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Hessen
Weite Wälder, Berge und Senken prägen die Naturlandschaft in Hessen. Bekannter sind jedoch die Bilder der Main-Metropole und Bankenstadt Frankfurt: Flugzeuge, Wolkenkratzer und Fußgängerzonen. Die Gegensätze könnten kaum größer sein. Frankfurt ist ein hektischer Handels- und Verkehrsknotenpunkt. Doch auch die Entstehungsgeschichte der hessischen Landschaften kennzeichnet eine Art von geologischer Hektik. Ein Beispiel ist der Vogelsberg, eines der größten Vulkangebiete Europas. Beschaulich geht es dagegen im Westerwald zu. Und Ruhe strahlt auch die Landeshauptstadt Wiesbaden mit seinen breiten Alleen aus. Der Westen Hessens wird vom Rheinischen Schiefergebirge bestimmt. Im Osten schließt das Hessische Bergland an. Den Südwesten nehmen das Oberrheinische Tiefland und der Odenwald ein und im Südosten beherrschen der Vogelsberg und die Rhön das Landschaftsbild. Zusammen mit Rheinland-Pfalz besitzt Hessen den größten Waldanteil in Deutschland. Große Landschaftseinheiten des Rheinischen Schiefergebirges sind der Taunus, der Westerwald und der Kellerberg. Flüsse und Gebirgsbäche durchschneiden diese Hohenzüge und formen ein abwechslungsreiches Relief. Der dichtbewaldete Taunus wird auch als "grüne Lunge" des Rhein-Main-Gebietes bezeichnet. Er ist der Naherholungsraum für rund 3 Millionen Menschen. Der große Feldberg ist mit 879 m der höchste Berg im Rheinischen Schiefergebirge. Das südlich angrenzende Oberrheinische Tiefland ist unter Geologen als Oberrheingraben bekannt. Er stellt einen abgesenkten Bereich der Erdkruste dar. In dem Graben ist eine rund 3000 bis 4000 m dicke Schicht von Gesteinen aus der Erdneuzeit angehäuft. Der Oberrheingraben reicht als sogenannte Hessische Senke über Frankfurt und Offenbach nach Norden. Zwischen dem Taunus und dem Vogelsberg bildet er eine Bucht, die Wetterau. Diese Gegend zeichnet sich, wie der Name schon vermuten läßt, durch ein vorteilhaftes Klima und fruchtbare Böden aus. Der Odenwald hat zwei Gesichter. Im Westen herrscht großer Artenreichtum vor. Wärmeliebende Pflanzen finden hier gute Wachstumsbedingungen und an den Hängen zum Rhein blühen viele Obstbäume. Dagegen ist der überwiegend zu Baden-Württemberg gehörende Ostteil erheblich kühler und mit Nadelwälder überzogen. Das Hessische Bergland schließt sich nördlich der Wetterau an. Es beginnt mit dem mächtigen, gleichmäßig geformten Vogelsberg, der eine Gesamtfläche von 2500 km2 einnimmt. Seine einzige Gesteinsart an der Oberfläche ist der Basalt. Dieses dunkelgraue Gestein tritt hier in mehreren Schichten, den sogenannten Decken, auf. Im übrigen Hessischen Bergland trifft man an verschiedenen Stellen ebenfalls auf Basaltgestein. Das gesamte Gelände ist sehr hügelig und eine artenreiche Pflanzenwelt hat sich auf dem wechselhaften Untergrund eingefunden. Die hessische Rhön ist in den Höhen überwiegend von Basaltgestein bedeckt. Die Westerkuppe ist mit 950 m die höchste Erhebung in Hessen. Etwa in der Mitte zwischen Bingen und Koblenz überragt die Loreley den Rhein. Der 132 m hohe Schieferfelsen gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten Deutschlands. Die prachtvolle Kubacher Kristallhöhle bei Weilburg im Taunus besticht durch ihre glitzernden Tropfsteine. Bodenschätze/Landwirtschaft Bodenschätze treten nur in relativ kleinen Lagerstätten auf. In der Wetterau gibt es Braunkohle, im hessischen Ried werden sogar Erdöl und Erdgas gefördert. Kalisalz baut man im Werratal und in der Nähe von Fulda ab. Am Ostrand des Oberrheingrabens treten zahlreiche Mineralquellen an die Oberfläche. In der Beckenlandschaft des Oberrheingrabens wird intensiver Landbau betrieben: Weinanbau im Rheingau westlich von Wiesbaden, Zuckerrüben- und Gemüseanbau in der Wetterau bei Frankfurt, Hackfruchtbau im Hessischen Ried. Das Rhein-Main-Gebiet ist der zweitgrößte Ballungsraum Deutschlands. Hier sind alle Produktionszweige angesiedelt: Maschinenbau, Autobau, chemische und elektrotechnische Unternehmen. Der internationale Flughafen von Frankfurt bietet mehreren zehntausenden Menschen Arbeit. Viele internationale und die großen deutschen Banken haben in Frankfurt ihren Sitz. Das Rhein-Main-Gebiet, vor allem die Stadt Frankfurt, ist der wichtigste Verkehrsknotenpunkt Deutschlands. Gemessen an der Zahl der beförderten Passagiere besitzt Frankfurt den zweitgrößten Flughafen in Europa. Beim Transport von Frachten ist er sogar die Nummer eins. Ortskern von Amöneburg auf Basaltkuppe; Goethehaus, Römer und Senckenberg-Museum in Frankfurt Basalt --> Basalt ist ein vulkanisches Gestein, das aus dünnflüssiger Lava entsteht. Bei der Abkühlung kann es zu typischen mehrkantigen Säulen erstarren (Säulenbasalt), die häufig viele Meter lang sind. |
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