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Innerhalb Jugoslawiens war der Kosovo die ärmste Region. Ursache dafür war neben der allgemeinen Rückständigkeit der Region auch eine verfehlte Wirtschafts- und Strukturpolitik der Ära Tito: im Kosovo wurde überwiegend rohstofferzeugende und wenig weiterverarbeitende Industrie angesiedelt. Zwar wurde der Kosovo von anderen jugoslawischen Republiken subventioniert, trotzdem lagen die Investitionen in den sechziger und siebziger Jahren bei etwa fünfzig Prozent des jugoslawischen Durchschnitts. Die Subventionen gingen darüber hinaus zu einem guten Teil in den nichtproduktiven, das heißt bürokratischen Bereich. Im Jahre 1989 lag das monatliche Durchschnittseinkommen im Kosovo bei 454 Dinar (Slowenien: 1180; Kroatien: 823; Zentralserbien: 784). In den frühen neunziger Jahren wurde die wirtschaftliche Produktivität des Kosovos noch einmal halbiert. Gründe waren der Zerfall des früheren Wirtschaftsraumes Jugoslawien im Gefolge der innerjugoslawischen Bürgerkriege, internationale Sanktionen und mangelnder Zugang zu auswärtigen Märkten und Finanzen. Durch den serbisch-albanischen Konflikt kam es 1998/99 noch einmal zu einem Rückgang von 20 Prozent auf einem ohnehin schon sehr niedrigen Niveau. Die Wirtschaft des Kosovos stützt sich zum einen auf kleinbäuerliche Familienbetriebe sowie Privatunternehmen im Handels- und Bausektor, die nach dem Krieg gegründet und teilweise aus Fonds der EU gefördert werden, jedoch oft unterkapitalisiert sind. Die Finanztransfers aus dem Ausland gingen seit 2003 erheblich zurück. Daneben gibt es 18 Agrarkombinate, 124 staatliche Unternehmen und 150 genossenschaftliche Betriebe (Stand: 2005). Diese Unternehmen befinden sich in gesellschaftlichem Eigentum ("socially owned"), eine Sonderform des Eigentums im jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus, die nicht mit dem Staatseigentum in den anderen sozialistischen Ländern identisch ist. Nach Aussage des ehemaligen UNMIK-Chefs Michael Steiner weiss niemand, wem diese Betriebe überhaupt gehören. Sie werden seit dem Jahr 2002 von der "Kosovo-Treuhandanstalt" (KTA/AKM) verwaltet, die der UNMIK untersteht. |
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