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Formosa - die Schöne -, so tauften portugiesische Seefahrer im Jahre 1590 ihre Entdeckung. Von 1642 bis 1662 war die Insel niederländisch, gehörte dann, von 1683 an, zur chinesischen Quing-Dynastie. 1895 fiel die Insel an Japan und wurde 1945 von den Alliierten an China zurückgegeben. Nach dem Sieg Mao Tse-tungs floh General Tschiang Kai-schek 1949 nach Taiwan und errichtete, von den USA unterstützt, eine repressive antikommunistische Republik, die das Alleinvertretungsrecht für ganz China reklamierte. Doch 1971 nahm Festland-China den Platz Taiwans in der UNO ein.   Taiwan ist weltweit diplomatisch isoliert und unterhält z.B. in Europa lediglich diplomatische Beziehungen mit Vatikanstadt. Gleichwohl wurde Taiwan zu einer bedeutenden Wirtschaftsmacht. 1991 wurden auch Handelskontakte zum Festland legalisiert. Für Peking ist Taiwan unverändert eine abtrünnige Provinz, die Wiedervereinigung nur eine Frage der Zeit.

Bei ihren ersten direkten Gesprächen seit mehr als zehn Jahren haben China und Taiwan in einem historischen Abkommen regelmäßige Direktflüge zwischen beiden Ländern vereinbart. Ab Anfang Juli 2008 sollen wöchentlich tausende Menschen ohne Zwischenstopp zwischen China und Taiwan hin- und herreisen können, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Geplant seien 36 Direktflüge pro Woche. Chinas Präsident Hu Jintao sagte bei einem Treffen mit der taiwanischen Delegation in Peking, die Unterzeichnung der beiden Abkommen sei "ein guter Anfang" für bessere Beziehungen zwischen China und Taiwan.

Ab dem 4. Juli sollten von Freitag bis Montag wöchentlich 18 Direktflüge aus verschiedenen chinesischen Städten nach Taiwan und 18 weitere von Taiwan nach China starten, zitierte Xinhua aus dem Abkommen. Bislang müssen Reisende zwischen Taiwan und China außerhalb der offiziellen Ferien einen Umweg über Hongkong machen. Ab dem 18. Juli bekommen der Vereinbarung zufolge täglich 3 000 Touristen die Erlaubnis, im Rahmen von Gruppenreisen von zugelassenen Veranstaltern von China nach Taiwan zu reisen. Bislang lag die Obergrenze bei 1 000 Reisenden pro Tag, die zudem den Umweg über Hongkong nehmen mussten.

"Die Wiederaufnahme des Dialogs ist ein guter Anfang für die Verbesserung und die Entwicklung" der Beziehungen zwischen Peking und Taipeh, sagte Chinas Staatschef Hu laut Xinhua nach einem Treffen mit dem taiwanischen Chefunterhändler Chiang Pin-kun. Die beiden Abkommen würden "die Landsleute auf beiden Seiten" glücklich machen, sagte der stellvertretende chinesische Verhandlungsleiter, Sun Yafu.


Hintergrundberichte:

30.05.2008 An der Taiwanstraße ist die Eiszeit vorbei - Bald direkte Flugverbindungen in die Volksrepublik
21.03.2008 Schatten über Taiwans Präsidentenwahl - Ereignisse in Tibet radikalisieren die politische Stimmung
13.01.2008 Wahldesaster für die Verfechter einer Unabhängigkeit - Taiwans  Oppositionelle KMT erringt Zwei-Drittel-Mehrheit

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