landes aufbewahrt. Zweimal im Jahr wurden hier die Landtage abgehalten. Bis 1526 wurden 43 ungarische Könige in der königlichen Basilika gekrönt und bis 1540 fünfzehn von ihnen hier bestattet, darunter auch Stephan I. Im 11. Jahrhundert war die Stadt eine wichtige Station bei Wallfahrten ins Heilige Land. Im Laufe des Mittelalters entwickelte sich die Stadt immer weiter, auf den sich aus den Sümpfen hervorhebenden Hügeln entstanden die Vorstädte. Dort siedelten sich Mönchsorden, Handwerker und Händler an. 1222 war die Stadt Schauplatz eines Ereignisses von besonderer Bedeutung. König Andreas II. erließ die sogenannte Goldene Bulle, die erste Verfassung des Landes, die die Privilegien aller Adligen und die Pflichten des Königs ihnen gegenüber bestimmt. Im Frühling 1242 wurde die Stadt von den Mongolen angegriffen, die in ganz Ungarn eingefallen waren. Die plötzliche Schneeschmelze schützte die von einem Sumpfgebiet umgebene Stadt vor dem Einfall der mongolischen Reiter, da diese nicht bis zu den Mauern der Stadt vordringen konnten. In den Urkunden aus dem 13. bis 15. Jahrhundert ist eine Reihe von Palastbauten erwähnt. Das Gesicht der Stadt, die im Mittelalter eine Blütezeit erlebte, wurde ab etwa 1490 in zahlreichen Stichen verewigt. 1526 wurde Ungarn durch die Eroberungsbestrebungen des Osmanischen Reiches in seiner Existenz bedroht. Bei der Schlacht bei Mohács fielen 20.000 Angehörige des Adels und des Klerus. Auch König Ludwig II. fand auf dem Schlachtfeld den Tod. 1541 wurde Buda von den Türken erobert, 1543 fiel auch Székesfehérvár. Seither war die Stadt bis 1688, als die Habsburger die Macht übernahmen, eine türkische Grenzfestung, mit Ausnahme eines einzigen Jahres, als die Stadt 1601 vorübergehend zurückerobert wurde. Der größte Teil der Stadtbevölkerung flüchtete, viele Gebäude wurden zerstört, das städtische Leben kam weitgehend zum Erliegen. Die türkische Besatzungsmacht ließ nur wenige Gebäude errichten. Auch die königliche Basilika ist heute nicht mehr vorhanden. Ab dem Anfang des 18. Jahrhunderts erlebte die Stadt eine neue Blüte. Zu den örtlichen ungarischen und serbischen Einwohnern kamen deutsche und mährische Siedler. 1703 erhielt die Stadt den Rang einer königlichen Freistadt zurück, sie war aber nicht mehr Hauptstadt des Landes. Die späteren Könige aus der Familie der Habsburger hielten die Landtage im nahe gelegenen Pressburg ab, wo sie auch gekrönt wurden, während ihr königlicher Sitz in Wien war. Mitte des 18. Jahrhunderts begannen größere Bautätigkeiten: z. B. das Ordenshaus und die Kirche der Franziskaner, die kirchlichen Bauten der Jesuiten. Öffentliche Gebäude, Barockpaläste und Bürgerhäuser wurden errichtet. Der Entwicklung der Stadt ist auf den Bildern aus den Jahren 1720 bis 1870 gut zu verfolgen. Die überwiegend deutsche Bevölkerung magyarisierte sich allmählich unter dem Einfluss der Reformbestrebungen Anfang des 19. Jahrhunderts. Am 15. März 1848 schlossen sich die Bürgerschaft und die Jugend der Revolution an. Nach der Niederschlagung der Revolution und des darauffolgenden Freiheitskrieges wurde sie im Schatten des mittlerweile stark gewachsenen Budapest eine kaum industrialisierte Agrarstadt. Nach dem Friedensvertrag von Trianon erlebte die Stadt in der Zwischenkriegszeit eine Periode des Aufschwungs. Während der Kriegsvorbereitungen wurden mehrere Großbetriebe gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sich die aggressive Industrialisierung fort. Unter anderem wurden ein Aluminiumwalzwerk und eine Motorradfabrik errichtet. Die 1945 noch 35.000 Einwohner zählende Stadt wuchs bis zum Ende der 1970er Jahre auf 100.000 an. Es entstanden neue Wohnsiedlungen, aber die Innenstadt bewahrte ihren Barockcharakter, und die Gebäude blieben als Kunstdenkmäler erhalten. Die bedeutendsten Barockbauten sind der Dom, das bischöfliche Palais und das Rathaus. Im Laufe der archäologischen Forschungen der vergangenen Jahrzehnte wurden die mittelalterlichen Überreste freigelegt, die fortdauernd restauriert und ausgestellt werden. Im Ruinengarten finden sich unter anderem die Reste der romanischen Basilika und des Mausoleums von König Stephan I. aus dem 11. Jahrhundert und die Reste der spätgotischen Annakapelle aus der Zeit um 1470.
