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Bildung: Schulpflicht von 6 bis 16 Jahren,danach folgt eine zweijährige Teilzeitschulpflicht. Der Schulbesuch ist kostenlos. 18 Universitäten ohne Numerus clausus (außer Medizin), außerdem 2 königliche Akademien der Schönen Künste und 5 königliche Konservatorien. Der Zugang zu Bildungseinrichtungen ist in Belgien leicht. So studierten 1994 über 37% der 18-21jährigen. Aber die Quote der Durchgefallenen ist hoch. Nur 49% zwischen 25 und 64 Jahren hatten überhaupt irgendeinen Lehr-, Schul- oder Hochschulabschluß.

Kultur: Seit der Herrschaft der Burgunderherzöge im 14. Jahrhundert haben Künstler aus dem belgischen Raum Europas Kultur entscheidend mitgeprägt.

Familienstruktur: Viele Belgier sind vor der Hochzeit lange Zeit verlobt oder leben zusammen, ein großer Teil wählt auch die nichteheliche Gemeinschaft. Zusätzlich zur standesamtlichen Trauung entscheiden sich viele Brautpaare für eine kirchliche Heirat. Die durchschnittliche belgische Familie besteht meist aus berufstätigen Eltern mit zwei Kindern. Oft werden die häuslichen Pflichten zwar von beiden Partnern wahrgenommen, dennoch herrscht noch immer die Einstellung vor, dass in erster Linie die Frau für Haushalt und Kindererziehung verantwortlich ist. Früher wohnten in Flandern verheiratete Kinder oft mit ihren Eltern zusammen. Dies trifft heute in Ausnahmefällen nur noch für ländliche Regionen zu, wenn familieneigenes Ackerland gemeinsam bewirtschaftet wird. Auch in Wallonien war es durchaus üblich, dass sich eine Großfamilie ein großes, gemeinsames Haus teilte. Aber auch hier hat sich der Trend zur Kleinfamilie entwickelt.

Umgangsformen: In Belgien begrüßt man sich normalerweise mit Händedruck. Die anschließenden Begrüßungsworte hängen von der jeweiligen Region ab. Die häufigsten flämischen Formeln sind Hallo und das förmlichere goeden dag (guten Tag“). Die französischen Entsprechungen lauten Salut (Hallo“) und Bonjour (guten Tag“). Begrüßungen auf Englisch oder Deutsch können in Brüssel und anderen Städten angebracht sein. Mit dem Vornamen sprechen sich nur Freunde und Verwandte an, ansonsten verwendet man den Nachnamen mit der entsprechenden persönlichen Anrede (z. B. Herr oder Frau). Beim Verabschieden in kleiner Runde gibt man jedem Einzelnen die Hand. Belgier laden gern Verwandte und gute Freunde zu sich nach Hause ein, während man sich mit anderen Bekannten in Cafés, Bistros und Restaurants trifft. Besuche werden nur selten ohne Vorankündigung oder vorheriges Telefonat abgestattet. Gäste achten auf Pünktlichkeit und überreichen dem Gastgeber oft ein kleines Geschenk.

Freizeit: Die beliebtesten Sportarten sind Radfahren und Fußball. Autorennen haben eine große Anhängerschaft, ebenso wie Basketball, Volleyball und Tennis. Die Jagd (eine umstrittene Freizeitbeschäftigung), das Angeln und Wettspiele mit Tauben sind in einigen Regionen weit verbreitet. Beim Tauben-Wettfliegen werden männliche Tauben in einiger Entfernung von ihren Weibchen freigelassen. Die Besitzer schließen Wetten ab, welches Männchen als Erstes wieder bei seinem Weibchen ist. Familien gehen in ihrer Freizeit gern in Restaurants, Theater oder Kinos. Aber auch Ausflüge in der freien Natur, am Strand oder in den Waldgebieten der im Süden liegenden Ardennen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Zu den Höhepunkten des Jahres zählen regionale und landesweite Volksfeste, wie z. B. der Karneval.

Sport: 1920 richtete Belgien in Antwerpen die Olympischen Sommerspiele aus. Bei Olympischen Spielen gewannen belgische SportlerInnen 38 Gold-, 52 Silber- und 54 Bronzemedaillen.

Weltkulturerbe: Flämische Beginenhöfe; die vier Schiffshebewerke des Cancal du Centre; Der Große Platz in Brüssel; Mittelalterliche Glockentürme von Flandern und Wallonien (Fotos und/oder Erläuterungen zu ausgesuchten Stätten des Welterbes dieses Landes finden Sie hier)

Soziales

Öffentl. Gesundheitsausgaben (am BIP)(in %) 6,9
Öffentl. Ausgaben für Altersversorgung (am BIP)(in %) 6,2
Öffentl. Ausgaben für Bildung und Erziehung (am BIP)(in%) 8,5
Med. Versorgung (Anz. Ärzte je 1000 Einw.) 3,9
Krankenhausbetten (je 1000 Einw.) 6,9
Säuglingssterblichkeit (je 1000 Geb.) 4
Muttersterblichkeit (je 100 000 Einw.) 10
HIV-Infektionsrate (in %) 0,3
Lebenserwartung Männer 77
Lebenserwartung Frauen 82

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