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Im Ministaat gibt es seit langem schon mehr Briefkästen als Einwohner. Da der Höchststeuersatz bei nur 20% liegt, haben an die 76.000 Gesellschaften, davon die Hälfte Stiftungen, einen Sitz dort eingerichtet und verringern so legal ihre Abgabenlasten. Dem Land steht seit 1989 Fürst Hans-Adam II. vor, dem ein Landtag mit 25 Mitgliedern zur Seite steht, die alle 4 Jahre gewählt werden. Frauen dürfen erst seit 1984 wählen. Zur Vereinfachung der Regierungsgeschäfte bildete man bereits 1924 eine Zoll-, Währungs- und Wirtschaftsunion mit der Schweiz und läßt sich seit 1919 von den Eidgenossen gegebenenfalls auch in auswärtigen Angelegenheiten vertreten. Allerdings, auf eigenen Briefmarken haben die Liechtensteiner bestanden: sie sind schön bunt, bei Philatelisten sehr begehrt und machen rund 3% der Staatseinnahmen aus. Bis zum Zweiten Weltkrieg war das Fürstentum landwirtschaftlich geprägt; in den letzten 50 Jahren hat sich das dramatisch verändert: Landwirtschaft gibt es kaum noch, statt dessen etliche kleine, aber feine Industriebetriebe. Produziert werden Maschinen, Transportausrüstungen und Keramikwaren, unter anderem künstliche Zähne. Ein weiteres Standbein der Wirtschaft ist der Tourismus. Unabhängig wurde das Fürstentum bereits 1806 mit der Gründung des Rheinbundes durch Napoleon. Bis 1918 verwaltete die österreichisch-ungarische Monarchie das Land. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte die Zuwendung zur Schweiz. Konstituelle Erbmonarchie auf parlamentarischer Grundlage ist Liechtenstein seit der Verfassung von 1921. |
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