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Die Bevölkerung zusammengesetzt aus Serben, Kroaten und Mohammedanern, stand mit dem Ende des Kommunismus einer Konfliktsituation gegenüber. Bosnien-Herzegowina erklärte seine Souveränität im Oktober 1991 und danach, im März 1992, seine Unabhängigkeit. Die Ablehnung durch die bosnischen Serben bewirkte eine Intensivierung und Ausdehnung des Krieges auf das gesamte Territorium, wobei die 3 großen ethnischen Gruppen einander gegenüberstanden. Die Situation hat sich seit 1995 nach dem diplomatischen und militärischen Eingreifen des Westens nach und nach entspannt. Am 21. Dezember wurde im Abkommen von Dayton der Verlauf der bosnischen Grenzen festgeschrieben. Das Land ist zweigeteilt, in einen kroatisch -muslimischen und, im Norden, einen serbischen Teil. Die NATO entsendet 20 000 Soldaten zur Einhaltung des Abkommens, gleichzeitig beginnt ein Prozeß des Wiederaufbaus. Sarajevo, die zum Symbol gewordene Stadt, wird am 19. März 1996 wiedervereinigt. Durch den Krieg wurden insgesamt mehr als 4,5 Millionen Menschen in Bosnien aus ihren Heimatregionen vertrieben.  Nach einem Bericht der »New York Times« vom 17.8.1999 haben serbische, kroatische und muslimische Führer in Bosnien-Herzegowina Gelder der internationalen Aufbauhilfe in Höhe von 1 Mrd US-Dollar unterschlagen. Mit dem veruntreuten Geld sollten Straßen, Schulen und andere öffentliche Gebäude errichtet werden. Statt dessen gelangten Millionen von Dollars durch Bestechung, Vetternwirtschaft und Schwarzmarktgeschäfte in private Taschen. Seit 1995 erhielt das Anfang der 90er Jahre im Balkankrieg zerstörte Bosnien-Herzegowina insgesamt 5,1 Mrd Dollar Aufbauhilfe.


Aktuelles: Bosnien droht die schwerste Krise seit dem Ende des Krieges 1995. Nach einer am 28.10.2007 erfolgten Ankündigung des starken Mannes der bosnischen Serben, Milorad Dodik, sollen sich alle serbischen Amtsund Mandatsträger aus den Organen Bosnien-Herzegowinas zurückziehen. Über einen entsprechenden Antrag soll heute in Banja Luka das Parlament der Teilrepublik Srpska entscheiden. Die Drohung der bosnischen Serben schlägt international hohe Wellen: Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon haben vor dem Schritt gewarnt. Der USBotschafter in Sarajevo drohte mit einer „schnellen und kraftvollen Reaktion“.

Anlass für die Ankündigung Dodiks ist eine Verfügung des von der EU gestellten Hohen Repräsentanten in Sarajevo, die von den Serben als Bedrohung ihrer Autonomie verstanden wird. Der Slowake Miroslav Lajcak, erst seit vier Monaten im Amt, hatte in der vorigen Woche zwei Gesetzesänderungen erlassen, um Blockaden der bosnischen Organe durch Vertreter einer Volksgruppe zu erschweren. Zum einen soll das Parlament künftig schon dann beschlussfähig sein, wenn die Hälfte der Abgeordneten anwesend ist; bisher musste mindestens je ein Drittel der bosnisch-muslimischen, serbischen und kroatischen Abgeordneten zugegen sein.

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