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Bulgarien kann heute die Früchte seiner mehrjährigen Stabilitätspolitik ernten, die bereits im Jahr 2002 zur Anerkennung als funktionierende Marktwirtschaft durch die EU geführt hatte. Dabei stand Bulgarien noch im Winter 1996/1997 buchstäblich am Abgrund. Die schwere Wirtschafts- und Bankenkrise dieses "Hungerwinters" folgte einer jahrelangen Ausplünderung des Staats durch seine "gewendeten" Eliten. Bulgarien hat die Beitrittverhandlungen mit der Europäischen Union technisch abgeschlossen, wird den Beitrittsvertrag am 25.04.2005 unterzeichnen und voraussichtlich am 01.01.2007 der EU beitreten. Mit der Hinterlegung der Ratifikationsurkunde am 29. März 2004 in Washington ist Bulgarien bereits Vollmitglied der NATO und treibt damit seine Integration in das europäische Sicherheitsgefüge weiter voran. Trotz der im Herbst 2003 auf starken Druck der Europäischen Union erfolgten Justizreform stellt die Schwäche des bulgarischen Justizsystems weiter eines der größten Hindernisse für eine gedeihliche wirtschaftliche Entwicklung dar. Korruption ist bei öffentlichen Ausschreibungen verbreitet, die Verwaltung, einschließlich der Steuer- und Zollverwaltung gilt im übrigen jedoch im Regionalvergleich als relativ korrekt. Schwierigkeiten bereiten darüber hinaus eine Vielzahl unklarer und aufgesplitterter Verwaltungsverfahren und die noch geringe Erfahrung der lokalen Behörden bei der Anwendung des EU-Rechts, was häufig noch durch fehlende Verwaltungsvorschriften verstärkt wird. Die Regierung hat mit dem Mitte April 2004 verabschiedeten und seit Sommer wirksamen neuen Investitionsförderungsgesetz für Großinvestoren (Investitionssumme größer als 5 Mio. EUR) und mit der Novelle zum Gesetz zur Förderung von kleinen- und mittleren Unternehmen, das Anfang Juli 2004 im Parlament verabschiedet wurde, erstmals konkrete Gegenmaßnahmen ergriffen. Für eine Beurteilung dieser Maßnahmen ist es jedoch noch zu früh. Probleme entstehen auch durch ein weiterhin stark aufgeblähtes Zulassungs- und Lizenzierungssystem, dessen Straffung sich die Regierung zwar verschrieben hat, dessen Abschaffung aber aufgrund seines nicht unerheblichen Beitrags zu den Staatseinnahmen weiter schwierig bleibt Wirtschaftliche Kennziffern:
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