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Vergeblicher Kampf gegen die Krone 05.11.2006. Vier Nachfahren der Meuterer auf der "Bounty" müssen jetzt ins Gefängnis. In letzter Instanz wurde vom Oberhaus in London ihr Protest gegen das vor zwei Jahren verhängte Urteil abgeschmettert. Die Männer, die auf der einsamen Südseeinsel Pitcairn zu Hause sind, hatten vorgebracht, dass sie seit der Meuterei ihrer Altvorderen auf einem britischen Schiff im Jahr 1789 nicht mehr der Krone untertan seien und demzufolge auch britisches Recht für sie nicht gelte. Die Richter in London sahen das anders: Das kleine Eiland, auf dem nur knapp 50 Menschen leben, gehöre sehr wohl zu Großbritannien; wer dort wohne, habe sich also nach dessen Gesetzen zu richten, und diese verbieten Sex mit Minderjährigen. Genau darum ging es: Insgesamt sieben Männer, darunter ein Nachkömmling von Chef-Meuterer Fletcher Christian und der frühere Bürgermeister der Insel Steve Christian, waren seinerzeit angeklagt, sich in mehr als 50, teils lange zurückliegenden Fällen an deutlich zu jungen Mädchen vergriffen zu haben. Dass sogar zwei Frauen von Pitcairn bezeugten, die Sitten seien hier eben anders und selbst Sex mit Zwölfjährigen nicht so ungewöhnlich, half den Angeklagten wenig. Vier von ihnen wurden zu Haftstrafen zwischen zwei und sechs Jahren verdonnert. Dieses Urteil ist nun rechtskräftig. Für die Häftlinge in spe wurde eigens ein Gefängnis gebaut, für das man in Neuseeland sieben Aufseher anheuerte. Denn auf Pitcairn ist Personal knapp: Mit den Verurteilten verschwindet fast ein Drittel der arbeitsfähigen Männer im Bau, und bei den übrig gebliebenen Bewohnern stellt sich die bange Frage, wer zum Beispiel künftig die traditionellen Langboote durch die Brandung zu den Versorgungsschiffen oder zum Fischen rudern soll.
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