Szekszárd ist eine Stadt in Südungarn mit etwa 36.000 Einwohnern. Sie ist das Verwaltungszentrum des Komitats Tolna, liegt aber an dessen Rand. König Béla I. gründete hier eine Abtei, an deren Ruinen bis heute am ehemaligen Komitatshauses der klassizistische Stil auffällt. Die katholische Kirche im Zopfstil (1805) ist eine der größten einschiffigen Sakralbauten von Mitteleuropa. Die barocke Dreifaltigkeitssäule erinnert an die Pestepidemie von 1738 bis 1740. Nach Szekszárd hat ein über die Grenzen hinaus bekanntes Weinbaugebiet seinen Namen, das von sieben Hügeln umschlossen wird. Aufgrund archäologischer Funde geht man davon aus, dass hier bereits vor 2000 Jahren am Beginn der Römerzeit eine Weinkultur blühte. Die typische Rebe für diese Region ist die Kadarka-Rebe, die aus Dalmatien stammt. Bekannt ist vor allem der Rotwein des Szekszárdi bikavér (Szekszárder Stierblut), der aus drei für diese Region typischen Rebsorten, darunter auch der Kadarka-Rebe, gekeltert wird. Zwischen dem Bach Séd und den mit Weingärten kultivierten Hügeln steht die Einsiedler-Kapelle, die eine alte Wallfahrtsstätte darstellt. Jenseits des Baches steht das Geburtshaus der größten Sohnes der Stadt, des Dichters Mihály Babits. Im Augusz-Haus, wo Franz Liszt oft Gast war, wurde eine Musikschule eingerichtet und nach dem Komponisten benannt. Der Gemencer Wald, der sich im Überschwemmungsgebiet der Donau ausbreitet, ist einer der wichtigsten Naturdenkmäler von Ungarn. Der Wald ist zwar ein wichtiger Jagdgrund des Landes, wurde aber 1996 dem Nationalpark Donau-Drau eingegliedert. Er ist von dem zu Szekszárd gehörenden Touristenzentrum Gemenc zu Fuß zu erreichen, aber auch mit einer Schmalspurbahn, mit Reitpferd, mit eigenen Pferdewagen und auch mit dem Motorboot. Im Museum für Trophäen läuft derzeit eine Ausstellung über "Das Leben im Flutgebiet" zu sehen, die sich mit der Natur des Gemencer Waldes befasst. Szolnok ist der Komitatssitz des Komitats Jász-Nagykun-Szolnok und hat selbst die Rechte eines Komitats. Es hat (Stand 2001) 75.712 Einwohner, von denen sich 33.100 als katholisch deklarieren und 35.589 konfessionslos sind Szolnok liegt im Zentrum des Komitats an der Mündung der Zagyva in die Theiß und erstreckt sich über 18.723 ha. Um 1030 wird in Szolnok die Burg des Komitatschefs gebaut und nach dessen Namen Zounok benannt. Der Name der Stadt wird 1075 zum ersten Mal erwähnt. Von 1552 bis 1685 befand sich die Stadt unter türkischer Herrschaft. In der Folge entwickelte sich die Stadt dank dem mit Flößen durchgeführten Salztransport auf der Theiß zu einem Handelszentrum für Salz und Holzverarbeitung. Im 19. Jahrhundert wurde die Verkehrsinfrastruktur systematisch verbessert durch die Theißregulation und den Eisenbahnbau (Linie PestSzolnok 1843 eröffnet). Im Jahr 1881 hatte Szolnok 18.247 ungarische Einwohner, die Ackerbau, Gewerbe, Fischerei und Handel mit Obst, Bauholz etc. trieben. Aus Szolnok stammten die Vorfahren des Komponisten Joseph Haydn, die später ins Burgenland auswanderten. Seit 1902 beherbergt Szolnok eine florierende Künstlerkolonie. Bis zum ersten Weltkrieg war die Stadt eine Garnison der Österreich-Ungarischen Armee. Hier lag 1914 das I. Bataillon des Ungarischen Infanterie Regiments "Freiherr von Reicher" Nr. 68.
