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Die Belorussen sind einer von drei Zweigen des Ostslawentums. Die Bezeichnung "Belo" oder "Weiß" ist nicht geklärt. Die neuere Forschung leitet aus der Farbsymbolik die Bedeutung "weiß" gleich "westlich" ab, womit relativ eigenständige, nicht von den Tartaren eroberte Fürstentümer um Minsk und Smolensk im westlichen Teil des Kiewer Reiches beschrieben wurden, die später unter die Herrschaft der Litauer, Polen und im 18. Jahrhundert endgültig unter die der Russen gerieten. Die nationalistische belorussische Bewegung war zu schwach, um einen eigenen Staat zu formen. Zu spät kam am Ende des vorigen Jahrhunderts auch die Arbeiterbewegung, aus der 1903 eine eigene Partei, die Belorussische Sozialistische Hramada, hervorging. Sie grenzte sich deutlich gegen die Bolschewisten ab und strebte 1917, nach dem Sturz des Zaren, die Unabhängigkeit an. Das erste unabhängige belorussische Staatsgebilde existierte ab März 1918 für wenige Monate unter den dort stationierten deutschen Weltkrieg-I-Truppen. Diese Republik wurde von den Bolschewiki zerschlagen, die im Januar 1919 eine Belorussische Sozialistische Republik ausriefen. Nach dem sowjetisch-polnischen Krieg mußte Sowjetrußland im Frieden von Riga 1921 die westlichen Teile Belorusslands an Polen abtreten. 1922 wurde der Rest des Landes als Belorussische SSR Gründungsmitglied der UdSSR. Die Sowjets förderten bis in die 30er Jahre gezielt das nationale Kultur- und Bildungswesen. Der stalinistische Terror beendete diese Entwicklung. Mindestens 600.000 Menschen wurden bis 1941 von den Kommunisten umgebracht. Im Zweiten Weltkrieg litt das Land vermutlich am meisten. Die Nazis rotteten die jüdische Minderheit aus und reduzierten die Bevölkerung um ein Viertel (etwa 2.2 Millionen Tote). Belorussland war zudem Schauplatz zahlreicher Kriegshandlungen. Die UdSSR forderte 1945 Sitz und Stimme für alle Teilrepubliken in der UNO. In einem Kompromiß wurde dies der Ukraine und Belorussland zugestanden. Doch die Russizifierung ging weiter, sogar die eigene Sprache ging allmählich verloren. Erst 1991 - nach dem gescheiterten Putsch der Alt-Kommunisten in Moskau - erfolgte die Unabhängigkeitserklärung und die Umbenennung in Belarus. Der neue Staat gründete mit der Ukraine und Rußland im Dezember 1991 die GUS, was zur endgültigen Auflösung der Sowjetunion führte. Der gegenwärtige Präsident Lukaschenko dagegen strebt mit aller Macht eine neue sozialistische Union mit Rußland an. Er konnte dieses Ziel in einem bisher wertlosen Abkommen mit Rußland im April 1997 auch vertraglich fixieren. Amnesty International beklagt das harte Vorgehen gegen oppositionelle Gruppierungen, Mißhandlungen von friedlichen Demonstranten, Zerschlagung von Gewerkschaften und oppositioneller Presse. Im Lande gilt die Todesstrafe (33 Hinrichtungen bis Juli 1998), 82,1% der Bevölkerung stimmten in einem (manipulierten) Referendum ausdrücklich gegen deren Abschaffung. Das Land entfernt sich immer mehr von den politischen Realitäten. Die Bevölkerung wird mit jedem Tag ärmer und kann sich den bescheidenen Lebensstil nicht mehr erhalten. Durch die harte Vorgehensweise gegen die Opposition können sich alternative politische Kräfte bei der Bevölkerung nicht durchsetzen. Somit bleibt als alleinige starke Kraft Lukanschenko. Hintergrundberichte:
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