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Nach Böhmen, von germanischen Markomannen verlassen, wanderten um 550 Slawen ein, aus dem Geschlecht der Premysliden. Fürst Wenzel unterstellte sich 929 dem deutschen König Heinrich I., wurde nach seiner Ermordung heiliggesprochen und als Schutzpatron verehrt. König Ottokar II. wird 1278 von Rudolph I. von Habsburg auf dem Marschfeld besiegt. Unter Luxemburger Königin und Kaiser Karl IV. Aufblühen des Landes, Gründung der ersten deutschen Universität 1348. 1415 Hinrichtung des Kirchenreformers Johannes Hus mit nachfolgenden Hussitenkriegen. Nach einem Zwischenspiel unter den polnischen Jagiellonen regiert seit 1526 als erster habsburgischer König von Böhmen Ferdinand I., später Kaiser. Der Prager Fenstersturz löst 1618 den 30jährigen Krieg aus, 1620 Schlacht am Weißen Berg bei Prag. Böhmen fester Bestandteil der k.u.k. Monarchie mit vehementer Nationalbewegung. Slawenkongreß in Prag 1848. Seit 28. Oktober 1918 unabhängig und auf Wunsch der Westmächte mit der Slowakei sowie ungarischen, ukrainischen und deutschen Gebieten vereinigt (Sudetenland). Staatspräsident Tomas Masaryk, nur 51% der Staatsbürger sind Tschechen. Trotz ungenügender Minderheitenrechte einzige dauerhafte parlamentarische Republik in Osteuropa. Nachfolger Eduard Benes bis Oktober 1938. Nach dem Münchener Abkommen Abtretung des Sudetenlandes an Deutschland. 15. März 1939 Okkupation durch Hitler-Deutschland nach Abtrennung der Slowakei als NS-Satellitenstaat. Im 2. Weltkrieg wichtiger Standort für Rüstungsproduktion; Einrichtung des Ghettos Theresienstadt (über 30.000 Tote). 1942 Attentat auf Reichsprotektor Heydrich, als Repressalie Ausrottung des Dorfes Lidice. Kurz vor Eintreffen der amerikanischen und sowjetischen Truppen Aufstand in Prag, Massaker an den Deutschen. Wiederherstellung der Tschechoslowakei (ab 1960 Sozialistischen) Republik (CSR/CSSR). Abtretung der Karpatho-Ukraine an die Sowjetunion. Benes wieder Staatspräsident, gedeckt durch seine Dekrete Vertreibung der deutschen Minderheit. 1946 kommunistischer Ministerpräsident Klement Gottwald, Abzug der sowjetischen Truppen. Februar 1948 kommunistischer Umsturz, bei "Wahlen" erreichen die Kommunisten 89,3%. Benes tritt zurück, Nachfolger Gottwald. Umfassende Verstaatlichungen im einzigen Industriestaat, in dem Kommunisten an die Macht gekommen sind. Schauprozesse gegen Altkommunisten. 1957 Antonin Novotny Staatspräsident, der eine Entstalinisierung wie unter Chruschtschow in der UdSSR vermeidet und am 5. Januar 1968 vom ZK als Parteichef durch den Slowaken Alexander Dubcek ersetzt wird: "Prager Frühling" als Reform des Sozialismus, Demokratisierung, Aufhebung der Zensur: "Sozialismus mit menschlichem Antlitz". 20. August 1968 Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes (außer Rumänien), Reform-Kommunisten verhaftet und in Moskau zu ihrem Einverständnis zum Gewaltakt genötigt. Neues ZK-Präsidium, Sowjet-Truppen bleiben. 1969 Dubcek (wird Förster) durch Gustav Husak ersetzt, CSSR formal Föderation aus Slowakei und Tschechien. Unter Berufung auf die Helsinki-Akte bildet sich die Bürgerrechtsbewegung Charta 77 (1977), deren Gründer, Vaclav Havel, ins Gefängnis kommt. Sommer 1989 Massenflucht von DDR-Bürgern in die westdeutsche Botschaft in Prag. Am 17. November knüppelt die Polizei eine Studenten-Demonstration für Menschenrechte nieder, Streiks im ganzen Land. Bürgerforum unter Havel, Rücktritt der Regierung. Eine Woche später 1.5 Millionen Demonstranten in Prag, Generalstreik. 10. Dezember Rücktritt des kommunistischen Staatspräsidenten Husak, dessen Amt Havel übernimmt. Dubcek wird Parlamentspräsident. Bei Parlamentswahlen im Juni 1990 gewinnt das Bürgerforum die absolute Mehrheit der Mandate. Abzug der sowjetischen Truppen 1991. Am 31. Dezember 1992 erfolgt die Auflösung der Tschechoslowakei, Havel wird Präsident Tschechiens.

Der Sozialdemokrat Jiri Paroubek ist neuer tschechischer Ministerpräsident. Der 52-jährige frühere Kommunalminister wurde am 25.04.2005 von Präsident Vaclav Klaus mit der Führung der Regierungsgeschäfte beauftragt, wie ein Präsidialsprecher mitteilte. Der bisherige Amtsinhaber Stanislav Gross war am Morgen im Zuge einer Immobilienaffäre zurückgetreten.

Das tschechische Parlament hat der neuen Regierung unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Jiri Paroubek am 13.05.2005 sein Vertrauen ausgesprochen. Danach legte das neue Kabinett den Amtseid ab. Paroubek erklärte, nach Wochen der Unsicherheit biete seine Regierung Stabilität. Eine Rentenreform, Steuersenkungen und den Kampf gegen Korruption nannte er als Priorität.

Der tschechische Präsident Vaclav Klaus ist für eine weitere Amtszeit an die Staatsspitze gewählt worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur CTK am 16.02.2008 unter Berufung auf Gewährsleute. Nach Informationen des tschechischen Fernsehens wurde der 66-Jährige mit insgesamt 141 Stimmen für fünf weitere Jahre gewählt.

Bei den ersten zwei Runden der Präsidentenwahl hatten Klaus und sein Konkurrent, der amerikanisch-tschechische Wirtschaftsprofessor Jan Svejnar, die erforderlichen Mehrheiten in beiden Abgeordnetenkammern verfehlt. Im dritten Wahlgang wurden die Stimmen in den zwei Kammern des Parlaments nicht wie zuvor getrennt, sondern zusammen ausgezählt. Für einen Sieg genügte eine Mehrheit unter den anwesenden Abgeordneten.

Die dritte Bewerberin, die EU-Abgeordnete Jana Bobosikova, hatte noch vor der ersten Abstimmung ihre Kandidatur zurückgezogen. Die Kommunistische Partei, die Bobosikova nominiert hatte, wollte durch das Manöver eine Wiederwahl von Klaus verhindern.

Drei Wahlrunden vor einer Woche waren ohne Sieger geblieben. Der EU-Gegner Klaus führt Tschechien seit 2003 und wird von der regierungsführenden Bürgerpartei unterstützt.


Hintergrundberichte:

15.11.2008 Prager Burgfrieden - Tschechien verteidigt seine pro-europäische Reputation
29.10.2008 Prags Bürgermeister fordert den Premier heraus - Nach der Wahlniederlage gerät Tschechiens Ministerpräsident Topolanek auch in seiner Partei immer stärker unter Druck
16.10.2008 Prager Regierung steht vor einer Schicksalswahl 

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