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Bildung: Es besteht allgemeine Schulpflicht vom 6. bis zum 16. Lebensjahr. Während dieser Zeit ist der Schulbesuch kostenlos. Nach der Grundschule, die bis zum 14. Lebensjahr reicht, sind vier verschiedene Sekundarschultypen möglich. Russisch wurde 1989 als Pflichtfach abgeschafft und durch wahlweise Englisch, Französisch oder Deutsch ersetzt. Die Einschulungsquote im primären Bereich liegt bei 92,9%. In Ungarn gibt es über 20 Hochschulen; die bekanntesten sind Budapest, Debrecen, Gödöllö und Miskolc-Egyetemvaros.

Kultur: Bis ins 19. Jahrhundert bestimmten Einflüsse aus Mittel- und Westeuropa die Entwicklung von Kunst und Kultur in Ungarn. Die nationale Freiheitsbewegung und die weitgehende Loslösung von Österreich ab 1867 begünstigten die Heranbildung eigener kultureller Leistungen. Besonders in Literatur und Musik kam dies deutlich zum Ausdruck.

Familienstruktur: Die meisten Ungarn warten mit der Heirat, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben oder bereits arbeiten. Früher dauerten traditionelle Hochzeitsfeiern drei Tage, heute kommen sie jedoch in dieser Form nur noch selten vor. Nach der Trauungszeremonie folgt aber oft noch ein Festessen. Wegen des knappen Wohnraums leben viele Kinder mindestens bis zur Heirat bei ihren Eltern; einige junge Ehepaare wohnen noch einige Jahre nach der Hochzeit dort. Der Vater hat eine dominierende Rolle in der Familie. Im Allgemeinen sind beide Eltern berufstätig. Männer übernehmen auch Aufgaben im Haushalt, doch traditionell erledigen sie “Außenarbeiten”, wie z. B. im Garten. Es ist üblich, dass sich die Kinder um ihre alt gewordenen Eltern kümmern.

Umgangsformen: Erwachsene grüßen einander meistens mit einem kräftigen Händedruck. Gute Freundinnen umarmen sich mitunter und küssen einander auf die Wange. Die üblichen Grußformeln sind Jó napot kivánok (“Guten Tag”), Jó reggelt kivánok (“Guten Morgen”) und Jó estét kivánok (“Guten Abend”). Das kivánok wird in weniger förmlichen Situationen oft weggelassen oder durch einen Namen ersetzt. Kinder können Frauen mit Kezét Csókolom (“Ich küsse Ihre Hand”) begrüßen. Männer verwenden diesen Gruß, um ihren Respekt auszudrücken. Informelle Begrüßungen sind Szervusz oder Szia (“Bis dann.”) Man kann an einen Gruß Hogy vagy? (“Wie geht es?”) oder eine andere Frage anhängen. Es ist höflich, Titel (“Doktor,” “Professor,” “Direktor”) mit dem Nachnamen zu verwenden. Viele Menschen stellen sich vor, indem sie ihren Familiennamen, manchmal gefolgt von ihrem Vornamen, nennen. Mit dem Vornamen grüßen sich nur gute Freunde und Verwandte. Jugendliche werden untereinander und von Erwachsenen mit dem Vornamen angeredet. Zum Abschied sagen Ungarn Viszontlátásra (“Auf Wiedersehen”) oder einfach Viszlát. Die meisten Besuche werden angekündigt; gute Freunde, Verwandte und Nachbarn dürfen auch unerwartet erscheinen. Verwandte besuchen einander oft. Der erste Besuch eines neuen Bekannten ist in der Regel kurz, er dauert nur bis nach dem Kaffee. An Wochentagen verabschieden sich Gäste bis spätestens 23.00 Uhr, (auf dem Land auch früher) wegen des frühen Arbeitsbeginns. Während der Besuche herrscht eine lockere Atmosphäre.

Freizeit: Die beliebteste Sportart ist Fußball, aber viele mögen auch Schwimmen, Tennis, Fechten, Segeln, Reiten, die Jagd und Angeln. In den Ferien fahren Familien gerne zum Balaton (Plattensee). Reisen in Nachbarländer erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

Sport: Der Fußball gehört auch in Ungarn zu den beliebtesten Sportarten. Zweimal - 1938 und 1954 - belegte die Nationalmannschaft der Magyaren den zweiten Platz bei den Weltmeisterschaften. Bei Olympischen Spielen errangen ungarische SportlerInnen 159mal Gold, 143mal Silber und 163mal Bronze.

Weltkulturerbe: Burgviertel Buda und Uferzone der Donau in Budapest; Traditionelles Dorf Hollokö; Aggtelek Höhlen und der Slowakische Karst; Benediktinerabtei Pannonhalma; Nationalpark Hortobagy   (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 5,7
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) (2003) 11,0
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 5,9
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,2
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 7,8
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 7
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 16
HIV-Infektionsrate (in %) 0,1
Lebenserwartung Männer 69
Lebenserwartung Frauen 77

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