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Ab Spätherbst 1996 kam es zu bewaffneten Unruhen in Zusammenhang mit Anlagebetrügereien dubioser Finanzinstitutionen ("Pyramidenskandal"). Unter dem Druck der Opposition und der Straße trat am 1. März die Regierung unter Präsident Berisha (Demokratische Partei Albaniens, DP) zurück, am 2. März 1997 erklärte das Parlament den Ausnahmezustand. Eine Übergangsregierung unter Ministerpräsident Bashkim Fino (Sozialistische Partei, SP) vermochte es schließlich, die Unruhen einzudämmen. Auf der Grundlage einer Resolution des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen wurde eine multinationale Schutztruppe (ca. 6.000 Mann) unter Führung Italiens ins Land geholt, die bis zu ihrem Abzug Mitte August 1997 Verkehrswege und Hilfstransporte internationaler Organisationen sicherte.

Durch die "Regierung der nationalen Versöhnung" organisierte Neuwahlen fanden am 29. Juni 1997 mit massiver Unterstützung der internationalen Gemeinschaft statt. Die OSZE spielte dabei die führende Rolle. Das Ergebnis war ein hoher Wahlsieg der SP, die mit 101 von 155 Sitzen zur stärksten politischen Kraft auf nationaler Ebene wurde. Mit ihren Koalitionsparteien verfügte sie im Parlament über eine Zweidrittelmehrheit. Stärkste Oppositionspartei war die DP mit 23 Sitzen. Mit internationaler Unterstützung gelang es, die Verfassung und wichtige Gesetze zur Justiz- und Verwaltungsreform auf den Weg zu bringen.

Die Ermordung des DP-Abgeordneten Hajdari am 12. September 1998 löste gewalttätige Demonstrationen aus und führte zum Sturz des Kabinetts Nano. Mit dem Amtsantritt von Ministerpräsident Majko und seinem Stellvertreter Meta am 28.09.1998 übernahm eine verjüngte Regierungsmannschaft die Verantwortung, die bald mit den Auswirkungen des Kosovo-Konflikts konfrontiert wurde, in dessen Verlauf etwa 450.000 Flüchtlingen nach Albanien kamen.

Am 04.11.1999 wurde Ilir Meta als Ministerpräsident vom Parlament bestätigt. Angesichts weltweiter Anerkennung der SP-geführten Regierung kehrte die DP, die nach den Wahlen vom Juni 1997 die Arbeit im Parlament boykottiert hatte, im Juli 1999 in das Parlament zurück.

Am 10. Dezember 1999 erklärte das Verfassungsgericht die Todesstrafe für verfassungswidrig.

Die Kommunalwahlen im Herbst 2000 waren nach übereinstimmender Einschätzung der OSZE und des Europarates die demokratischsten in der Geschichte des Landes, obwohl einige Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden. Nach lange andauernden Protesten der Demokratischen Partei, die starke Stimmenverluste zu verzeichnen hatte und der Regierung Wahlmanipulation vorwarf, rückte die DP später von ihrer Boykotthaltung wieder ab.

Im Sommer 2001 konnte aufgrund des komplizierten Wahlrechts erst nach insgesamt 5 Wahlgängen ein neues Parlament gewählt werden. Die regierende Sozialistische Partei konnte dabei gemeinsam mit ihren Allianzparteien 3/5 der Stimmen erzielen. Die oppositionelle Demokratische Partei (DP) erkannte das Wahlergebnis nicht an. Das "Office for Democratic Institutions and Human Rights" (ODIHR), das im Auftrag der OSZE die Wahlen beobachtete, übte an den Wahlen ebenfalls Kritik, erkannte das Ergebnis jedoch an und bezeichnete den Wahlprozess als "den besten", den Albanien bislang erlebt habe. Dennoch boykottierte die DP fast 6 Monate lang das Parlament.

Obwohl mit einer komfortablen Mehrheit ausgestattet, konnte sich die neue Regierung unter dem wieder ernannten Premierminister Meta kaum der Tagespolitik zuwenden. Ein monatelanger parteiinterner Machtkampf zwischen den Fraktionen um den SP-Vorsitzenden Nano und Premierminister Meta brachte die Regierungspartei an den Rand der Spaltung.

