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Das erste von Kroaten organisierte Staatswesen entstand im 9. Jahrhundert, als "Dux Croatorum" war Fürst Branimir (879-892) der erste unabhängige Herrscher. Fürst Tomislav ernannte sich 942 zum König. 1102 unterlagen die kroatischen Truppen dem König von Ungarn, der - in Personalunion - zugleich auch König von Kroatien wurde. Gemeinsam mit Serbien bildeten die beiden Staaten lange Europas Bollwerk gegen das mächtige Osmanische Reich. Nach Niederlage gegen die Türken 1526 bei Mohacs wurde Kroatin zwischen Habsburger- und Osmanen-Reich aufgeteilt. Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Monarchie schloß sich Kroatien 1918 dem Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen an, das 1929 in "Königreich Jugoslawien" umbenannt wurde. Ante Pavelic gründete daraufhin die Ustascha, eine Terrororganisation mit dem Ziel der kroatischen Unabhängigkeit. Hitlers Überfall auf Jugoslawien 1941 ließ den "unabhängigen Staat" Kroatien entstehen - eine Marionette unter deutsch-italienischem Protektion. Die folgende Säuberungswelle kostete etwas 80.000 Serben, Juden und Zigeuner das Leben. 1945 wurde Kroatien Teil der kommunistischen Föderativen Republik Jugoslawien unter dem Kroaten Tito. Nach dessen Tod 1980 brachen die alten Ressentiments hervor. 1990 gab sich Kroatien eine eigene Verfassung und Franjo Tudjman ließ sich zum Präsidenten wählen. 94% der Kroaten stimmten im Mai 1991 für die Unabhängigkeit, die formell am 25. Juni 1991 in Zagreb erklärt wurde. Daraufhin marschierte die jugoslawische Armee ein und besetzte ein Drittel der vorwiegend von Serben bewohnten Gebiete Kroatiens (Slawonien, Krajina). In der Krajina wurde die "Serbische Republik" proklamiert, eine ethnische Säuberung vertrieb 250.000 Nicht-Serben. Das Regime Tudjmans - der sich bei einer Wahl 1992 noch einmal bestätigen ließ - nahm inzwischen autokratische Züge an: Rundfunk und Fernsehen gerieten fast völlig unter Regierungskontrolle. Im Mai 1995 eroberten kroatische Truppen Westslawonien zurück (8000 serbische Flüchtlinge), im August 1995 die Krajinia (120.000 serbische Flüchtlinge). Nach dem Abkommen von Erdut (Rückgabe der serbisch besetzten Gebiete Baranja, Ostslawonien und Westsyrmien) entspannte sich das Verhältnis zu Rest-Jugoslawien (Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1996). Als letztes von Serben besetztes Gebiet wurde Anfang 1998 auch das ölreiche Vokovar an Kroatien zurückgegeben. 


Hintergrundberichte:

02.07.09 Plötzlich politikmüde

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