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Bildung: Schulpflicht von 6 bis 16 Jahren. Der Schulbesuch ist kostenlos. Anteil des Bildungsetats an den Staatsausgaben des Zentralstaates rund 20%. Das Schulsystem ist stark zentralisiert, wird seit 1980 bzw. 1986 flexibler gehandhabt und zunehmend regional geregelt. Private Schulausbildung (für 17% aller Schüler) liegt überwiegend in den Händen der katholischen Kirche und ist ein stets wiederkehrendes "Kulturkampf"-Thema. Einschulungsquote im Primarbereich 98,9%. 87 Unis und 3 technische Fachhochschulen. Außerdem Grandes Ecoles zur Verwaltungs- und Polit-Eliteförderung mit strengen Aufnahmeprüfungen; wer eine dieser Schulen besucht, hat eine glänzende Karriere vor sich. Analphabetenrate unter 5%.

Kultur: Mit seinen Impulsen für die europäische Kultur und Kunst nimmt Frankreich eine Sonderstellung ein. Auf allen Gebieten der Literatur, Malerei, Plastik, Musik und Architektur haben französische Künstler Wegweisendes geleistet.

Familienstruktur: Eine Ehe wird nur dann offiziell anerkannt, wenn sie standesamtlich geschlossen wird. Viele Paare lassen sich aber zusätzlich kirchlich trauen. Immer mehr Menschen leben in eheähnlichen Gemeinschaften ohne Trauschein zusammen. Innerhalb der Familien ist das Verhältnis zueinander sehr eng und von großer Loyalität geprägt. Die durchschnittliche Familie hat höchstens zwei Kinder, und viele Kinder verlassen bald, nach Beendigung der Schule, ihr Elternhaus. Der Lebensstandard Frankreichs ist einer der höchsten in Europa. Während der letzten vierzig Jahre haben sich die Wohnverhältnisse deutlich verbessert: Über fünfzig Prozent der Bevölkerung besitzen ein Eigenheim.

Umgangsformen: In Frankreich ist es üblich, sich zur Begrüßung die Hand zu reichen. Unter Freunden wird Frauen oft ein Begrüßungskuss auf die Wange gegeben (von Männern und Frauen); oft wird dabei auch nur die Wange berührt. Die allgemein üblichen Begrüßungsformeln lauten Bonjour (“Guten Tag”) und Comment allez-vous? oder das weniger förmliche Ça va? (was beides so viel wie “Wie geht es Ihnen/Dir?” bedeutet). Die Abschiedsformel lautet Au revoir (“Auf Wiedersehen”) oder das lockerere A bientôt (“Bis bald!”). Unter Freunden und guten Kollegen nennt man sich beim Vornamen, ansonsten ist der Gebrauch von Titeln wichtig und üblich. Daneben zählen zur Anrede auch Monsieur (“Herr”), Madame (“Frau”) und Mademoiselle (“Fräulein”). Das örtliche Café ist das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens, viele Franzosen verbringen ihre Abende aber auch zu Hause. Ausgehen ist oft für das Wochenende reserviert. Unangekündigter Besuch ist in Frankreich eher die Ausnahme. Zu einer Verabredung mit fünfzehn bis zwanzig Minuten Verspätung zu kommen, stellt nichts Ungewöhnliches dar, doch noch später einzutreffen gilt als sehr unhöflich. Dem Gastgeber wird meistens eine Flasche Wein oder eine kleine Aufmerksamkeit überreicht. Französische Gastgeber fühlen sich dazu verpflichtet (und genießen dies auch), einen feierlichen Anlass zu organisieren und zu planen, indem sie z. B. eine Sitzordnung erstellen und die Konversation führen. Von den Gästen wird erwartet, dass sie dem Gastgeber eine gewisse Achtung entgegenbringen, und dass sie sich nicht zu sehr zu Hause fühlen, außer sie sind sehr enge Freunde. Es ist wichtig, das Essen und den Wein zu loben, da viele, gerade auf ersteres, sehr stolz sind.

Freizeit: Rugby und vor allem Fußball ziehen viele Zuschauer an; außerdem wird die alljährliche Tour de France mit Begeisterung verfolgt. Fast zwei Millionen Menschen sind Mitglieder in Fußballklubs, außerdem sind Fahrrad fahren, Fischen, Tennis, Wandern, Ski fahren und Segeln beliebte Freizeitbeschäftigungen. Auch die Jagd, Reiten und Golf sind populär. Besonders im Süden des Landes, dem Ursprungsgebiet dieses Spiels, wird oft Pétanque (oder Boule) gespielt. Bei Pferderennen schließt man gerne Wetten ab. Stierkämpfe finden in Südfrankreich, hauptsächlich im Languedoc-Roussillon und im Baskenland, statt. Im Sommer werden in ganz Frankreich Musikfestivals veranstaltet. Kulturelle Ereignisse wie Konzerte, Theater und die Oper erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Großzügige staatliche Subventionen haben zu einem Erblühen der Theaterlandschaft geführt. Das Kino ist noch immer sehr beliebt, und auch die vielen Museen werden stark frequentiert.

Sport: Gastgeber Frankreich wurde im Fußball 1984 Europameister und 1998 Weltmeister. Bei Olympischen Spielen gewannen die französischen Aktiven 216 Gold-, 236 Silber- und 267 Bronzemedaillen.

Weltkulturerbe: Kathedrale von Chartres; Höhlenmalereien im Tal der Vezere; Mont St. Michel und seine Bucht; Schloss und Park von Versailles; Abteikirche und Stadthügel von Vezelay; Kathedrale von Amiens; Schloss Chambord an der Loire; ehem. Zisterzienserabtei Fontenay; Schloss und Park von Fontainebleau; Römische und romantische Denkmäler von Arles; Römisches Theater und Triumphbogen von Orange; Königliche Salinen von Arc-et-Senans; Place Stanislas, Place de la Carriere und Place d'Alliance in Nancy; Kirche von Saint-Savin-sur-Gartempe; Kap Girolta, Cap Porto, Naturschutzgebiet Scandola und die Piana Calanques auf Korsika; Römischer Äquädunkt Pont du Gard; Straßburg, Grand Ile (historisches Zentrum); Seineufer in Paris zwischen Pont de Sully und Pont d'Iena; Kathedrale, Palais du Tau und Kloster Saint Remi in Reims; Kathedrale von Bourges; Papstpalast mit umliegendem historischen Ensemble in Avignon; Canal du Midi; Carcassonne; Berglandschaft Mount Perdu in den Pyrenäen; Pilgerwege nach Santiago de Compostela; Historische Stätten in Lyon; Bezirk Saint-Emilion (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 8.2
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) (2003) 13.3
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 5.2
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,4
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 7,7
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 4
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 17
HIV-Infektionsrate (in %) 0,4
Lebenserwartung Männer 77
Lebenserwartung Frauen 84
Frauenanteil an den Beschäftigten 45,9

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