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Bildung: Schulpflicht von 7 bis 17 Jahre, davon 3 Jahre Grundschule und 7 Jahre weiterführende Schule. Einschulungsquote 94%. Seit 1990 gründliche Umstrukturierung der bis dahin vorwiegend ideologisch ausgerichteten Lehranstalten. Die staatlichen Schulen sind kostenlos; einige höhere Bildungsanstalten verlangen Gebühren. Seit 1990 zunehmend auch private Lehrinstitute. Über 500 weiterführende Hochschulen und 42 Universitäten, u.a. in Irkustk, Katarinenburg, Krsadonor, Moskau, Nowosibirsk, Saransk, St. Petersburg und Wladiwostok. Auch abgelegene Regionen werden nicht vernachlässigt. So besteht seit 1957 in Nowosibirsk ein Sibirischer Zweig der Akademie der Wissenschaften. Insgesamt etwa 4,5 Millionen Studenten. Analphabetenrate: Männer 0,3%, Frauen 0,6%. Soziales: Trotz hoher Einkommensunterschiede ist die soziale Lage stabil. Niemand erwartet soziale Unruhen, auch wenn Millionen Menschen im Land unter dem Existenzminimum leben. Eine relativ niedrige Arbeitslosenquote (7,4% Ende 2004) und zuletzt deutlich gestiegene Einkommen signalisieren eine Verbesserung der sozialen Lage. Die Lebenserwartung mit 57 Jahren bei Männern und 62 Jahren bei Frauen ist sehr gering. Die zum 1. Januar 2005 für über 30 Mio. Russen in Kraft getretene Umwandlung von Sozialleistungen (kostenlose Nutzung kommunaler Dienstleistungen einschließlich Transport, kostenlose Medizin, Behandlung und Medikamenten u.a.) in individuelle Auszahlungen stößt bei den betroffenen Bevölkerungsgruppen (u.a. Rentner, Veteranen, "Helden der Arbeit", aber auch Milizionäre) vielerseits auf Ablehnung und hat teilweise zu Protestaktionen geführt Kultur: Russland ist eine der großen Kulturnationen der Welt. In vielen Bereichen nahm die russische Kultur - wie die russische Politik - eine Sonderentwicklung in Absetzung zu westeuropäischen Strömungen. Familienstruktur: Viele russische Paare leben schon vor ihrer Hochzeit zusammen oder verzichten ganz auf eine Heirat. Bei Heiratswilligen ist es in jüngerer Zeit in Mode gekommen, nach der standesamtlichen Trauung auch kirchlich zu heiraten. Da es sehr schwierig ist, eine Wohnung zu bekommen, leben junge Ehepaare oft noch eine gewisse Zeit bei ihren Eltern. Familien in Städten haben oft nur ein Kind, weil sich so die Wohnungssuche einfacher gestaltet. Auf dem Land sind die Familien dagegen meist größer. Normalerweise gehen sowohl der Mann als auch die Frau einem Beruf nach, aber die Frau trägt außerdem die Verantwortung für den Haushalt. Einrichtungen zur Kinderbetreuung sind vorhanden, aber sehr teuer. Oft kümmern sich deshalb die Großeltern um die Kinder. Stadtwohnungen sind in der Regel wenig geräumig. Familien in ländlichen Gebieten verfügen meist über etwas mehr Wohnraum, aber nicht immer über fließendes Wasser und andere Annehmlichkeiten.Umgangsformen: Zur Begrüßung reicht
man sich wie in Deutschland die Hand und sagt Sdrastwuitje, Dobri djien (Guten Tag) oder
Privjiet (Hallo). An die Begrüßung kann sich die Frage Kak dela? (Wie geht's?)
anschließen. Wer eine ältere oder übergeordnete Person anspricht, wählt die Anrede mit
Vor- und Vatersnamen. Der Vatersname entspricht dem Vornamen des Vaters und enthält
zusätzlich eine besitzanzeigende Endung. Swetlana Iwanowna lautet z. B. die Anrede für
Svetlana, die Tochter des Iwan. Ihren Bruder Dmitri würde man mit Dmitri Iwanowitsch
ansprechen. Bei offiziellen Anlässen bevorzugen die Russen jedoch die Anrede mit dem
Titel und dem Nachnamen. Freunde und Verwandte benutzen häufig Kosenamen, die sich aus
fast allen russischen Namen ableiten lassen. Es gibt eine sehr große Anzahl dieser
Kosenamen, beispielsweise allein für den verbreiteten Namen Michail etwa 80 verschiedene
(Mischa, Mischinka, ...). So kann es z. B. sein, dass eine Person ihr Gegenüber nach
einer gewissen Zeit fragt, ob sie ihn oder sie mit dem entsprechenden Kosenamen ansprechen
darf. Ein Bekannter von Dmitri Iwanowitsch stellt also vielleicht die Frage, ob er Dmitri
auch Dima nennen darf. Freizeit: Viele Russen, die in der Stadt leben, besitzen ein Häuschen im Grünen. Die Eigentümer dieser so genannten Datschas verbringen ihre Wochenenden und teilweise auch ihre Ferien hier. Wintersportarten, wie z. B. Eislaufen, Eishockey und Skilanglauf, erfreuen sich großer Beliebtheit. In den großen Städten wie Moskau und Sankt Petersburg sorgen seit einigen Jahren Klubs und Lokale für ein reges Nachtleben. Sport: 1980 war die Sowjetunion Gastgeber der Olympischen Sommerspiele in Moskau, die von einigen westlichen Staaten - darunter die USA und die Bundesrepublik Deutschland - boykottiert wurden. SportlerInnen Russlands gewannen bei Olympischen Spielen 669mal Gold, 545mal Silber und 524mal Bronze. Weltkulturerbe: Historisches Zentrum von St. Petersburg; Kirchen von Kishi Pogast; Kreml und Roter Platz in Moskau; Baudenkmäler von Nowograd und Umgebung; Geschichts- und Kulturdenkmäler auf den Solowetzky-Inseln am Weißen Meer; Kathedrale von Wladimir, Klöster und Kirchen von Susdal und Kideksha; Befestigtes Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit und des Heiligen Sergius in Posad; Auferstehungskirche in Kolomenskoe; Waldgebiet von Virgin Komi; Baikalsee; Vulkane von Kamtschatka; Goldene Berge des Altai in Südsibirien; Westlicher Kaukasus (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier) Soziales
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