Szombathely ist eine Stadt in Westungarn in der Nähe der Grenze zu Österreich und Komitatssitz des Komitats Vas. Auf einer Fläche von 9.752 ha hatte die Stadt 1880 17.055 und 2001 79.753 Einwohner. Szombathely wurde 43 n. Chr. als Colonia Claudia Savaria von den Römern gegründet und hieß später Sabaria. Es handelte sich um die älteste römische Stadtgründung auf dem heutigen ungarischen Staatsgebiet. Die Stadt war ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in der Provinz Pannonien und wurde von verschiedenen Kaisern mehrfach besucht. Im Jahr 303 wurde im Rahmen der Christenverfolgung Quirinus, der Bischof von Siscia hingerichtet. 316/317 kommt der heilige Martin von Tours in Sabaria zur Welt. Im 5. Jahrhundert wurde die Stadt nach und nach von ihren Bewohnern (vor allem Ostgoten) verlassen, die in sicherere Regionen des römischen Reichs zogen. Zudem wurde die Stadt am 7. September 456 durch ein Erdbeben stark zerstört. 791 tauchte der Name Sabaria wieder in den Chroniken auf. Karl der Große suchte die Stadt auf seinem Feldzug gegen die Awaren auf. Stein am Anger, wie die Stadt früher in der deutschen Sprache bezeichnet wurde, gehörte ab dem 13. Jahrhundert den Bischöfen von Gyor. 1407 erhielt sie einen Privilegbrief und damit das Stadtrecht. Ende des 16. Jahrhunderts stieg die Stadt zum Komitatssitz auf. 1605 wurde Szombathely vom Heiduckenkapitän Gergely Nemethy geplündert. Am 3. Mai 1716 wurde die Stadt durch eine Feuersbrunst teilweise zerstört. Am 4. März 1945 bombardierten britische Kampfflugzeuge die Stadt. Etwa 300 Menschen kamen dabei ums Leben. Im Jahre 2000 wurde in Szombathely eine Tradition aus den 1960er Jahren wiederbelebt der Historische Karneval, der in der Regel am vorletzten Wochenende im August stattfindet. Diese Veranstaltung hat sich mittlerweile als eine touristische Attraktion weit über die Grenzen Ungarns hinaus etabliert.
Tatabánya ist eine 70.541 Einwohner (Stand: 2007) zählende Stadt und Sitz des Komitats Komárom-Esztergom im Nordwesten Ungarns. Die Stadt liegt 52 km westlich von Budapest. Durch ihre Lage ist sie ein Verkehrsknotenpunkt. Die Autobahn M1 (E60, E75) WienBudapest berührt, die Eisenbahnlinie WienBudapest führt durch die Stadt. Nicht nur aus der Urzeit sind hier Spuren von Menschen zu finden, auch die Völker der Kelten, Römer, Goten und Langobarden waren hier einst ansässig. Überreste aus der Zeit der Hunnen um ca. 900 n. Chr. wurden hier ebenfalls entdeckt. Bis in die Zeit um 1700 war die Gegend infolge der Türkenkriege kaum bewohnt. Ab 1727 gehörte das Land dem Grafen József Eszterházy, der 1733 Siedler aus dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation ins Land rief. Die drei historischen Vorgängersiedlungen der Stadt sind Untergalla (Alsógalla), Obergalla (Felsogalla) und Bánhida. Untergalla wurde ab 1733, Obergalla ab 1735 von den angesiedelten Deutschen aufgebaut. Nach den Erschließungen der Bergwerke nach 1900 entstand eine Bergbaukolonie und später die Gemeinde Tatabánya. Am 10. Oktober 1947 wurden die vier Gemeinden Obergalla, Untergalla, Bánhida und Tatabánya zur Stadt Tatabánya vereinigt. Der frühere Stadtteil Partizántelep (deutsch Partisanensiedlung) wurde um 1940 für die Bergleute erbaut und bestand bis in die 1970er Jahre. Der Industriecharakter der Stadt dominierte bis zur politischen Wende Ungarns. Seitdem ist die Bedeutung der Schwerindustrie und des Bergbaus deutlich zurückgegangen, und die Wirtschaftsstruktur der Stadt hat sich verändert.
