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Die älteste bekannte Siedlung stammt aus der Zeit um 10
000 v. Chr. Zwischen 8000 und 6000 v.Chr. wurde das
Land nach und nach besiedelt. Vom heutigen Schweden aus führten etwa 800-1050 n. Chr. Wikingerzüge - eine Mischung aus Handels- und
Raubzügen - bis weit ins heutige Rußland hinein. Es entstanden Handelsbeziehungen bis
nach Byzanz und in die arabische Welt. Im 11. Jahrhundert wurde Schweden christianisiert,
wobei sich heidnische Religionen bis weit ins 12. Jahrhundert hielten. 1164 entstand das Erzbistum Uppsala. Vom 14. bis in die Mitte des
16. Jahrhundert beherrschte die Hanse den Handel in Schweden. Zahlreiche Städte wurden
gegründet. Politisch stand Schweden seit der Kalmarer Union 1389
unter der Regentschaft der dänischen Könige. 1435 trat in
Schweden der erste "Riksdag" zusammen, ein Parlament, in dem alle Volksklassen
vertreten waren. Die Unionszeit war geprägt von Auseinandersetzungen zwischen
königlicher Macht, Hochadel und Bevölkerung. Sie erreichten einen Höhepunkt mit dem
Stockholmer Blutbad von 1520 und führten schließlich zur
Machtübernahme von Gustav Wasa, der 1523 zum König
gewählt wurde. Unter seiner Regentschaft wurden die Grundlage für den schwedischen
Nationalstaat gelegt. Die Kirchen wurden entmachtet, gegen den Willen des Hochadels wurde
das Erbfolgerecht des Königstitel eingeführt. Außenpolitisch mühte sich Schweden um
die Vorherrschaft im Ostseeraum. Nach Kriegen gegen Dänemark und den Dreißigjährigen
Krieg wurden Schweden große Teile des heutigen Staatsgebietes (Süden und Westen)
zugesprochen. Außerdem umfaßte Schweden Finnland, eine Reihe von Provinzen im Baltikum
und in Norddeutschland. Das Land war aber wirtschaftlich zu schwach, um dieses Territorium
zu halten. Nach Niederlagen im großen nordischen Krieg (1700 - 1721)
und später gegen Rußland (1809) gingen die Besitzungen
wieder verloren. Napoleon unterstellte zwar 1814
Norwegen der schwedischen Krone (was bis 1905 Bestand hatte),
als Folge der napoleanischen Kriege mußte das Land aber Vorpommern mit Rügen an Preußen
abtreten und nahm damit Abschied aus Mitteleuropa. Die Schweden machten aus der Not eine
Tugend, mieden kriegerische Auseinandersetzungen und verfolgten fortan eine Politik der
Neutralität, die sie auch während der beiden Weltkriege aufrechterhielten. So lehnten
sie z.B. ein finnisches Hilfsgesuch im finnisch-sowjetischen Winterkrieg (1939/40) offiziell ab. Ende des 19. Jahrhunderts begann die
Industrialisierung des Landes. Erste exportorientierte Unternehmen - z.B. Ericsson, SKF,
Alfa Laval und Asea - entstanden. Zu gleicher Zeit kamen Volksbewegungen auf, die für
eine zunehmende Demokratisierung des Landes eintraten. Liberale und Sozialdemokraten
setzten schließlich 1921 ein allgemeines und freies
Wahlrecht durch. Nach einer Reihe von Regierungswechseln erreichten die Sozialdemokraten
unter Per Albin Hannson in den 30er Jahren stabile Mehrheitsverhältnisse. Hannson
und nach ihm Tage Erlander (1949 - 1969) sowie Olof
Palme (1969 - 1976) machten Schweden zu einem modernen
Wohlfahrtsstaat, der schnell Modellcharakter gewann, eine der wenigen Utopien Europas, die
auch in der Wirklichkeit funktionierte. Die Ölkrise 1973
