banner_klein.jpg (6301 Byte)

Themen

Afrika
Amerika
Asien
Australien
Europa

Albanien
Andorra
Belgien
Bosnien
Bulgarien
Dänemark
Deutschland
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Großbritannien
Irland
Island
Italien
Kosovo
Kroatien
Lettland
Liechtenstein
Litauen
Luxemburg
Malta
Mazedonien
Moldawien
Monaco
Montenegro
Niederlande
Norwegen
Österreich
Polen
Portugal
Rumänien
Russland
San Marino
Schweden
Schweiz
Serbien
Slowakei
Slowenien
Spanien
Tschechien
Türkei
Ukraine
Ungarn
Vatikanstadt
Weißrussland
Zypern


Keltische Stämme siedelten im Gebiet der heutigen Schweiz seit dem Anfang des 1. Jahrtausends v. Chr. Mit Cäsars Sieg bei Bibracte 58 v. Chr. wurden die Helvetier Untertanen des Römischen Reiches. 200 Jahre später zwangen Germaneneinfälle die Römer zum Rückzug. Ihre wohlhabende transalpine Kolonie verarmte, die Städte zerfielen. Im Westen der heutigen Schweiz siedelten sich Burgunder, im Osten Allemanen an. Nach der Teilung des Frankenreiches Karls des Großen bildete die Grenze zwischen Burgund und Allemanien auch die Trennlinie zwischen West- und Ostfranken, zwischen Französisch und Deutsch. Die Eidgenossenschaft, Vorläuferin des heutigen Bundesstaat, entstand mit dem Ziel, die reichsfreien Talgenossenschaften um den Vierwaldstätter See zu befrieden. Die Landadligen konnten die rüden Bergler nicht zähmen. Sie brandschatzten, raubten Vieh, überfielen Klöster. Erst unter dem Habsburger Rudolf I., 1273 zum deutschen König gewählt, kam einigermaßen Recht und Ordnung in die Täler. Als er 1291 starb, geriet die friedliche Entwicklung in Gefahr. Die führenden Familien ließen deshalb alte Friedens- und Beistandsverträge neu beschwören und verbündeten sich zusätzlich mit der rechtsfreien Stadt Zürich. Später verklärten Chronisten den Vorgang zum patriotischen Rüttlischwur. Erst 1315, nach dem Sieg über eine habsburgische Strafexpedition bei Morgarten, entstand ein Bewußtsein für die besondere, unabhängige Stellung der Waldstätte Uri, Schwyz und Unterwalden, zumal ihnen Ludwig der Bayer unmittelbar nach der Schlacht ihre Reichsfreiheit bestätigte. Bis 1513 weitete sich das Bündnis auf 13 Kantone und ihre Untertanengebiete aus. Die Fußtruppen der Eidgenossen etablierten sich als europaweit gefürchtete Militärmacht. 1474 bis 1477 schlugen sie den Burgunderkönig Karl den Kühnen vernichtend. Erst 1515 beendete die schwere Niederlage bei Marignano vor den Toren Mailands ihren Expansionsdrang. Kriegstechnisch unterlegen, taktisch überfordert und zerstritten, erkannten sie, daß nur Neutralität ihrem fragilen Staatenbund Sicherheit und Unabhängigkeit garantieren würde. Gleichwohl waren die Eidgenossen weit davon entfernt, eine Einheit zu bilden. Die Gegensätze zwischen Stadt- und Landkantonen, später zwischen Katholiken und Reformierten, führten immer wieder zu Bürgerkriegswirren. Im Westfälischen Frieden 1648 wurde die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft erstmals europaweit anerkannt. 1798, nach der Besatzung des Landes und der Befreiung der Untertanengebiete, dekretierte Napoleon die Helvetische Republik, einen zentralistischen Einheitsstaat, der dem Volk zwar Menschenrechte und ein bescheidenes Maß an Mitsprache brachte, aber schnell im Chaos versank. Napoleon selbst beendete das Experiment 1803, indem er das Land erneut besetzte und eine neue Verfassung erließ. Bis 1815, als der Wiener Kongreß den alten neutralen Staatenbund wiederherstellte, herrschte zwischen Zentralisten und Föderalisten ein prekäres Gleichgewicht. Der Wiener Kongreß verordnete dem Unruheherd in der Mitte des Kontinents immerwährende Neutralität, bestätigte die aus den Untertanengebiete entstandenen neuen Kantone und definierte die bis heute gültigen Grenzen des Landes. Die Widersprüche im Inneren waren damit nicht aufgehoben. Zum Entsetzen der Konservativen sammelten sich in der Alpenrepublik Revoluzzer aus ganz Europa. Unter ihrem Einfluß und angesteckt von der Pariser Juli-Revolution 1830 kamen die Aristokraten erneut unter Druck. Die Radikalen putschten erfolgreich in so vielen Kantonen, daß die Errichtung eines Bundesstaates zu einem Mehrheitsprojekt wurde. Gegen diese Aufbruchsstimmung organisierten sich die konservativ-katholischen Orte in einem Sonderbund. Im Herbst 1847 beendeten die Truppen der radikal-liberalen Mehrheit im Rat der Kantone in einem dreiwöchigen Bürgerkrieg die Rebellion. Als 1848 auch in den umliegenden Ländern die Revolution ausbrach, saßen die Eidgenossen schon wieder friedlich am runden Tisch und berieten über eine neue Verfassung. In wenigen Wochen machten sie aus dem lockeren Staatenbund einen Bundesstaat, der - im Gegensatz zu Napoleons Helvetischer Republik - auf föderalistische Empfindlichkeiten Rücksicht nahm und den Kantonen in einer zweiten Parlamentskammer volle Mitsprache garantierte. In den Grundzügen gilt der Text dieses ersten Grundgesetzes bis heute. Bis zur Jahrhundertwende formte sich aus dem Einparteienstaat der Radikal-Liberalen in zum Teil heftigen Auseinandersetzungen eine bürgerliche Demokratie mit weitgehenden Volksrechten. Die immerwährende Neutralität verhalf 1863 der Idee des Genfers Henry Dunant zum Erfolg, unter dem Zeichen des Roten Kreuzes eine weltweit tätige, strikt unparteiische Schutz- und Hilfsorgansation für Kriegsverwundete zu schaffen. In beiden Weltkriegen blieb die Schweiz unversehrt. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges war sie, wie in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, Refugium für Oppositionelle und Revolutionäre aus ganz Europa, darunter viele deutsche und russische Kommunisten. Der Landesstreik 1918, ein traumatisches Erlebnis für das bis dahin allein regierende Bürgertum, setzte der Toleranz ein Ende. Der schlecht vorbereitete Arbeiteraufstand scheiterte zwar kläglich, es gab Tote und Verwundete, aber in der Folge wurde das System der Verhältniswahl eingeführt, das der Linken zu einer angemessenen Vertretung im Parlament verhalf. Eine weitere Folge des Ersten Weltkrieges war 1923 die Zollunion mit dem damals noch armen Fürstentum Liechtenstein. Bei der Gründung des Völkerbundes 1920 interpretierte der Bundesrat die Neutralität erstmals neu, so daß die Schweiz Mitglied werden konnte. Nach dem Scheitern des Experimenten kehrte das Land 1938 zur integralen Neutralität zurück, die im Zweiten Weltkrieg half, den Frieden zu bewahren. Manchen bot sie auch die Möglichkeit zu allerlei zwar legalen, aber um so unmoralischeren Geschäften. Vor allem Banken und Versicherungen, aber auch Kunst- und Schmuckhändler sowie Industrielle machten mit den Nazis glänzende Geschäfte. Daß die Nationalbank dem Dritten Reich als Abnehmerin von Raubgold zu Diensten war, gehört zu den unrühmlichen Seiten der jüngsten Vergangenheit. Noch schlimmer schlägt die Abweisung von Zehntausenden jüdischer Flüchtlinge zu Buche. Großen Teilen des Bürgertums imponierte die autoritäre und scheinbar effiziente Führung der Nazis und der italienischen Faschisten. Der Kalte Krieg ließ keinen Platz für die Auseinandersetzung mit den Irrläufern in Politik und Wirtschaft. Erst über 50 Jahre nach Kriegsende werden die Eidgenossen durch Wiedergutmachungsforderungen jüdischer Organisationen zur Gewissensprüfung gezwungen. Erst jetzt, auf massiven Druck und kontrolliert von unabhängigen Buchprüfern, erklärten sich die Banken dazu bereit, seriös nach dem Verbleib nachrichtenloser Vermögen zu forschen. Die sogenannte Volcker-Kommission findet in ihrem Schlußbericht im Ende 1999 insgesamt 53.886 Konten, die wahrscheinlich Holocaust-Opfern gehörten.


