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Seit dem 2. vorchristlichen Jahrtausend drangen indogermanische Stämme nach Griechenland und vermischten sich mit der Urbevölkerung. Hellas, das antike Griechenland, war das geistig-kulturelle Zentrum des Abendlandes. Seine Errungenschaften in den bildenden Künsten, der Architektur, Wissenschaft, Mathematik, Philosophie und Literatur sowie beim Theater prägen die europäische Kultur bis heute. Das Ideal der Demokratie, die Herrschaft des Volkes, wurde von griechischen Staatsphilosophen erdacht. Seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich die Stadtstaaten. besonders Athen und Sparta standen im ruinösen kriegerischen Wettbewerb miteinander, bis der Mazedonier Philipp II. die Macht eroberte. Sein Sohn Alexander der Große brachte die hellenische Kultur bis ins heutige Indien. Aber sein Großreich erlosch bald nach seinem Tod 323 v. Chr. Im 2. und 1. Jahrhundert v. Chr. besetzten die Römer die Region. Für fast zwei Jahrtausende verloren die Hellenen ihre Unabhängigkeit - an die Römer, das Byzantische und schließlich Osmanische Reich. Inspiriert von der französischen Revolution und den Idealen der Aufklärung forderten Anfang des 19. Jahrhunderts auch die Griechen die Unabhängigkeit. Im Befreiungskrieg 1821 bis 1829 wurden sie von Frankreich, England und Rußland unterstützt. Griechenland erklärte sich 1830 zur unabhängigen Erbmonarchie und setzte auf Betreiben der Großmächte den minderjährigen bayrischen Prinzen Otto auf den Thron. Die Griechen rebellierten gegen den autoritären Wittelsbacher, vertrieben und ersetzten ihn 1862 durch einen dänischen Prinzen, der als Georg I. von 1863 bis zu seiner Ermordung 1913 herrschte. In seine Ära fällt die Einführung des parlamentarischen Regierungssystems. In den Balkankriegen 1912 und 1913 expandierte Griechenland in etwa auf die Grenzen seines heutigen Territoriums. Kreta kam heim ins neue Reich der Hellenen, dazu große Teile Mazedoniens. Gegen den Willen des neuen Königs Konstantin I. führte Premier Eleftherios Venizelos Griechenland 1915 auf die Seite der Entente in den 1. Weltkrieg. Konstantin I. verließ bis 1920 das Land. Im Jahr zuvor hatten griechische Truppen Teile Kleinasiens mit Smyrna (Izmir) besetzt, wurden aber von Kemal Atatürks Soldaten 1922 vernichtend geschlagen. Tausende Griechen kamen um, über 1 Millionen wurden von der türkischen Westküste ins Mutterland vertrieben. Im Zweiten Weltkrieg forderte Italien ultimativ Stützpunkte auf griechischem Boden. Athen lehnte ab und schlug Mussolinis Truppen in die Flucht. Doch Hitler kam seinem Achsenpartner zur Hilfe und Griechenland mußte die gewaltsame Besetzung durch italienische, bulgarische und vor allem Nazi-Truppen erleiden. Die Deutschen zogen ein brutales Regime auf, der Widerstand von Partisanen und Zivilisten wurde mit Massenerschießungen geahndet. Die jüdische Bevölkerung wurde nahezu ausgelöscht, das Land geplündert. Ein Jahr nach Kriegsende wurde die Monarchie wiedereingeführt. Im selben Jahr, 1946, entflammte erneut ein blutiger Bürgerkrieg (40.000 Tote) zwischen Kommunisten und Royalisten. Mit britischer und amerikanischer Hilfe wurden die Kommunisten 1949 besiegt. Instabilität (mit 16 Regierungen in 6 Jahren) kennzeichnete die Nachkriegszeit. Mit Griechenlands Eintritt in die NATO 1951 nahmen die USA zunehmend Einfluß auf die politischen Prozesse in Athen, konnten aber nicht verhindern, daß - nach einer Phase des Wiederaufbaues unter dem konservativen Premier Konstantin Karamanlis - die zur Zentrumsunion vereinten Parteien der linken Mitte um Geogio Papandreou 1963 und 1964 die Wahlen gewannen und damit begannen, die Innenpolitik zu liberalisieren. Politische Turbulenzen und Parteien-Ranküne mündeten am 21. April 1967 in den Militärputsch einer Offiziersgruppe um den Obristen Georgios Papadopoules. Ein zögerlicher Gegencoup des seit 1964 herrschenden Königs Konstantin II. scheiterte, Konstantin ging ins Exil. Die Junta errichtete eine Schreckensherrschaft mit Ausnahmezustand und Gleichschaltung der Presse, Massenverhaftungen und Deportationen auf die KZ-Inseln Jaros und Leros. Das Ende der Junta kam im Juli 1974 mit der Verwicklung des Militärs in einen Putsch gegen Erzbischof Makarios von Zypern. Ziel der Umstürzler war "Enosis", der Anschluß Zyperns an Griechenland. Die Türkei besetzte daraufhin den Norden der Insel und drohte mit Krieg. Das Debakel zwang die Athener Militärs, die Macht wieder den Politikern zu übertragen. Sie riefen Karamanlis aus dem Pariser Exil zurück, dessen konservative Neue Demokratie bei Parlamentswahlen die absolute Mehrheit errang. Ebenfalls 1974 beendete ein Volksentscheid die Monarchie. 