Veszprém ist eine der ältesten ungarischen Städte. Neben Székesfehérvár und Esztergom war Veszprém eine der bedeutendsten Städte Ungarns im Mittelalter. Veszprém hat heute über 60.000 Einwohner und ist der Komitatssitz des Komitats Veszprém. Es ist wegen seines attraktiven Stadtbilds und der Nähe des Plattensees ein beliebtes Fremdenverkehrszentrum sowie eine bedeutende Universitätsstadt. Veszprém befindet sich nördlich des Balatons auf Hügeln und in Tälern, die den Bach Séd umgeben. Die Stadt wurde nach der Überlieferung auf fünf Bergen erbaut: Várhegy (Burgberg), Jeruzsálemhegy (Jerusalemberg), Temetohegy (Friedhofberg), Kálvária-hegy (Kreuzwegberg) und Cserhát. Die Stadt liegt am Schnittpunkt dreier ungarischer Landschaften: Sie grenzt im Norden an den Bakonywald, im Süden an das Plattensee-Hochland (Balaton-felvidék) und im Osten an die Große Ungarische Tiefebene. Diese zentrale Lage förderte die Entwicklung von Veszprém in großem Maße. Auf dem Gebiet von Veszprém gab es schon im 5. Jahrtausend v. Chr. eine neolithische Siedlung, deren Freilegung vor kurzem beendet wurde. Zur Zeit der Landnahme ging Veszprém wo vermutlich eine ehemalige (fränkische oder awarische) Festung auf dem Burgberg bestand in den Besitz des Hauses Árpád über. Im Jahr 1009 wurde von Fürst Géza, dem Vater des Staatsgründers Stephan I., eines der ältesten Bistümer Ungarns, das Bistum Veszprém (seit 1993 Erzbistum) gegründet. Der Sankt-Michael-Dom ist die älteste (erz-)bischöfliche Kathedrale Ungarns. Er wurde von der Frau des heiligen Königs Stephan I. begründet, der seligen Gisela, einer bayerischen Prinzessin aus Passau. In der Kathedrale findet man den Thronstuhl der ungarischen Königinnen (deren Krone wird in der ungarischen Schatzkammer aufbewahrt) und eine Reliquie von Gisela. Im Kloster unterhalb der Burg wuchs Margarete auf, die Tochter des Königs Béla IV. Später lebte und starb sie im Kloster auf der Margareteninsel (Budapest) und gab so der Insel ihren heutigen Namen. Die Bischöfe von Veszprém haben die Stadt über die Jahrhunderte zu einer Festung ausgebaut. 1276 wurde die Stadt durch das Heer des Palatins Péter Csák und 1380 durch einen Brand zerstört, aber nach diesen Ereignissen wurde die Stadt wieder aufgebaut. Im Jahr 1552 eroberten die Türken Veszprém und plünderten und mordeten in der Stadt. Danach verlor die einstmals blühende Renaissance-Stadt zeitweilig ihre Bedeutung. Nach 1702 wurden Teile der Festung wieder errichtet. Im 18. Jahrhundert und Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt in österreichischer Hand zum Barock, und wurde dank ihres Getreidemarkts Handelszentrum Mitteltransdanubiens. Die Einwohnerzahl stieg von 2.500 auf 14.000. Die Mehrheit der Gebäude der Burg wurde in diesem Zeitraum erbaut. Teile der Stadt wurden bei einem Erdbeben 1810 zerstört. Das zünftige Handwerk und der Getreidemarkt versanken Ende des 19. Jahrhunderts in der Bedeutungslosigkeit, weil die Stadtväter verhinderten, dass die 1872 erbaute Eisenbahnlinie zwischen Székesfehérvár und Szombathely durch Veszprém geführt wurde. Die Bevölkerungszahl stagnierte seither. Während der K.u.k. Monarchie war Veszprém eine von vielen Garnisonsstädten und 1914 die Heimat des K.u. Veszprémer Honvéd-Infanterieregiments Nr. 31 (Veszprémi 31. honvéd gyalogezred). Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der geschichtsträchtigen Stadt erneut zerstört. Die Pannonische Universität Veszprém gilt heute mit ihren fünf Fakultäten (Philosophische, Ingenieurwissenschaftliche, Wirtschaftswissenschaftliche, Landwirtschaftswissenschaftliche und Informatik-) - zusammen mit der Akademie-Filiale Veszprém (VEAB) der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA) - als das akademische Zentrum Mittel-, Nord- und Westtransdanubiens. Zu der Universität gehört seit einigen Jahren auch das Georgikon in Keszthely, die älteste Agrarwissenschaftliche Fakultät Europas.
