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Bildung: Die allgemeine Struktur des Bildungs- und Erziehungswesens ist geprägt von den pädagogischen Traditionen und Schulsystemen der deutschsprachigen Nachbarländer Österreich und Schweiz, wobei die schweizerischen Anteile überwiegen. Für das Bildungswesen ist in erster Linie das Land verantwortlich, die Verfassung stellt das gesamte Erziehungs- und Unterrichtswesen unter staatliche Aufsicht.

In Liechtenstein bestehen 58 Kindergärten (862 Kinder), 14 Primarschulen (2.122 Schüler/innen), 3 Oberschulen (430), 5 Realschulen (686), das freiwillige 10. Schuljahr (51), 1 Gymnasium (684) und 1 Berufsmittelschule (87) (Stand: Schuljahr 2001/2002). Die Maturität kann nach der Reform der Sekundarstufe nach 12 Schuljahren erreicht werden. Die an der Berufsmittelschule zu erwerbende Berufsmatura eröffnet den Weg zu einem Hochschulstudium in Liechtenstein und Österreich sowie zu einem Fachhochschulstudium in der Schweiz. Die Lehrerausbildung erfolgt vorwiegend in schweizerischen Ausbildungsstätten.

Liechtenstein verfügt neben den o. g. Ausbildungsstätten des Primar- und Sekundarbereiches seit dem Inkrafttreten des Gesetzes über Fachhochschulen, Hochschul- und Forschungsinstitute vom November 1992 auch über einen eigenen eingeschränkten tertiären Bildungsbereich mit vier Hochschulinstituten. Zu den liechtensteinischen Hochschulen zählen die Hochschule Liechtenstein mit den Studienrichtungen Architektur, Finanzdienstleistungen und Wirtschaftsinformatik (2000: ca. 350 Studierende, davon ca. 100 aus Liechtenstein), die Universität für Humanwissenschaften mit den Fachrichtungen Psychologie und Neurowissenschaften (hauptsächlich Doktoranden), das Liechtenstein-Institut (auf Liechtenstein bezogene Forschung und Lehre in Geschichte, Rechts- und Politik- sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaft) sowie die Internationale Akademie für Philosophie.

Durch bilaterale Abkommen mit der Schweiz und Österreich ist der freie Zugang zu den dortigen Hochschulen und die Gleichstellung Studierender aus jenen Ländern mit liechtensteinischen Studierenden sichergestellt. Mit Deutschland besteht eine solche Vereinbarung nur mit der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Die überwiegende Zahl der ca. 460 Studierenden besuchte im Jahr 2000 schweizerische und österreichische Universitäten; ein geringer Anteil studierte in Deutschland.

Die schulische Berufsbildung erfolgt fast ausschließlich in der Schweiz. Die dort gültigen Berufsbilder, Ausbildungs- und Prüfungsregelungen gelten für Liechtenstein entsprechend. Zum Jahresende 2003 absolvierten 1.120 Auszubildende in 109 verschiedenen Berufen ihre Lehre in 642 Lehrbetrieben. Im Jahresdurchschnitt beenden 330 Auszubildende ihre Lehre.

Kultur: Die Kultur Liechtensteins unterscheidet sich nicht von der seiner Nachbarn. Bauwerke und bildende Kunst zeigen die Verknüpfung mit mittel- und westeuropäischen Strömungen.

Familienstruktur: Die Familienstruktur entspricht der anderer mitteleuropäischer Länder. Auch in Liechtenstein ist die Kernfamilie üblich. Die meisten Familien leben in Einfamilienhäusern, doch immer mehr junge Familien können sich die hohen Immobilienpreise nicht leisten und wohnen daher in Mietwohnungen. Für viele Liechtensteiner ist das Dorf ihrer Kindheit später ein bevorzugter Wohnort.

Umgangsformen: Fremde begrüßt man traditionellerweise entweder auf Schweizerdeutsch mit Grüezi! oder dem in Österreich und Süddeutschland gebräuchlichen Grüß Gott! Unter Freunden begrüßt man sich auch mit einem kurzen Hoi!

Freizeit: Eine kulturelle Sehenswürdigkeit stellt die Kunstsammlung des Fürsten dar, die weltberühmte Gemälde umfasst. Ein kleiner Teil dieser umfangreichen Privatsammlung wird zusammen mit der Landeskunstsammlung in Vaduz ausgestellt.

Soziales

Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 1,3
Lebenserwartung Männer 75
Lebenserwartung Frauen 83

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