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Putin oder die Schakale Katja Tichomirowa 21.11.2007. Die vollmundige Ankündigung einer Großveranstaltung im Moskauer Luschniki-Stadion hätte einen Massenauflauf vermuten lassen. Am Ende aber waren es nur 5 000 Putin-Anhänger, die gestern in einer angrenzenden Sporthalle das "Allrussische Forum der Unterstützer des Präsidenten" eröffneten. Für die Kameramänner des russischen Staatsfernsehens reichte die Masse der fahnenschwingenden Putin-Gemeinde immerhin, um ein paar beeindruckende Bilder zu drehen, die an die Vorwahlen in den USA erinnerten. Gewählt wird in Russland im Dezember zwar nicht der Präsident, sondern das Parlament, doch das musste die Veranstalter nicht kümmern. Erst am Vortag hatte das Oberste Gericht eine Klage der Opposition abgewiesen, die verlangte, Präsident Wladimir Putin von der Wahlliste seiner Partei zu streichen. Er missbrauche das höchste Staatsamt im Wahlkampf für die Regierungspartei "Einiges Russland", hatten die Kläger argumentiert. Doch die Zentrale Wahlkommission hält Putins Kandidatur für rechtens, solange er nicht für seine Partei wirbt. Also macht Putin nur Werbung in eigener Sache, die - welch Zufall - auch die seiner Partei ist. Der Präsident schritt durch die jubelnde Menge, schüttelte Hände und sprach von einer kleinen Bühne inmitten der Gemeinde. Er kündigte die "vollständige Erneuerung des Landes in den kommenden Monaten" an, warnte vor den "Schakalen" der Opposition, die mit Finanzhilfe aus dem Ausland auf Provokation aus seien, und vor einer "Revanche der Oligarchen", die in den 90er Jahren das Volk belogen und betrogen hätten. Solches nicht zuzulassen, garantiere er, so Putin. Die Anhänger der eben erst gegründeten Bewegung "Für Putin", die Abgesandten der Jugendorganisation von "Einiges Russland" und die älteren Parteianhänger antworteten mit der Losung: "Putins Sieg ist unser Sieg." Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung mit Parteischlagern aus KPdSU-Zeiten wie "Komsomolzen-Freiwillige" oder "Ich, Du, er, sie - gemeinsam, das ganze Land". Die Mehrheit der in- und ausländischen Journalisten, die sich um Einlass bemüht hatten, mussten übrigens draußen bleiben. |
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