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Rückkehr der Raketen 01.01.2008. Für die russische Generalität erfüllt sich ein lange gehegter Traum. Am Tag des Sieges, dem 9. Mai, dürfen sie der Welt zum ersten Mal seit dem Ende der Sowjetunion wieder ihre ganze Stärke vorführen. Lange Jahre vermochte der Aufmarsch von einigen Tausend Mann zu Fuß auf dem Roten Platz in Moskau nur wehmütige Erinnerungen an die einstige propagandistische Wucht sowjetischer Militärparaden zu wecken. Die große Waffenschau zum 50. Jahrestag des Sieges über den Faschismus war 1995 sogar weit außerhalb der Innenstadt abgehalten worden. In diesem Jahr erfüllt wieder wie vor 1991 der Lärm schwerster Waffentechnik das Zentrum der Hauptstadt. An den roten Mauern des Kreml vorbei fahren Panzer, Selbstfahrlafetten und mehr als 50 Tonnen schwere mobile Abschussrampen mit den brandneuen Versionen der Interkontinentalraketen vom Typ "Topol M". Die Moskauer Stadtverwaltung hatte einige Mühe, diese Demonstration des wiedererwachten russischen Selbstbewusstseins zu ermöglichen. Im Zentrum der Stadt hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten so einiges verändert. Unter dem Manegeplatz, wo sich in alten Zeiten die Paradefahrzeuge sammelten, befindet sich heute ein mondänes Kaufhaus. Eine Seite der Zufahrt zum Roten Platz wird durch ein Torhaus versperrt, das gerade erst in alter Schönheit wieder aufgebaut wurde. Den Gebäuden werde kein Schaden zugefügt, versichern die Generäle. Die Panzer erhalten gummibeschichtete Ketten. Die Amtseinführung des neuen russischen Präsidenten ist für die ersten Maitage geplant. Die Parade wird eines der ersten Signale sein, das Dmitri Medwedjew aussendet. Bisher gilt er als weltgewandt,pragmatisch, sozial orientiert. Manch einer hält ihn sogar für liberal. Am 9. Mai 2008 wird Medwedjew auf der Tribüne vor dem Lenin-Mausoleum stehen und die Parade abnehmen. An seiner Seite Wladimir Putin. Und an diesem Tag sind beide dann nur noch eines: die Personifizierung der auf die Bühne zurückgekehrten militärischen Großmacht Russland. So sehen es die Generäle gern. |
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