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Die Bevölkerungsstruktur im heutigen Spanien wird stark von in- und externen Migrationsbewegungen geprägt. Vom Ende des 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es einen bedeutsamen Strom von Auswanderern von der Iberischen Halbinsel in lateinamerikanische Staaten wie Kuba, Argentinien, Venezuela und Brasilien. Viele, die ursprünglich auf der Suche nach Arbeit ausgewandert waren, ließen sich endgültig auf der anderen Seite des Atlantiks nieder. Andere, die sogenannten "Indianer" kehrten nach mehr oder weniger langem Aufenthalt zurück.

Ab den fünfziger Jahren schwankt der Migrationsfluß nach Europa um, wo Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Schweiz einen großen Bedarf an Arbeitskräfte für ihre expandierende Industrie haben. Die Wirtschaftskrise der siebziger Jahre läßt diesen Strom wieder versiegen.

Neben diesen internationalen Bewegungen gab es auch in Spanien selbst vor allem in den siebziger Jahren eine bedeutsame Abwanderung aus ländlichen Gebieten in die Industrieregionen Madrids, Kataloniens und des Baskenlandes.

In den letzten Jahren des 20. Jahrhunderts hat sich die iberische Halbinsel zu einer zentralen Anlaufstelle für Immigranten aus den Maghrebländern und Schwarzafrika entwickelt, die nach Spanien oder in andere europäische Länder gelangen wollen. Viele dieser illegalen Einwanderer erreichen Spanien in kleinen Booten über die Meerenge von Gibraltar.

Die spanische Bevölkerung ist im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts und Anfang des 231. Jahrhunderts leicht angewachsen (0,16%). Die deutlich höhere Wachstumsrate von 0,8% in der Zeit von 1975 - 1985 war allerdings in den letzten 5 Jahres des 20. Jahrhunderts auf Null gesunken.

Mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben in urbanen Zonen. Die bedeutendsten Ballungsräume findet man um Madrid und Barcelona. Daneben gibt es andere Zentren mit mehr als 500 000 Einwohnern wie Valencia, Sevilla, Saragossa, Malaga und Bilbao. Die Bevölkerungsdichte Spaniens ist eine der niedrigsten in Südeuropa.

Geographisch konzentriert sich die Bevölkerung in den Küstenbereichen und den großen Flußtälern von Ebro und Guadalquivir. Das Landesinnere der Halbinsel ist - mit Ausnahme von Madrid und seinem Einzugsbereich - deutlich weniger bevölkert.

Die Fruchtbarkeit der Spanier gehört mit 1,15 Kindern je Frau zu den niedrigsten in Europa. Gründe für diese Zurückhaltung sind u.a. die geringen staatlichen Hilfen für Familien und fehlende Anreize für höhere Geburtenraten. An dieser Situation kann eigentlich nur der Zuzug von Einwanderern mit einer deutlich höheren Fertilitätsrate einer allgemeinen Vergreisung der Bevölkerung entgegenwirken.

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