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Bildung: Schulpflicht von 7 bis 15 Jahre. Einschulungsquote im Primarbereich 96,5%. Von den 6jährigen besuchen 95,8% die Grundschule. 12 Universitäten, u.a. in Breslau, Danzig, Krakau, Lublin und Warschau. Analphabetenrate 0,3%.

Kultur: Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert bestimmten Einflüsse aus West- und Mitteleuropa sowie Italien die kulturelle Entwicklung des Landes. Zeugnisse finden sich bis heute in der Architektur. Erst während der Zeit der polnischen Teilungen, als es keinen polnischen Staat gab, löste sich Polens Kultur stärker von diesen Einflüssen. Seit dieser Zeit sind polnische Künstler vor allem in den Bereichen Literatur und Musik weltberühmt geworden.

Familienstruktur: Im Allgemeinen heiraten Frauen mit 18 bis 20 Jahren, Männer mit 21 oder später. Absolventen von Fachschulen und Universitäten gehen generell erst nach dem 25. Lebensjahr eine Ehe ein. Frisch vermählte Paare leben oft einige Jahre bei ihren Eltern und werden oft auch finanziell unterstützt. Städtische Familien haben durchschnittlich ein bis zwei Kinder, während in ländlichen Gebieten oft drei oder vier Kinder vorhanden sind. In den meisten Haushalten übernehmen Kinder schon früh Verantwortung. Da in der Regel beide Eltern berufstätig sind, machen sich die Kinder ihr Frühstück oft selbst und gehen alleine zur Schule. Ältere Kinder reinigen die Wohnung, kochen mitunter und passen häufig auf jüngere Geschwister auf. Die finanzielle Situation der meisten Familien zwingt beide Eltern dazu, sich am Gelderwerb zu beteiligen. Dabei übernehmen Frauen jedoch den Hauptteil der häuslichen Pflichten, obwohl die meisten außer Haus berufstätig sind. Erwachsene Kinder kümmern sich oft um ihre alt gewordenen Eltern.

Umgangsformen: Zur Begrüßung schütteln Erwachsene einander die Hände. Zur Vorstellung eines Mannes verwendet man die Anrede Pan (“Herr”) vor dem Nachnamen, bei einer Frau Pani (“Frau”). Ein Titel wird vor dem Nachnamen genannt. Bei formellen Gesprächen oder im Geschäftsleben wird der Titel auch allein benutzt. Befreundete Erwachsene reden einander erst nach Absprache beim Vornamen an. Kinder und Jugendliche werden generell mit Vornamen angesprochen. Gute Freundinnen küssen einander auch zur Begrüßung auf die Wange. Häufige Grußformeln sind Dzien dobry (“Hallo” oder “Guten Morgen”) Dobry wieczór (“Guten Abend”) und Do widzenia (“Auf Wiedersehen”). Unter Freunden und Verwandten sind unangekündigte Besuche üblich, besonders auf dem Land. Formelle oder längere Besuche werden geplant. Polen laden oft Freunde zum Abendessen oder einfach zu Kuchen und Tee ein und feiern gerne zu besonderen Gelegenheiten. Zu Einladungen jeglicher Art ist es gebräuchlich, eine ungerade Anzahl Blumen mitzubringen, die vor der Übergabe ausgepackt werden. Gelegentlich werden Gäste auch für mehrere Stunden in eine Kawiarnia, eine Art Café, das neben einheimischen Spezialitäten auch französisches Gebäck anbietet, ausgeführt. Doch meistens, zum Teil aus finanziellen Gründen, bewirtet man Gäste zu Hause. Wegen des frühen Arbeitsbeginns dauern Besuche an Wochentagen normalerweise nicht länger als bis 23.00 Uhr. An Wochenenden bleiben Gäste jedoch länger.

Freizeit: Fußball ist in Polen sehr beliebt. Viele betreiben Leichtathletik, Radfahren, Tischtennis, Skilaufen, Basketball, Volleyball und verschiedene Individualsportarten. Bridge ist ein beliebtes Kartenspiel.

Sport: Bei Olympischen Spielen errangen polnische SportlerInnen 63mal Gold, 83mal Silber und 123mal Bronze.

Weltkulturerbe: Altstadt von Krakau; Salzbergwerk von Wieliczka; Konzentrationslager Auschwitz; Altstadt von Warschau; Nationalpark Bialowieza; Altstadt von Zamosc; Stadt Torun; Burg Malbork; Kalwaria Zebrzydowska: Architekturpark und Wallfahrtsstätte (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 4,3
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) (2003) 15,8
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 5,6
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 2,5
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 5,6
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 6
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 13
HIV-Infektionsrate (in %) 0,1
Lebenserwartung Männer 71
Lebenserwartung Frauen 79

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