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Komitate Bács-Kiskun
Bács-Kiskun Verwaltungsbezirk in Südungarn. Es grenzt an Serbien sowie an die Komitate Baranya, Tolna, Fejér, Pest, Jász-Nagykun-Szolnok und Csongrád. Es hat eine Fläche von 8.445 km˛ und (2001) 541.430 Einwohner. Der Komitatssitz ist Kecskemét, andere wichtige Städte sind Kiskunfélegyháza, Kiskunhalas, Kalocsa und Baja. Die Gegend hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene. Im Westen wird das Komitat von der Donau begrenzt und erreicht im Osten die Theiß. Der Name Kiskun (Kleinkumanien) geht auf das Turkvolk der Kumanen zurück, die um 1240 nach den Mongolenstürmen hier angesiedelt wurden. Der Südteil des Komitats hat Anteil an der Landschaft Batschka, die größtenteils in der Vojvodina liegt. Das Komitat wurde erst im Zuge der großen Komitatsreform 1950 aus dem ungarischen Teil der Batschka (ehemaliges Komitat Bács-Bodrog) und dem Südteil des großen Komitats Pest-Pilis-Solt-Kiskun gebildet.
Baranya ist das südlichste Komitat in Ungarn. Es grenzt an Kroatien sowie an die Komitate Somogy, Tolna und Bács-Kiskun. Der Komitatssitz ist Pécs (Fünfkirchen). Die Stadt besteht als Sopianae schon seit der Römerzeit und gehört seit 2000 zum Weltkulturerbe. Nahe der jetzigen gotischen Kathedrale wurde am Mons Sacrum ein Friedhof der Urchristen gefunden; bemerkenswert auch die 2-geschossige Péter-Pál-Grabkammer mit Krügen und alt-biblischen Gemälden wie dem Garten Eden. Andere historisch bedeutende Städte sind Mohács und Pécsvárad. International bekannt sind ferner das Heilbad in Harkány und das Weinbaugebiet Villány-Siklós. Die Verkehrsverbindungen sind relativ gut, fast alle Städte verfügen über einen Bahnhof. Die Hauptstraßen von und nach Pécs sind passabel (z. B. die B6 und B57); auf manchen Straßen im Raum Mecsek sind allerdings unfallgefährliche Straßenabschnitte ausgeschildert. Auf den Nebenstraßen ist der Verkehr sehr gering. Ungarns Süden und sein warmes Klima wird bisweilen mit den Hügeln der Toskana verglichen mediterrane Pflanzen und warmer Wind, Kultur und alte Burgen, kräftiger Rotwein, Feigen und Edelkastanien. Das Komitat ist auch reich an Thermalbädern und Mineralwässern und weist in den Bergen Karsterscheinungen auf. Die Drau bildet die Südgrenze des Komitats, und im Osten fließt die Donau. Ein kleines Gebiet zwischen Donau und Draumündung gehörte vor 1921 noch zum Komitat und jetzt zu Kroatien (Gespanschaft Osijek-Baranja). Die Gegend, in der auch Akazien wachsen, wird von der Hügel- bzw. Bergkette des Mecsek durchzogen. Auf vielen Kirchtürmen befinden sich Storchennester. Die Bergregionen (höchster Gipfel ist der Zengo mit 684 m) sind großteils mit Laubwald bedeckt. Besonders erwähnenswert sind mehrere ausgedehnte, fast reine Edelkastanien-Wälder, die in dieser Form nur noch an wenigen anderen Orten der Welt zu finden sind (z. B. an den Südhängen des Günser Gebirges in Österreich).
Békés ist ein Komitat in Südostungarn. Es grenzt an Rumänien sowie an die Komitate Csongrád, Jász-Nagykun-Szolnok und Hajdú-Bihar. Es hat eine Fläche von 5.631 km˛ und (2001) 399.302 Einwohner. Der Komitatssitz ist Békéscsaba, andere wichtige Städte sind Békés, Orosháza, Szarvas und Gyula. Das Gebiet ist flach und hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene. Hauptfluss ist die Körös (Kreisch). Das Komitat in seiner heutigen Form entstand im Zuge der Komitatsreform 1950, seinen Namen bekam es von einem vorher unter dem gleichen Namen aber in kleineren Grenzen existierenden Komitat. Borsod-Abaúj-Zemplén
Borsod-Abaúj-Zemplén ist ein Komitat in Nordostungarn. Es grenzt im Norden an die Slowakei sowie an die Komitate Nógrád, Heves, Jász-Nagykun-Szolnok, Hajdú-Bihar und Szabolcs-Szatmár-Bereg. Es hat eine Fläche von 7.247 km˛ und (2001) 750.882 Einwohner. Der Komitatssitz ist Miskolc, andere wichtige Orte sind Sátoraljaújhely, Ózd, Tiszaújváros sowie die Weinstadt Tokaj mit dem Tokajer Weingebiet. Das Gebiet ist hügelig und im Westen vor allem vom Bükk-Gebirge geprägt. Nach Südosten zur Theiß hin wird die Landschaft flacher. Nebenflüsse der Theiß sind Sajó und Bodrog. Nordöstlich des Komitats schließt sich in der Slowakei die Landschaft Zemplín an, die den slowakischen Teil des alten Komitat Zemplén ausmacht.
