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Bildung: Schulpflicht ab dem 6. Lebensjahr für 8 Jahre. Im Sekundarbereich gibt es eine Reihe unterschiedlicher weiterführender Schulen, auch private. Es gibt 4 Universitäten: Bratislava, Kosice, Nitra und Zilina.

Kultur: Bis ins 19. Jahrhundert hinein bestimmten Einflüsse aus Ungarn und Österreich die kulturelle Entwicklung. Erst mit dem Aufkommen der Unabhängigkeitsbewegung entstand eine Nationalkultur.

Familienstruktur: Die meisten Slowaken heiraten sowohl standesamtlich als auch kirchlich. Das Hochzeitsfest nach der Trauung dauert bis zum nächsten Morgen und die Feierlichkeiten können sich über Tage hinziehen. Da Wohnraum knapp ist, leben viele jung verheiratete Paare anfangs bei den Eltern eines Ehepartners. Die meisten slowakischen Familien haben zwei bis drei Kinder. Sparmaßnahmen führten dazu, dass soziale Leistungen, die früher kostenlos waren, heute bezahlt werden müssen. Es gibt aber weiterhin bezahlten Mutterschaftsurlaub, einen Zuschuss für die Geburt eines Kindes und Einrichtungen zur Betreuung von Kindern. Die meisten Frauen sind berufstätig, sie machen etwa 47,8 Prozent der Erwerbstätigen aus. Oft müssen sie sich auch noch um den Haushalt und die Kinder kümmern; die Zahl der Männer, die Haushaltspflichten übernehmen, nimmt aber ständig zu. In den Städten wohnen die meisten Familien in kleinen und einfachen Wohnungen, die während der kommunistischen Herrschaft gebaut wurden. Auf dem Land leben die Menschen oft in ihren eigenen Häusern.

Umgangsformen: Wie in Deutschland reicht man sich auch in der Slowakei zur Begrüßung die Hand; wenn allerdings mehrere Personen einander begrüßen, sollten sich die Hände dabei nicht überkreuzen. Beim Verabschieden umarmen Männer Frauen oft oder küssen sie auf die Wange. Männer geben einander die Hände.
Förmliche Anreden sind z. B. Pan (“Herr”) oder Paní (“Frau”), gefolgt von einer Berufsbezeichnung (“Doktor”, “Ingenieur”, “Professor”) und dem Nachnamen. Unter Freunden und unter jungen Leuten wird meist nur der Vorname verwendet. Begrüßungen sind: Dobrý den (“Guten Tag”) oder Vel'mi ma teší (“Es freut mich, Sie kennen zu lernen”). “Auf Wiedersehen” heißt Dovidenia. Zwanglosere Ausdrücke sind Ahoj, Cau (“Hallo” ) und Servus (“Tschüs”). Auf dem Land verwenden alte Leute noch das traditionelle Zbohom (“Gott sei mit Dir”). “Danke” heißt Dakujem. Prosím entspricht dem deutschen “Bitte”. Familienmitglieder und gute Freunde besuchen einander oft unangekündigt. Zu einer Einladung ist es üblich, eine Flasche Wein oder eine ungerade Anzahl Blumen mitzubringen, die unverpackt überreicht werden. Von Gästen wird erwartet, dass sie ihren Hut absetzen und gelegentlich, dass sie ihre Schuhe ausziehen (dann werden Hausschuhe zur Verfügung gestellt), wenn sie eintreten.
In der Regel werden Gästen Erfrischungen angeboten. Dabei ist es höflich, erst einmal abzulehnen. Auf dem Land servieren Slowaken Freunden oder Verwandten Slanina ( selbst geräucherter Schinken) mit Brot und selbst gebrannten Slivovica (Sliwowitz: Branntwein aus Zwetschgen). Zu besonderen Gelegenheiten wird auch eine Platte mit Schinken, Käse, Eiern, Gemüse oder Süßwaren gereicht. Leere Gläser und Tassen werden vom Gastgeber immer nachgeschenkt, so dass man einen Rest zurücklässt, wenn man nichts mehr möchte. Da der Arbeitstag früh beginnt, gehen Besucher an Wochentagen meist vor 23 Uhr wieder.

Freizeit: Fußball, Eishockey, Skifahren und Tennis sind die beliebtesten Sportarten in der Slowakei. Andere Freizeitaktivitäten sind Wandern, Camping, Schwimmen sowie der Besuch von Festen, Kinos, Kunstausstellungen und anderen kulturellen Ereignissen. Slowaken sind besonders stolz auf ihre Volksmusik und singen sehr gerne gemeinsam. Das Sprichwort Kde Slovák, tam spev bedeutet “Wo ein Slowake ist, da ist auch ein Lied”. Volkskunst wird ebenfalls geschätzt und ausländischen Besuchern gerne zum Geschenk gemacht. Viele Slowaken verbringen das Wochenende oder ihren Urlaub in der Hohen Tatra, in Kurorten oder auf dem Land. Immer mehr Menschen reisen auch ins Ausland.

Weltkulturerbe: Geschütztes Bauerndorf Vlkolinec; Spissky Hrad (Zipser Burg) mit Spisske Podhrarie (Kirchdrauf) und Spisska Kapitula (Zipser Kapitel); Bergbaustadt Banska Stiavnica; Höhlen im Aggteleker und Slowakischen Karst (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 5,3
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 4,4
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) (2003) 8,5
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,1
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 7,2
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 7
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 3
HIV-Infektionsrate (in %) 0,1
Lebenserwartung Männer 70
Lebenserwartung Frauen 78

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