Zalaegerszeg ist eine Stadt mit Komitatsrecht und zugleich Verwaltungssitz des Komitats Zala. Sie hatte 2001 etwa 62.000 Einwohner und liegt am Fluss Zala. Die Stadt ist ungefähr 210 km von Budapest entfernt. Aufgrund archäologischer Funde (der ältesten im Komitat Zala) kann man davon ausgehen, dass die Gegend bereits in der ausgehenden Altsteinzeit besiedelt war. Später siedelten sich Kelten in der Gegend an. Die Stadt selbst wurde erstmals im Jahre 1247 als Egerscug urkundlich erwähnt. 1293 hatte sich der Name bereits in Egerszeg gewandelt. Die Stadt wurde Kirchenbesitz, als König Béla IV. die Stadt der Diözese von Veszprem im Jahre 1266 schenkte. Da die Entfernung bis Veszprem allerdings für damalige Verhältnisse sehr weit war, kamen die Steuern nur selten in Veszprem an, sondern landeten oft in den Kassen lokaler Fürsten wie der Familie Köszegi. Im 14. Jahrhundert war die Stadt bereits die größte der Gegend. Zwischen 1368 und 1389 wechselte der Besitz für eine kurze Zeit und sie kam unter königliche Verwaltung. König Sigismund schenkte die Stadt dann allerdings der Kanizsai Familie, die sie später gegen eine andere wieder an den Bischof von Veszprem eintauschte. Dort blieb sie bis 1848 in Kirchenbesitz. Die erste Steinkirche wurde in der Stadt im Jahre 1381 erbaut. Im Jahre 1421 bekam die Stadt das Marktrecht, was u. a. auch bedeutete, dass die Einwohner nur einmal im Jahr Steuern zahlen mussten und ihre eigenen Richter wählen durften. Die Stadt wuchs stetig und im 16. Jahrhundert war sie das eigentliche Zentrum des Komitats Zala. Diese Entwicklung kam allerdings dadurch zum Stillstand, dass aufgrund königlicher Schwäche die einzelnen Adelshäuser immer mehr Macht bekamen und versuchten, durch Überfälle die Stadt in ihren Besitz zu bringen. Außerdem begannen die Türken nach der Schlacht von Mohács (1526) Ungarn zu besetzen. Ab 1568 wurde die Stadt befestigt und eine Burg wurde gebaut. Der erste erfolglose Überfall der Türken auf die Stadt fand in den 1570er Jahren statt. Nachdem die Türken die Nachbarstadt Kaniza erobert hatten, wuchs die strategische Bedeutung der Stadt immer mehr. Im Jahre 1616 wurde die Burg bei einem Angriff der Türken schwer beschädigt und im Jahre 1664 eroberten sie die Burg sogar für eine kurze Zeit. Die Bevölkerung litt in dieser Zeit nicht nur durch den Krieg, sondern auch durch Seuchen und hohe Steuern. Obwohl Egerszeg nur eine Grenzstadt des Komitats war, wurde sie im 18. Jahrhundert zur Hauptstadt gemacht. Die Komitatsversammlungen wurden sowieso schon in der Stadt abgehalten, weil die Stadt für so bedeutend gehalten wurde und diese außerdem keinem Fürsten unterstand wie die anderen Städte des Komitats. Die Versammlungshalle wurde in den Jahren 1730 1732 im Barockstil erbaut und war für lange Zeit das einzige repräsentative Gebäude der Stadt. In den 1760er Jahren kam eine große Kirche und eine Kaserne dazu. Da die Stadt selbst großteils aus Holzhäusern bestand, kam es immer wieder zu verheerenden Feuern, die die Stadt zerstörten. Dies endete erst, als 1826 die Stadt mit Steinhäusern