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Entdeckt wurden die Inseln 1643 von einem niederländischen Seefahrer. 71 Jahre später landete auch James Cook dort, doch erforscht wurden die Inseln erst von 1792 an: Kapitän Bligh hatte sie nach der Meuterei auf der Bounty wiederentdeckt und aufgesucht. Seit 1870 britische Kronkolonien, wurden die Fidschis am 10. Oktober 1987 unabhängig. Die Fidschi-Inseln - das ist für viele schlicht ein Synonym für das Paradies. Beeindruckend sind vor allem die erloschenen, stark zerklüfteten Vulkane. Das Land mitten im südlichen Pazifik besteht aus 332 Inseln, wovon knapp 100 bewohnt sind. Zwei Inseln, nämlich Levu und Vanua Levu, bilden mit nahezu 90% der Fläche das Staatsgebiet. Der nächste Staat ist mehr als 1000 km entfernt, nicht sehr groß und heißt Vanuatu. Auf über 1129 km Küstenlinie werden die Strände von Palmen und Urwäldern gesäumt, jedenfalls dort, wo noch nicht alles gerodet worden ist. Korallenriffe schützen die Inseln vor der Brandung. Für die pazifische Inselwelt sind die Fidschi-Inseln geradezu gigantisch. Immerhin bietet der Inselstaat mehr als 800.000 Menschen eine Heimat. Und die Fidschis sind erfolgreicher als viele andere. Neben der Landwirtschaft spielt der Goldbergbau eine nicht unwesentliche Rolle. Außerdem gibt es - noch nicht genutzte - Ölvorkommen. Zudem sind die Inseln ein bevorzugtes Touristenziel. Dank der relativ kurzen Anreise kommen vor allem Australier. Aber auch die Traumschiffe dieser Welt laufen die Inseln gerne an. Ein andere wichtiger Wirtschaftszweig ist der Zuckerrohranbau. Zahlreiche Inder waren einst von den Briten als Arbeiter für die Zuckerplantagen geholt worden. Ihre Nachfahren stellen heute knapp die Hälfte der Einwohner. Landbesitzer allerdings sind vor allem die Nachfahren der melanesischen und polynesischen Ureinwohner. Ihnen gehören annähernd 80% der Landesfläche. Den Rest besitzt eine weiße Minderheit. Die Inder - Kaufleute und Händler - haben kaum Grundbesitz. Um diesen Zustand zu bewahren, putschte 1987 Sitiveni Rabuka gegen den Wahlsieg der von den Indern getragenen Partei. Eine neue Verfassung schrieb die Privilegierung der Ureinwohner fest. Nach 10 Jahren wendete sich das Blatt: Fidschi wollte zurück ins Commonwealth. Rabuka entschuldigte sich in London bei Königin Elizabeth II., indem er ihr einen Walzahn überreichte, das höchste Symbol der Insulaner für Sühne. Die Verfassung wurde revidiert und Fidschi wieder Mitglied im Commonwealth. Präsident Mara und der Premierminister hätten Elisabeth auch gern wieder zur Königin gemacht, aber der große Rat der Häuptlinge lehnte dieses Ansinnen ab. Noch unklar sind die Hintergründe eines Putschversuches in Fidschi am 19. Mai 2000. Nach bisherigen Erkenntnissen hat eine Gruppe um einen bankrotten Unternehmer Mitglieder der Regierung und des Parlaments, unter ihnen auch den Ministerpräsidenten, in ihrer Gewalt. Erste Berichte deuten auf rassistische Tendenzen und Forderungen der Geiselnehmer hin.

136 Jahre nachdem ihre Vorfahren einen australischen Missionar verspeisten, wollen sich die Bewohner eines kleinen Dorfes auf den Fidschi-Inseln in aller Form für das Verbrechen entschuldigen. Zehn Abkömmlingen des Geistlichen Thomas Baker, der 1867 den Kannibalen zum Opfer fiel, wurde daher am 13.11.2003 ein warmer Empfang in Nabutautau zuteil. Neben einem christlichen Gottesdienst wollen die Bewohner eine rituelle Entschuldigung vornehmen, mit der sie den Fluch von ihrem Dorf zu nehmen hoffen, der nach ihrer Überzeugung seit dem Verbrechen auf Nabutautau liegt.


Aktuelles: Einen Monat nach dem Putsch auf den Fidschi-Inseln hat das Militär am 04.01.2007 die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung eingeleitet. Präsident Ratu Josefa Iloilo könne fortan wieder seine Vollmachten ausüben und eine Übergangsregierung einsetzen, erklärte Militärchef Voreqe Bainimarama in Suva. Bainimarama hatte am 5. Dezember Regierungschef Laisenia Qarase abgesetzt, das Parlament aufgelöst und den Ausnahmezustand verhängt.

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