Nach dem Rücktritt von Premierminister Meta Ende Januar 2002 und der Einsetzung einer neuen Regierung unter Premierminister Majko, der das Land schon in der Kosovo-Krise geführt hatte, beruhigte sich der innerparteiliche Konflikt. Am 24.06.2002 wählte das Parlament im Konsens den der DP nahestehenden ehemaligen Verteidigungsminister Dr. Alfred Moisiu zum Präsidenten, was die aus der Rivalität der Parteivorsitzenden der SP und DP resultierende Verweigerungshaltung der Opposition beendete und eine Phase eher moderater, sachbezogener Oppositionspolitik folgen ließ. Die Schaffung klarer Verhältnisse auch innerhalb der Regierungspartei SP (Fatos Nano als Premierminister und Parteivorsitzender) trug ebenfalls dazu bei, den Reformstau in der albanischen Innenpolitik vorübergehend aufzulösen.

Neben den seit Frühjahr 2003 an Schärfe wieder zunehmenden Auseinandersetzungen mit Oppositionsführer Sali Berisha, sah sich Premierminister Nano auch innerparteilich und kabinettsintern durch seinen Hauptkritker Ilir Meta herausgefordert, der schließlich zusammen mit dem sich solidarisch erklärenden EU-Integrationsminister Sokol Nako am 23.07.03 aus Protest gegen die Regierungsführung Nanos von seinem Amt als Außenminister und stellvertretender Premierminister zurücktrat. Mit der am 24.10.03 erfolgten Entlassung von Innenminister Luan Rama sah sich Premierminister Nano in der Situation, wegen einer auf parteiinterner Opposition beruhenden fehlenden parlamentarischer Mehrheit zwei Schlüsselressorts nicht nachbesetzen zu können und auch inhaltlich in seiner Handlungsfähigkeit weitgehend eingeschränkt zu sein. Die insgesamt trotz fortbestehender Defizite im Wesentlichen zufriedenstellend verlaufenen Lokalwahlen vom 12.10.2003 brachten leichte Verbesserungen für die Opposition, angeführt von der DP, die zusammen mit einigen kleineren Parteien 32,4% der Stimmen errang, während die SP mit landesweit 34,6% der Stimmen ihre - wenn auch knappe – Dominanz in der überwiegenden Mehrheit der Rathäuser (incl. Tirana) und Gemeinden verteidigen konnte.

Auf dem 6. Parteikongress der SP am 12./13. Dezember 2003 wurde Premierminister Nano als Parteivorsitzender mit 81% der Stimmen bestätigt und konnte seinen innerparteilichen Widersacher Ilir Meta in der Parteiführung weitgehend entmachten. Aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse blieb Meta, der über Monate hinweg Kandidaten für die Übernahme des Innen- und Außenressorts im Parlament abblocken konnte, jedoch mit seinen Anhängern eine innerparteiliche Einflussgröße. Erst die Gründung der "Koalition für Integration" mit der SDP und weiteren kleineren Parteien gegen Ende des Jahres ermöglichte am 29.12.2003 schließlich eine hinreichende Mehrheit für die parlamentarische Bestätigung einer umfassenden Kabinettsumbildung.

Zu Beginn des Jahres 2004 machte sich die Opposition die relativ bescheidenen Fortschritte des Landes in den Stabilisierungs- und Assoziierungsverhandlungen mit der EU sowie eine zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung angesichts der schlechten Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage, verbunden mit Preiserhöhungen in der Grundversorgung (Brot, Strom, Telefon) zunutze. Sie organisierte am 07. und 21. Februar sowie am 20. März 2004 Massenproteste mit Zehntausenden von Demonstranten.. Die innerparteiliche Opposition in der SP führte schließlich zur Abspaltung der "Sozialistischen Bewegung für Integration" die sich unter Führung Ilir Metas am 06.09.04 als eigenständige Partei konstituierte. Mit 10 Abgeordnetensitzen ist sie die drittstärkste politische Kraft im Lande.

Im Juli 2005 stehen Parlamentswahlen an. Im Vorfeld dieser Wahlen ist eine sich weiter verschärfende Polarisierung der albanischen Innenpolitik mit ihren Hauptantagonisten, der regierenden SP und der DP, zu beobachten, die auch die Wahlvorbereitungen beeinträchtigt. Die Internationale Gemeinschaft hat wiederholt auf die Bedeutung freier und fairer Wahlen für die weitere Entwicklung des Landes – gerade auch in Bezug auf seine Integrationsbestrebungen in die euro-atlantischen Strukturen - hingewiesen.

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