führte zu steigender Staatsverschuldung, Inflation und Arbeitslosigkeit. Der Konsens
über den Wohlfahrtsstaat wurde brüchig, hohe Steuerbelastungen führten zu
Unzufriedenheit: 1976 wählten die Schweden erstmals seit 40
Jahren eine bürgerliche Regierung. Das Zwischenspiel endete nach 6 Jahren. Die
Sozialdemokraten unter Palme übernahmen erneut die Regierung; nach umfangreicher
Abwertung der Krone und dank verbesserter internationaler Konjunktur erholte sich die
Wirtschaft. Am 28. Februar 1986 wurde Olof Palme
auf dem Heimweg vom Kino ermordet. Der Mord wurde nie aufgeklärt. Palmes
Nachfolger versuchten, vom Wohlfahrtsstaat zu erhalten, was sich erhalten ließ. doch Ende
der 80er Jahre ging erstmals die Industrieproduktion zurück, die Zahlungsbilanz glitt ins
Minus. Wieder wandten sich die Schweden von den Sozialdemokraten ab und wählten den
konservativen Carl Bildt an die Spitze der Regierung. Der führte das Land näher
an den Westen heran. 1994 schloß sich Schweden dem
NATO-Programm "Partnerschaft für den Frieden" an, am 1.
Januar 1995 folgte - nach einem Referendum - der Beitritt zu EU. Am
1.1.2000 wurde in Schweden die 407 Jahre alte Verbindung
zwischen der evangelisch-lutherischen Staatskirche, der rund 88% der Gläubigen
angehören, und dem Thron aufgelöst.Die lutherische Kirche wurde den übrigen Religionen
und Glaubensgemeinschaften gleichgestellt. Weiterhin müssen jedoch König und Thronfolger
evangelisch-lutherischen Glaubens sein. Die Kirche, eine der größten Waldbesitzer
Schwedens, bedeutende Aktieninhaberin sowie Eigentümerin von über 3000 Kirchen, zieht
sich mit einem Vermögen von umgerechnet rund 6,8 Mrd DM aus dem öffentlichen Sektor
zurück. Die Ernennung von Bischöfen und Erzbischof übernimmt statt der Regierung die
Kirche, die Kirchensteuer wird formell abgeschafft, doch kann die Kirche künftig den
Staat bitten, für sie eine »Kirchenabgabe« in Höhe der bisherigen Steuer (ca. 1,9% des
Bruttoeinkommens) zu erheben. Gleiches Recht bekommen die übrigen Glaubensgemeinschaften.
Die rund 3300 Pastoren werden künftig von den Gemeinden angestellt. Mitte des 19. Jh.
diskutierte der schwedische Reichstag erstmals, die auf König Gustav Vasa
(14961560) zurückgehende Einheit von lutherischer Kirche und Thron aufzuheben. 1957
wurde die erste Gutachterkommission eingesetzt, aber erst 1995 beschlossen der damalige
Regierungschef Ingvar Carlsson und seine Kirchenministerin Marita Ulvskog,
gestützt von einer Mehrheit in Parlament und Kirchenrat, die Trennung. Schwedens bürgerliche Regierung ist mit ihrer Initiative zu einem umfassenden Abhörgesetz gescheitert. Wie am 17.06.2008 in Stockholm bestätigt wurde, wird der Gesetzentwurf wegen des Widerstands aus den eigenen Fraktionen der vier Koalitionsparteien nicht wie geplant am heutigen Tag im Reichstag zur Abstimmung gestellt. Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt wollte umfassende Kontrollmöglichkeiten für den kompletten Mail- und sonstigen Internet-Verkehr ins Ausland sowie alle grenzüberschreitenden Telefonate schaffen, um «Gefahren von außen» schneller zu erkennen. Der Gesetzentwurf wird an die Ausschüsse zurücküberwiesen.: |
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