Csongrádist grenzt an Serbien (Vojvodina) und Rumänien sowie an die Komitate Bács-Kiskun, Jász-Nagykun-Szolnok und Békés. Es hat eine Fläche von 4.263 km˛ und (2001) 418.574 Einwohner. Der Komitatssitz ist Szeged, andere wichtige Städte sind Csongrád, Szentes, Hódmezovásárhely und Makó. Die Gegend ist Teil der Großen Ungarischen Tiefebene und wird von der Theiß durchflossen, in die der Maros mündet. Westlich der Theiß befinden sich zahlreiche Sümpfe.
Fejér (deutsch Weißenburg) liegt im nördlichen Zentralungarn, westlich der Donau. Es grenzt an die Komitate Pest, Bács-Kiskun, Tolna, Somogy, Veszprém und Komárom-Esztergom. Die Fläche beträgt 4.359 km˛, und die Einwohnerzahl betrug (Volkszählung 2001) 434.317. Das Gebiet ist flach und hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene. Der Komitatssitz ist die alte ungarische Krönungsstadt Székesfehérvár (Stuhlweißenburg). Eine weitere wichtige Stadt ist Dunaújváros. Gyor-Moson-Sopron
Das Komitat Gyor-Moson-Sopron (deutsche Entsprechung: Raab-Wieselburg-Ödenburg) hat eine Fläche von 4.089 km˛ und 491.000 Einwohner. Es grenzt an Österreich, die Slowakei sowie an die Komitate Vas, Veszprém und Komárom-Esztergom. Der Komitatssitz ist Gyor (Raab), andere wichtige Städte sind Sopron (Ödenburg) und Mosonmagyaróvár (Wieselburg-Ungarisch Altenburg). Das Komitat in seiner aktuellen Ausdehnung ist ein Resultat der Gebietsverluste Ungarns durch den Vertrag von Trianon 1920. 1923 entstand vorerst aus den bei Ungarn verbliebenen Resten der Komitate Gyor, Moson und Pozsony das Komitat Gyor, Moson és Pozsony, das 1945 in Gyor-Moson umbenannt wurde. 1950 kam noch das ebenfalls seit 1920 stark verkleinerte Komitat Sopron dazu. Das Gebiet hieß nun Gyor-Sopron; am 1. Oktober 1990 erhielt es schließlich den heute gültigen Namen. Das Land ist Teil der Kleinen Ungarischen Tiefebene und hat Steppencharakter. Wichtigster Fluss ist die Raab (ungarisch Rába), die bei Gyor in die Donau mündet. Bei Sopron, wo das Land wie ein Zipfel nach Österreich hineinragt, hat es Anteil am Neusiedler See. Südlich des Neusiedler Sees liegt der Hanság (dt. Waasen oder Wasen), ein Feuchtgebiet mit zahlreichen seltenen Vogelarten. Ein Teil der Naturlandschaften des Komitates steht unter Schutz (4 Gebiete, über 400 km˛). Der Nationalpark Ferto-Hanság (Nationalpark Neusiedler See, 19.735 ha) grenzt an den gleichnamigen Teil Österreichs und wird gemeinsam betrieben. In den Flusstälern laufen die alten Verkehrswege und ein dichtes Eisenbahnnetz. Der Fernverkehrsabschnitt HegyeshalomBudapest wurde für eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h ausgebaut). Eine wichtige Sehenswürdigkeit ist auch das Schloss Esterházy in Fertod. Hajdú-Bihar
Hajdú-Bihar grenzt im Osten an Rumänien sowie an die Komitate Békés, Jász-Nagykun-Szolnok, Borsod-Abaúj-Zemplén und Szabolcs-Szatmár-Bereg. Es hat eine Fläche von 6.211 km˛ und (2001) 544.582 Einwohner. Der Komitatssitz ist Debrecen. Die Gegend ist flach und hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene. Im Westen erreicht das Komitat die Theiß. Hajdú ist das traditionelle Komitat der Heiducken, die hier um 1605 von Stephan Bocskai als Grenzwehr gegen die Osmanen angesiedelt wurden. Er wurde nach dem Vertrag von Trianon 1920 mit den Resten des Komitats Bihar vereinigt, dessen größter Teil seit damals zu Rumänien gehört und dort den Bezirk Bihor bildet.