Hintergrundberichte:

06.04.2008 Blochers Rache - Die stärkste Partei der Schweiz will die Justizministerin aus ihren Reihen ausschließen
12.12.2007 Das Schweizer Parlament wählt Blocher ab  - Die rechtspopulistische SVP droht mit dem Gang in die Opposition. Das wäre ein Systemwechsel

Zurück nachoben.gif (60 Byte)

Wörterbuch
Synonyme
Woxikon - Online Wörterbuch

a
Navigation


Web erdkunde-wissen.de

Allgemeine Informationen
Link-Datenbank
Kommentierte Links

Pol. System, Einreise & Botschaften
Währung
Klima, Flora & Fauna
Geographie & Fahne
Geschichte & Gegenwart
Bevölkerung
Wirtschaft & Militär
Industrie, Rohstoffe & Landw.
Außenwirtschaft
Verkehr, Umwelt & Energie
Wohlstand & Sicherheit
Entwicklungshilfe
Reiseinformationen

Bildung, Soziales & Kultur
Essen & Trinken
Hintergrundberichte
Medien & Kommunikation

Literatur
Länderfotos
Nationalhymnen

--> Erdkunde
--> Service
--> Seiteninternes

Kommunikation
Gästebuch
Kontakt
Impressum
Suchmaschine

Google
Web http://www.erdkunde-wissen.de

(C) erdkunde-wissen.de. Konzept, Gestaltung und Redaktion: erdkunde-wissen.de. Nachdruck, Weiterverarbeitung, Weitergabe an Dritte sowie Veröffentlichung nur mit schriftlicher Genehmigung. Keine Haftung für falsche Angaben, keine Gewähr über die Richtigkeit der Informationen. Haben Sie Fragen, Anregungen oder Kritik? Mailen Sie uns einfach.