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Der farblose Scheich und der Präsident Sarkozy hatte seinen Gastgeber bereits im Sommer in Paris empfangen. Für Scheich Khalifa war der Besuch Teil einer außen- und wirtschaftspolitischen Offensive, mit dem der 59-jährige Autokrat sein Abu Dhabi endgültig aus dem Schatten des boomenden Nachbarn Dubai bringen will - und sich selbst aus dem Schatten seines charismatischen Vater, des 2004 verstorbenen VAE-Gründers Zayed bin Sultan al Nayhan. Der Emir mit dem stechenden Blick, dessen Bildnis noch heute selbst in jeder Hotellobby des Landes aushängt, hatte es 1971 vermocht, die Rivalitäten von sieben Wüstenfürsten zu überwinden. Dies freilich nur mit Bestechung: Vater Zayed, damals der einzige von den Sieben mit nennenswerten Öleinnahmen, sicherte den armen Nachbaremiraten Anteile zu. Das war der Beginn einer neue Epoche. Mit Hilfe der Öl-Milliarden entstand eine Art High-Tech-Feudalismus, Armeen rechtloser Gastarbeiter - und hochbezahlte westliche Fachleute - stampften futuristische Mega-Städte aus dem Wüstensand. Die privilegierten Einheimischen sehen in Zayed noch immer fast einen Heiligen - das Bild, welches sein Sohn abgab, war dagegen bislang eher farblos und ohne Konturen. Inzwischen geht manche Ölquelle zur Neige, und auch Scheich Khalifa denkt an die Zeit nach dem Öl-Boom. In zwei strategische Richtungen gehen die Pläne, und für beide spielt Frankreich eine wichtige Rolle. Zum einen bemüht sich das wie ein Privatunternehmen geführte Emirat mit Nachdruck um Investitionen in den Industriestaaten. Erst im Herbst stieg die zuständige Behörde ADIC mit 7,5 Milliarden Dollar beim US-Finanzkonzern Citi-Group ein. Von Frankreichs Regierung, so heißt es, erhofft sich Scheich Khalifa zum Beispiel die Zustimmung für eine Beteiligung bei Airbus. Doch zugleich setzt der Herrscher auf den Tourismus. Im Unterschied zu Dubai mit seinen riesigen Vergnügungsparks aber soll es vor allem ein gehobener, ein Bildungstourismus sein. Erst vor wenigen Monaten schloss Abu Dhabi mit Frankreich einen Vertrag über die Gründung einer Louvre-Filiale, die Lizenzgebühr auf eine Dauer von 20 Jahren beträgt rund 700 Millionen Euro. Insgesamt, so plant Scheich Khalifa, soll die Zahl der Touristen von derzeit einer Million auf drei Millionen im Jahr 2015 steigen. In Sarkozys Heimat überlegt man nun, um welchen Deal es diesmal in Scharm el Scheich gehen könnte. Wieder Kunst? Oder doch Waffen wie beim jüngsten Treffen mit Libyens Staatschef Gaddafi? Scheich Khalifa ist jedenfalls nicht etwa nur ein Bilderfreund - er hat auch die VAE-Streitkräfte aufgebaut. |
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