Das Komitat Heves grenzt an die Komitate Nógrád, Borsod-Abaúj-Zemplén, Jász-Nagykun-Szolnok und Pest. Es hat eine Fläche von 3.637 km˛ und 325.132 Einwohner (2001). Der Komitatssitz ist Eger (Erlau), andere wichtige Städte sind Heves, Gyöngyös und Hatvan. Im Norden geht die Landschaft in das Karpatenvorland (mit der Mátra) über, während der größte Teil des Landes Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene hat. Im Südosten grenzt das Land an die Theiß. Die Gegend ist bekannt für ihren Weinbau, besonders um die Stadt Eger (Weinsorte Egri Bikavér, Erlauer Stierblut). Jász-Nagykun-Szolnok
Jász-Nagykun-Szolnok grenzt an die Komitat Pest, Heves, Hajdú-Bihar, Békés, Csongrád und Bács-Kiskun. Es hat eine Fläche von 5.582 km˛ und (2001) 417.008 Einwohner. Der Komitatssitz ist Szolnok. Die Gegend ist flach und hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene. Durch das Komitat fließt die Theiß, in die der Zagyva mündet. Das kun in Nagykun (Großkumanien) geht auf den ungarischen Namen des Turkvolks der Kumanen zurück, die um 1240 von den Mongolen besiegt und hier angesiedelt wurden. Der Name Jász geht auf den ungarischen Namen der pannonischen Jazygen zurück. Komárom-Esztergom
Komárom-Esztergom hat eine Fläche von 2.265 km˛ und 316.590 Einwohner. Es ist nach den Städten Komárom und Esztergom benannt und durch Vereinigung ihrer Komitate entstanden, Der Komitatssitz ist jedoch Tatabánya. Im Norden grenzt es an die Slowakei. Seine Nachbarkomitate sind Pest, Fejér, Veszprém und Gyor-Moson-Sopron. Die Donau bildet die Nordgrenze. Am nordöstlichsten Punkt des Komitats befindet sich das Donauknie, wo sich die Donau scharf nach Süden wendet.
Nógrád grenzt an die Slowakei sowie an die Komitate Pest, Heves und Borsod-Abaúj-Zemplén. Es hat eine Fläche von 2.544 km˛ und (2001) 221.642 Einwohner. Der Komitatssitz ist Salgótarján. Der Name Nógrád ist slawischer Herkunft. Er ist auf das slawische Novigrad (von Novi grad) zurückzuführen, was im Deutschen Neuburg oder Neustadt, auf Ungarisch Újvár bedeutet. Wahrscheinlich ist, dass die erste Bedeutung Neuburg war, da in der Regel zuerst die Burgen, dann die Orte um sie herum entstanden. Zunächst gab es eine Burg dieses Namens, die Burg Nógrád, die auf einem 286 Meter hohen Burgberg errichtet wurde. Nach dieser wurde dann der um sie herum liegende Ort benannt, nach diesem schließlich dann das ganze Komitat. Das Gebiet ist hügelig und wird vom Nördlichen Ungarischen Mittelgebirge durchzogen, einem Ausläufer der Karpaten. Die Grenze zur Slowakei bildet über eine weite Strecke der Eipel (ung. Ipoly). Das Komitat ging aus dem gleichnamigen Komitat (auf Deutsch oft auch Neograd/Neuburg genannt) nach dem Zerfall des Königreichs Ungarn 1918 hervor und wurde damals mit dem ungarischen Teil des Komitats Hont zum Komitat Nógrád-Hont vereinigt. Nach der Abtretung der Südslowakei als Ergebnis des ersten Wiener Schiedsspruchs 1939 wurde der seit 1918 slowakische Teil des Komitats bis 1945 wieder an den ungarischen Teil angeschlossen. Seit 1950 besteht das Komitat in seiner heutigen Form, nachdem ein kleiner Teil des ehemaligen Komitates Hont zum ungarischen Teil des Komitates hinzugekommen war.
