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Bildung: Schulpflicht von 6-16 Jahren. Danach gibt es weiterführende Schulen. Bulgarien hat 41 Hochschulen, davon 10 technische. Einschulungsquote im primären Bereich: 92%. Die Hochschuleinschreibung in der betreffenden Altersgruppe lag 1994 bei 34,3%.

Kultur: Die frühe bulgarische Kultur vereint Einflüsse aus dem Orient und aus Byzanz. Während der Zugehörigkeit zum Osmanischen Reich verfiel die bulgarische Kultur. Erst im 19. Jahrhundert begann eine neue Blütezeit, als die Unabhängigkeitsbewegung erstarkte.

Familienstruktur: Das Heiratsalter liegt bei Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, bei Männern etwas höher. Der standesamtlichen Trauung folgt meist eine kirchliche Zeremonie mit einem nachfolgenden Empfang, bei dem bis in die Abendstunden mit Musik und Tanz gefeiert wird. Einer der Hochzeitsbräuche ist das Anheften von Geldscheinen auf das Brautkleid, um dem Paar Wohlstand zu wünschen. Des Weiteren bringt der Bräutigam der Braut in ihrem Elternhaus ein Ständchen. Ein anderer Brauch besteht darin, dass die beiden jeweils an einem Ende eines Brotlaibs ziehen. Man sagt, dass derjenige, der das größere Stück davon abreißt, im Hause den Ton angeben wird. Flitterwochen sind eine recht junge Sitte. In bulgarischen Familien ist es selbstverständlich, sich gegenseitig zu unterstützen. Die einzelnen Familienmitglieder können auf den starken Zusammenhalt der Familie bauen. Ältere, pflegebedürftige Leute werden häufig von ihren erwachsenen Kindern versorgt. In Städten leben die meisten Familien in Mietwohnungen. Aufgrund des großen Wohnungsmangels leben ledige Erwachsene in der Regel bei ihren Eltern. Dies gilt auch für viele neu vermählte Paare, die bei den Eltern wohnen, bis sie eine eigene Wohnung gefunden haben. Familien in ländlichen Gegenden besitzen meist eigene Häuser. Viele Häuser in den Dörfern gehören Städtern, die diese als Wochenend- und Ferienhäuser benutzen oder ihren pensionierten Eltern überlassen. Familien auf dem Land sind in der Regel kinderreicher als in der Stadt. In den Städten arbeiten die meisten Frauen außer Haus, so dass die Großeltern eine wichtige Rolle bei der Kindererziehung spielen.

Umgangsformen: Die eher förmlichen Begrüßungsformeln sind Kak ste? (“Wie geht es ihnen?”) oder Zdravaite (“Hallo”). Die weniger formellen Entsprechungen sind: Kak si? und Zdrasti oder Zdrave (“Gesundheit”). Diese Formeln benutzt man unter Freunden, Verwandten und Kollegen. Andere Grüße sind: Dobro utro (“Guten Morgen”), Dober den (“Guten Tag”), Dober vetcher (“Guten Abend”) oder Leka nosht (“Gute Nacht”). Frauen küssen sich, wenn sie gut befreundet sind, auf die Wangen. Der Vorname wird zur Anrede nur bei zwanglosen Treffen verwendet. Ansonsten verwendet man den Berufstitel oder Gospodin (“Herr”), Gospozha (“Frau”) oder Gospozhitsa (“Fräulein”) zusammen mit dem Nachnamen. Zum Abschied sagt man gewöhnlich Do vizhdana (“Auf Wiedersehen”). Freunde wünschen sich auch Vsichko hubavo (“Alles Gute”) oder sagen Ciao (aus dem Italienischen übernommen). Sein Einverständnis (also “Ja”) zeigt man – im Gegensatz zu westlichen Konventionen – durch Schütteln des Kopfes. “Nein” drückt man mit einem zweimaligen Nicken des Kopfes aus. Durch Bewegen des Zeigefingers nach vorne und hinten wird das “Nein” verstärkt. Durch das gleichzeitige Aussprechen von “tsk” wird Missfallen geäußert. Der gesellschaftliche Kontakt zu Hause oder in Cafés stellt einen wichtigen Bestandteil des Lebens in Bulgarien dar. Freunde und Nachbarn kommen häufig auch ohne Ankündigung zu Besuch, und Bulgaren laden gerne Freunde zum Essen ein. Abends besucht man sich zumeist ab 20 Uhr und bleibt zu bestimmten Anlässen bis in die späte Nacht. Bulgaren sind stolz auf ihre Gastfreundschaft und unterhalten sich gerne. Es wird als unhöflich betrachtet, früh zu gehen.

Freizeit: Skifahren, Fußball und Basketball sind in Bulgarien beliebte Sportarten. Viele Bulgaren gehen gerne Wandern oder machen Ausflüge ins Grüne. Beliebte Reiseziele im Sommer sind die Strände des Schwarzen Meeres und das Gebirge. Die Bulgaren lieben ihre Volkstänze und -musik. Über das ganze Jahr verteilt finden Feste statt, die die Tradition der bulgarischen Kultur aufleben lassen. Die darstellenden Künste (Ballett, Oper und klassische Musik) werden gefördert, selbst in kleineren Städten finden sich Theater.

Sport: Bei Olympischen Spielen gewannen bulgarische SportlerInnen 52 Gold-, 86 Silber- und 80 Bronzemedaillen.

Weltkulturerbe: Kirche von Bojana (Sofia); Felsenrelief des Reiters von Madara; Thrakergrab von Kazanlak; Felskirchen von Ivanovo; Biosphärenreservat Srebarna (von der UNESCO als besonders gefährdet eingestuft); Nationalpark Pirin; Kloster Rila; Thrakergrab von Sweschtari (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier).

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 4,6
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) 4,2
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 8,9
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,6
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 6,3
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 12
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 32
Lebenserwartung Männer 69
Lebenserwartung Frauen 76
Zugang zu sauberem Trinkwasser (in %)
--> in städtischen Gebieten
--> in ländlichen Gebieten

100
100
Zugang zu sanitären Anlagen (in %)
--> in städtischen Gebieten
--> in ländlichen Gebieten

100
96
Frauenanteil an den Beschäftigten 46,0%
HIV-Infektionsrate: < 2%

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