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Seit dem 2. Jahrhundert v. Chr. römische Kolonie, dann ein instabiles westgotisches Königreich. Das Land wurde seit 711 von Berberheeren aus Nordafrika überrannt, die erst 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers gestoppt werden konnten. Die Siedler nomadischer Herkunft schufen in den 780 Jahren bis zum Untergang des letzten maurischen Königsreiches eine urbane Kultur; Christen und Juden durften ihre Gotteshäuser behalten. Die Reconquista, die Rückeroberung des Landes durch die Spanier, wurde 1492 mit der Übergabe Grenadas an die katholischen Könige Ferdinand   von Aragon und Isabella von Kastillien abgeschlossen, die im Ruf unerbittlicher Glaubenskrieger standen. Im selben Jahr entdeckte Kolumbus Amerika. Damit begann Spaniens "goldenes Zeitalter". Eroberer wie Cortes und Pizaro brachten aus Mittel- und Südamerika ganze Schiffsladungen von Gold mit. Unter dem Habsburger Karl V. wurde Spanien Weltmacht. Gleichzeit verwandelte der Folterfeldzug der katholischen Inquisition das Land in ein Reich der Intoleranz und des Stillstands. In der Regierungszeit Philipps II., Sohn Karl V., Höhepunkt der spanischen Macht (1580 Regentschaft über Portugal), dann Beginn des Niederganges (1588 Vernichtung der Armada durch die Engländer). Zahlreiche Kolonien und Besitzungen gingen verloren. In den Spanischen Erbfolgekrieg Anfang des 18. Jahrhunderts war halb Europa verwickelt, Gibraltar fiel England zu. 1888 Niederlage im Krieg gegen die USA. 1931 ging König Alfonso XIII. außer Landes, Ausrufung der Republik. Die inneren Unruhen und die Bildung einer linken Volksfrontregierung nahm General Francisco Franco nach einem von ihm geleiteten Militärputsch in Spanisch-Marokko zum Anlaß, den Bürgerkrieg 1936 ins Heimatland auszudehnen. Mit Hilfe des faschistischen Italien und Hitler-Deutschland, das die "Legion Condor" mit Bombern entsandte, besiegte Franco im Bruderkrieg 1939 die von Internationalen Brigaden unterstütze Regierung. Er errichtete eine streng katholisch geprägte konservative Diktatur. Im zweiten Weltkrieg blieb Spanien, wie schon im ersten Weltkrieg, neutral. Im Kalten Krieg gründeten die USA, gegen die Isolierungspolitik Stalins in der UNO, Militärbasen in Spanien und erreichten, daß das Land 1955 UNO-Mitglied wurde. Mit Hilfe eines moderaten Wirtschaftswachstums gelang es Franco, die Diktatur zu stabilisieren., Widerstände der Studenten fing er durch vermeintliche Zugeständnisse und scheinbarer Lockerung strenger Gesetze ab. Aus freien Stücken bestimmte er 1969 Prinz Juan Carlos zu seinem Nachfolger und zum Kronprinzen der wiedererrichteten Monarchie. Sofort nach Francos Tod 1975 begannen König Juan Carlos und Ministerpräsident Adolfo Suarez mit der Demokratisierung des Landes. Eine neue Verfassung wurde ausgearbeitet, die Cortes in ein Zweikammersystem umgewandelt, Parteien wurden zugelassen und die ersten freien Wahlen seit 1936 abgehalten. Unter Ministerpräsident Felipe Gonzales, dessen sozialistische Partei 1982 in beiden Häusern des Parlaments die Wahlen deutlich gewonnen gewann, fand Spanien hohe Anerkennung in der westlichen Welt. Die separatistische baskische Organisation "Baskenland und Freiheit/ETA" (gegründet 1959) sorgt mit Anschlägen gegen Sicherheits-, Militär-, Staatsbeamte und Politiker immer wieder für neue Unruhe. 5 von Spanien kontrollierte "plazas de soberania" (Orte der Souveränität), die Enklaven Ceuta und Melilla sowie mehrere Inseln werden von Marokko beansprucht. Bei dem versuch, illegal nach Spanien einzuwandern, sind Hunderte Afrikaner in der Straße von Gibraltar ertrunken.

30 Jahre nach dem Tod des ehemaligen Diktators Franco hat die spanische Regierung die letzte Statue in Madrid von ihm entfernt. Am 17.03.2005 und ohne Ankündigung beseitigten Arbeiter auf Anordnung des Infrastrukturministeriums das Reiterstandbild Francisco Francos (1892-1975), das seit 1956 auf dem Platz San Juan de la Cruz stand.

Einen Tag vor Ablauf einer dreimonatigen Frist sind mindestens 700 000 unrechtmäßig nach Spanien eingereiste Arbeitskräfte auf das Angebot der Regierung eingegangen und haben sich freiwillig bei den Behörden gemeldet, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. Im ganzen Land standen am 06.05.2005 noch tausende Immigranten in langen Warteschlangen vor Behördengebäuden an, um ihren Aufenthalt zu legalisieren.


Hintergrundberichte:

10.03.2008 Wahlen zementieren Spaniens Spaltung - Die Sozialisten können weiterregieren, doch die rechte Opposition gewinnt ebenfalls kräftig hinzu

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