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Jahrhundertelang war Malta vor allem eine Festung. Jeder, der das Mittelmeer beherrschen wollte, brauchte - oder glaubte zumindest - diese strategisch exponiert gelegene Inselgruppe. So kamen, blieben und wurden wieder vertrieben die Phönizier, Griechen, Karthager, Römer, Sarazenen, Normannen, Johanniter (die, nachdem sie Jerusalem und Rhodos aufgeben mußten, die Inselgruppe 1530 von Karl V. geschenkt bekamen und sich fortan Malteser nannten), Franzosen, Engländer und zum Schluß - wenn auch nur für kurze Zeit im 2. Weltkrieg - Italiener und Deutsche. Vor diesen zahlreichen Völkerscharen lebte auf Malta sowie den benachbarten Inseln Gozo und Comino eine Urbevölkerung, von der nur wenig bekannt ist und die riesige Megalithtempel hinterließ, wie es sie sonst nirgendwo gibt. Selbständiges Mitglied im Commonwealth wurde die Inselgruppe 1964, unabhängige Republik 1974. Politisch ging Malta eigene Wege. Unter dem Premierminister Dominic Mintoff wurden Handelsabkommen mit China und Libyen geschlossen, die alte Marinewerft wurde zu einer modernen Werft für die Zivilschiffahrt umgestaltet und der Tourismus angekurbelt. Mintoff, Chef der Labour Party, regierte von 1971 bis 1984, seine Partei noch bis 1987. Die Wahlen von 1987 jedoch gewannen die prowestlich eingestellten Katholischen Nationalisten. Sie brachten einen Umschwung: freie Marktwirtschaft und Beitritt zur EU 1999. Dieser Beitritt wurde durch einen erneuten Regierungswechsel verzögert - bis 2004. |
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