wiederaufgebaut wurde. Bis ins frühe 19. Jahrhundert gab es kaum Handwerker und Kaufleute in der Stadt, da sie Steuern an den Bischof hätten zahlen müssen. In den 1830er Jahren gab es 10% Juden unter der Bevölkerung, während der vorherrschende Glaube katholisch war. Aber auch die hauptsächlich kaufmännisch ausgerichteten Juden gaben der Wirtschaft der Stadt keinen Schub. Trotz ihrer administrativen Stellung im Land spielte die Stadt somit wirtschaftlich und kulturell keine Rolle. Dies spiegelt sich auch darin wider, das trotz einer Einwohnerzahl von 3500 nur zwei Grundschulen existierten. Die Kulturzentren der Gegend waren Kanizsa und Keszthely. Im Freiheitskampf der Jahre 1848/1849 spielte die Stadt nur eine untergeordnete Rolle. 1870 verlor sie sogar ihren Stadtstatus und wurde wieder Dorf. Den Stadtstatus erlangte sie allerdings im Jahre 1885 wieder zurück und 1887 wurde das Dorf Ola eingemeindet. 1890 wurde Zalaegerszeg an die Eisenbahnlinie von Ukk nach Csaktornya angeschlossen. In den folgenden Jahren wurden eine Vielzahl von öffentlichen Gebäuden errichtet, wie ein Rathaus, ein Hotel sowie ein Kindergarten und eine Ziegelei, was aber die Stadtkassen derart leerte, dass der damalige Bürgermeister Karóly Kovács zurücktreten musste. Sein Nachfolger Lajos Botfy konnte die Schuldenlast senken und die Stadtentwicklung vorantreiben. Der wirtschaftliche Aufschwung begann eigentlich erst in den 1920er Jahren, als das neue Postamt, der Bahnhof, die Feuerwehrstation, das Polizeipräsidium sowie das Kloster von Notre Dame und eine Synagoge im Barockstil gebaut wurden. Ein dunkles Kapitel in der Stadtgeschichte stellt während des Zweiten Weltkriegs die Deportation von 1221 Juden nach Auschwitz dar. Am 28. März 1945 wurde die Stadt durch die Rote Armee von den Nazis befreit. Bei der ersten Wahl im Jahre 1949 bekamen die Kommunisten zwar nur 10% der Stimmen, regierten aber trotzdem die Stadt. In den 1950ern bekam die Stadt immer mehr industriellen Charakter. Eine Textilfabrik wurde gegründet und es wurden Ölvorkommen im Jahre 1952 entdeckt. Da immer mehr Pendler aus den umliegenden Dörfern zur Arbeit in die Stadt fahren mussten, wurde die Eisenbahnlinie ausgebaut. Da in der Stadt Wohnungsknappheit herrschte, wurden Systemgegner von der Regierung dazu gezwungen, die Stadt zu verlassen und sich woanders niederzulassen. Am 26. Oktober 1956 nahmen auch die Einwohner von Zalaegerszeg an der Revolution teil. Die kommunistische Stadtführung floh nach Körmend und bis zum Eintreffen der Sowjetarmee (am 4. November) regierte ein Revolutionskomitee. In den 1960er und 1970er Jahren kam es zu einem enormen Bevölkerungszuwachs durch starke Wohnungsbautätigkeit. Die Stadtgrenzen wurden ausgeweitet und die Dörfer Csacsbozsok, Botfa, Zalabesenyö, Bazita, Andrashida und Pozva eingemeindet. Nach dem Ende der sozialistischen Herrschaft wurde Zalaegerszeg nicht wie andere Städte von der wirtschaftlichen Rezession getroffen, sondern entwickelte sich in den 1990er Jahren ständig weiter. |
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