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Bildung: 11jährige Schulpflicht. Einschulungsquote im Primarbereich 85,7%. Die beiden wichtigsten Universitäten sind Gomel und Minsk. Ausgaben für das Bildungswesen etwa 10% des Gesamthaushaltes. Analphabetenrate: Männer 0,3%, Frauen 0,6%. Kultur: Das kulturelle Leben in der Republik Belarus spiegelt die Suche des relativ jungen unabhängigen Staates nach einer eigenen Identität wider. Elemente der zum Teil wiederentdeckten belarussischen Kultur bestehen neben denjenigen der russischen Kultur, zu der sich ein Großteil der Bevölkerung hingezogen fühlt. Die mit Erlangung der Unabhängigkeit einhergehende Tendenz zur Wiederbesinnung auf belarussische Traditionen und die Verankerung der belarussischen Sprache ist seit Mitte der 90er Jahre einer verstärkten Hinwendung zur russischen Sprache und Kultur gewichen. Sowohl Belarussisch als auch Russisch sind offizielle Staatssprachen. Die derzeitige staatliche Kulturpolitik richtet sich nach Vorgaben, die Präsident Lukaschenko 2003 formuliert hat. Kulturminister Guljako charakterisierte im Januar 2004 den 60. Jahrestag der Befreiung Belarus von der deutschen Besatzung und den Sieg im 2. Weltkrieg als die "Hauptschiene der ideologischen und Bildungsarbeit aller Kulturinstitutionen in den kommenden Jahren". Staatliche wie nichtstaatliche Kultureinrichtungen leiden unter oftmals unzureichender finanzieller Ausstattung, die nur begrenzte Gestaltungsmöglichkeiten zulässt. Hinzu kommen reglementierende Vorgaben und Kontrollen durch die Behörden, unter denen insbesondere kritisch-kreative Künstler leiden. Offene Parteinahme für Kritiker des politischen Systems durch Kulturschaffende kann zu Aufführungsverboten führen. Seit Januar 2005 gilt eine von Präsident Lukaschenko verfügte Vorgabe, nach der alle Radiostationen zu 75% Musiktitel aus Belarus ausstrahlen müssen. Diese Quotenregelung wird von Hörern und Sendern gleichermaßen beklagt, zumal sie nach Einschätzung von Experten nicht zu einer Qualitätssteigerung belarussischer Produktionen führen dürfte. Soziales: Versicherungswesen: Familiengeld, Renten, Krankenversicherung und Arbeitslosengeld werden aus einem Sozialversicherungsfonds sowie einem Beschäftigungsfonds finanziert. Die medizinische Versorgung kann nur mit Hilfslieferungen aus dem Ausland abgesichert werden. Viele Einwohner leiden an Immunschwäche; Leukämie und Schilddrüsenkrankheiten steigen als Folge des Tschernobyl-Unglücks von 1986 dramatisch an.
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