Das Komitat Pest ist ein Verwaltungsbezirk in Zentralungarn, rund um die Hauptstadt Budapest, der einem Komitat gleichgestellt ist. Es ist 6.394 km˛ groß und hat 1.083.000 Einwohner. Es grenzt im Norden an die Slowakei sowie an die Komitate Nógrád, Heves, Jász-Nagykun-Szolnok, Bács-Kiskun, Fejér und Komárom-Esztergom. Die Komitatsverwaltung befindet sich in Budapest. Das Land ist als Teil der Großen Ungarischen Tiefebene größtenteils Flachland, nur der Norden und Westen sind hügelig. Das Komitat wird von der Donau durchflossen, die bei Vác (deutsch Waitzen) einen scharfen Knick nach Süden macht (Donauknie mit der Stadt Szentendre). In der Nähe liegt auch die historisch bedeutsame Stadt Visegrád mit der Nachbarstadt Nagymaros, bei der in den frühen 1990er Jahren des 20. Jahrhunderts ein Kraftwerksprojekt verhindert werden konnte. Östlich von Budapest befindet sich die ehemalige königliche Sommerresidenz Gödöllo mit dem Hungaroring.
Somogy (deutsch Schomodei) grenzt an Kroatien sowie an die Komitate Zala, Veszprém, Fejér, Tolna und Baranya. Es hat eine Fläche von 6.036 km˛ und (2001) 331.976 Einwohner. Der Komitatssitz ist Kaposvár. Die Gegend ist größtenteils hügelig. Die Südgrenze zu Kroatien bildet die Drau, die der einzig nennenswerte Fluss ist. Im Norden grenzt das Komitat an den Plattensee. Szabolcs-Szatmár-Bereg
Szabolcs-Szatmár-Bereg grenzt an Rumänien und die Ukraine sowie an die Komitate Hajdú-Bihar und Borsod-Abaúj-Zemplén. Es hat eine Fläche von 5.936 km˛ und (2001) 586.158 Einwohner. Der Komitatssitz ist Nyíregyháza. Die Gegend ist flach und hat Anteil an der Großen Ungarischen Tiefebene (Puszta). Sie wird von der Theiß durchflossen, die im Komitat einen scharfen Schwenk von Nordwesten nach Süden macht. Das Komitat entstand aus der Vereinigung des Komitats Szabolcs mit den Resten der Komitate Szatmár (dessen Hauptteil im Bezirk Satu Mare in Rumänien liegt) und Bereg (dessen ehemalige Hauptstadt Beregszász (heute Berehowe) in der Ukraine liegt und die Gegend um Mukatschewe in der Oblast Transkarpatien bildet).
Tolna (deutsch Tolnau) grenzt an die Komitate Fejér, Bács-Kiskun, Baranya und Somogy. Es hat eine Fläche von 3.703 km˛ und (2001) 253.038 Einwohner. Der Komitatssitz ist Szekszárd, andere Städte sind Tolna und Paks, wo ein umstrittenes Kernkraftwerk steht. Die Gegend ist hügelig und wird von den nördlichen Ausläufern des Mecsek-Gebirges durchzogen. Zur Donau hin, die die Ostgrenze des Komitats bildet, fällt das Land flach ab.
Vas (deutsch Eisenburg) grenzt an Österreich (Burgenland), an Slowenien sowie an die Komitate Gyor-Moson-Sopron, Veszprém und Zala. Es hat 3.336 km˛ und 267.000 Einwohner. Der Komitatssitz ist Szombathely (Steinamanger), andere wichtige Städte sind Vasvár (Eisenburg), Sárvár (Kleinzell), Körmend (Kirment) und Koszeg (Güns). Hauptfluss ist die Raab. Die Landschaft ist hügelig und geht im Norden in die Kleine Ungarische Tiefebene über.
Das Komitat Veszprém (Wesprim, älter auch Weißbrunn) grenzt an die Komitate Gyor-Moson-Sopron, Komárom-Esztergom, Fejér, Somogy, Zala und Vas. Es hat 4.613 km˛ und 373.794 Einwohner, der Komitatssitz ist die Stadt Veszprém. Die Südgrenze dieses Komitats bildet der Plattensee. Durch das Land zieht sich die Hügelkette des Bakonywaldes.
Zala grenzt an Slowenien und Kroatien sowie an die Komitate Vas, Veszprém und Somogy. Es hat eine Fläche von 3.784 km˛ und 298.374 Einwohner (2001). Der Komitatssitz ist Zalaegerszeg, andere wichtige Städte sind Nagykanizsa und Keszthely. Die Gegend ist hügelig. Die Drau im Süden bildet gleichzeitig die ungarische Staatsgrenze, und im Nordosten hat das Komitat einen kleinen Anteil am Plattensee, in den auch der Fluss Zala mündet. |
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