1975 trat eine neue demokratische Verfassung in Kraft; alle Parteien, auch die Kommunisten, wurden wieder zugelassen. 1980 avancierte Karamanlis zum Staatspräsidenten, 1981 erhielt Griechenland die volle EU-Mitgliedschaft, die aber, nach dem Wahlsieg des Papandreou-Sohn Andreas sogleich wieder in Frage stand. Der Chef der sozialistischen Pasok propagierte den Austritt aus der EG und NATO, steuerte aber de facto einen moderaten Kurs und sorgte vorübergehend sogar für ein entspanntes Verhältnis mit der Türkei. Schon vor dem Tod Papandreous (1996), der sich mittlerweile zur europäischen Integration Griechenlands bekannt hatte, brachen in der Pasok heftige Kämpfe aus. Nachfolger des Gründers wurde nicht dessen umstrittene zweite Ehefrau, die Ex-Stewardess Dimitra ("Mimi") Liani-Papandreou, sondern ein Vertreter des anderen Lagers, Kostas Simitis, ehemals Jura-Professor an der Universität Gießen. Sonderfall Athos Auf griechischem Boden, auf dem östlichen Finger der Halbinsel Chalkidike im Norden des Landes, liegt das seit der Besetzung Tibets durch China letzte theokratische Staatswesen der Welt: die orthodoxe Mönchsrepublik Athos, ganze 400 qkm groß. 963 gründete Athanasios aus Trapezunt auf dem Heiligen Berg das erste der 20 Klöster, die zu ihrer Blütezeit im Mittelalter bis zu 40.000 fromme Brüder der Orthodoxe beherbigten. Vor allem die slawischen Völker zog es traditionell in die wehrhaft befestigten Bauten der Athos-Brüder. Nach der russischen Revolution 1917 und dem Siegeszug der Kommunisten ging der Zustrom von dort zurück. Nach 1989 schwoll durch Zuwanderungen aus Rußland und aus Kriegsregionen wie Bosnien die Schar der heiligen Männer wieder von 1500 auf 3000 an. Athos verteidigte seine Autonomie unter wechselnden weltlichen Schutzherren, seit 1923 untersteht es dem griechischen Staat. die Mönche erwehrten sich arabischer Piraten und fränkischer Söldner, abendländischen Kreuzritter und orthodoxer Patriarchen. Die osmanischen Sultane schickten zwar Kontrolleure, respektierten aber Glauben und Selbstverwaltung der Andersgläubigen. Selbst Hitlers Wehrmacht machte vor dem Berg Athos halt. Ende 1943 verhinderte sie einen Zugriff der Beutekunstjäger vom Sonderstab Rosenberg auf die Schätze des Klosters. Ein Teil der Pracht - Bibeln, Urkunden, Prunkgewänder, Gemälde, Skulpturen, Ikonen - war 1997 in Thessaloniki, in jenem Jahr Kulturhauptstadt Europas, erstmals außerhalb der Mönchskloster zu sehen. Unter den Besuchern waren unverhältnismäßig viele Frauen: ihnen ist der Zutritt zur Republik seit 1046 verwehrt. Griechische Feministen wollen das Verbot als Verstoß gegen EU-Recht zu Fall bringen. Ein landesweiter Generalstreik hat das öffentliche Leben in Griechenland am 11.05.2005 nahezu vollständig lahm gelegt. Schulen, Banken und viele Behörden blieben geschlossen, der öffentliche Nahverkehr kam zum Erliegen, die Krankenhäuser arbeiteten mit Notbesetzung. Der Ausstand richtete sich gegen die Entscheidung der Regierung, den Tag der Arbeit, der in diesem Jahr auf den orthodoxen Ostersonntag gefallen war, nicht wie von den Gewerkschaften gefordert auf den 11. Mai zu verschieben. In der Nacht zuvor hatten 50 griechische Autonome rund einhundert Menschen sechs Stunden lang in der technischen Universität von Athen festgehalten. Die Auseinandersetzungen hatten begonnen, als zwei Ex-Minister zu einer Buchvorstellung an der Hochschule ankamen. Ihre Leibwächter wurden nach Polizeiangaben von den Autonomen angegriffen. Ein Polizist schoss und verletzte einen 28-jährigen Autonomen am Fuß. Hintergrundberichte:
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