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Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert kolonisierten nacheinander Portugiesen, Niederländer und Briten das Land. Nach dem Ende des Königreiches von Kandy wurde das damalige Ceylon 1802 britische Kronkolonie. 1948 unabhängig geworden, enteignete Sri Lanka unter Sirimavo Bandaranaike, der Witwe des 1959 ermordeten Premierministers Solomon Bandaraike, die ausländischen Ölgesellschaften, Banken und Plantagen. Die Verdrängung der Tamilen aus den unter britischer Herrschaft erlangten Führungspoistionen und der Wunsch nach Autonomie führte zu erbitterten Kämpfen der Tamilen-Tiger gegen die Herrschaft der zahlenmäßig weit überlegenen Singhalesen (50.000 Tote seit 1983). Ein gescheiterter Schlichtungsversuch des indischen Premierministers Rajiv Gandhi, der Truppen zur Überwachung eines für Ende 1988 vorgesehenen Referendums über eine Teilautonomie des tamilischen Nordens entsandt hatte, verwickelte auch Indien in die Kämpfe. Im April/Mai 1993 wurde kurz nach dem Oppositionsführer auch Präsident Ranasinghe Premadasa ermordet - ein Schock, dem im August 1994 friedliche Wahlen folgten. Die inzwischen 82jährige Sirimavo Bandaranaike wurde Regierungschefin. Bei der Präsidentenwahl am 21.12.1999 wurde Amtsinhaberin Chandrika Kumaratunga (54) mit deutlichem Vorsprung für fünf Jahre bestätigt. Nach Auszählung fast aller Stimmen lag sie mit 51,12% vor ihrem Herausforderer Ranil Wickremesinghe (42,7%). Kumaratunga blieb jedoch hinter ihrem Wahlergebnis von 1994 (62%) weit zurück. Nach Angaben von Wahlforschern waren viele Bürger enttäuscht, dass die Präsidenten den versprochenen Friedensschluss mit den tamilischen Rebellen nicht eingehalten hatte. Bei politisch motivierten Gewaltakten wurden am Wahltag mindestens sieben Menschen getötet. Trotz Drohungen der tamilischen Separatisten gaben 73% der 11,7 Mio Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Kumaratunga war am 18.12.1999 beim Selbstmordanschlag eines mutmaßlichen Rebellen nur knapp dem Tod entronnen. Die Präsidentin setzt im Bürgerkrieg gegen die tamilischen Rebellen auf eine militärische Lösung und bot ihnen ein autonomes Gebiet im Nordosten der Insel an. Ihr Gegenkandidat Wickremesinghe befürwortet bedingungslose Friedensverhandlungen mit den militanten Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE). In dem Konflikt starben seit 1983 über 60 000 Menschen. Die Ermordung des sri lankischen Außenministers Lakshman Kadirgamar am 12.08.2005 hat international Sorge um die Waffenruhe in dem Inselstaat ausgelöst. Lesen Sie dazu unseren Hintergrundbericht. Sri Lankas bisheriger Premier Mahinda Rajapakse wird nächster Präsident von Sri Lanka. Bei der Wahl am 17.11.2005 erzielte er 50,3 Prozent der Stimmen und setzte sich damit knapp gegen den konservativen Ex-Premier Ranil Wickremesinghe durch, der auf 48,4 Prozent kam. 170 000 Stimmen betrug sein Vorsprung. Die übrigen elf Kandidaten spielten für den Ausgang der Wahl keine Rolle. Einen Hintergrundbericht dazu können Sie hier lesen. In Sri Lanka eskaliert der Bürgerkrieg. In der Hauptstadt Colombo wurde dem britischen Sender BBC zufolge am 10.11.2006 ein Abgeordneter der tamilischen Partei TNA erschossen. Gleichzeitig nehmen die Kämpfe zwischen den tamilischen Befreiungstigern (LTTE) und der Armee zu. Bei einem Seegefecht vor der Ostküste der Insel versenkte die sri-lankische Marine nach eigenen Angaben zwei LTTE-Boote und tötete mehrere Rebellen. Schwere Kämpfe zwischen den Streitkräften Sri Lankas und Tamilen-Rebellen haben im Osten der asiatischen Inselrepublik mindestens 18.000 Menschen in die Flucht getrieben. Die Behörden teilten am 09.03.2007 mit, die Zivilisten seien aus dem umkämpften Thoppigala in die von der Regierung kontrollierten Gebiete im Distrikt Batticaloa geflohen. Die Regierungstruppen haben nach eigenen Angaben vier Stützpunkte der Rebellen erobert. Sri Lankas Entwicklungsminister, D. M. Dassanayake, ist am 08.01.2008 bei einem Bombenanschlag getötet worden. Zudem gab es einen weiteren Toten und neun Verletzte. Der Sprengsatz ging an der Straße zum Flughafen nahe Colombo hoch. Als Drahtzieher der Angriffe werden die Rebellen von Tamil Eelam vermutet. Bei neuen Kämpfen zwischen der Armee und tamilischen Rebellen auf Sri Lanka sind am 26.04.2008 mindestens 18 Menschen getötet worden. Wie ein Armeesprecher in der Hauptstadt Colombo mitteilte, waren die Kämpfe am Morgen im Norden der Insel entflammt. Dabei seien 18 Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) getötet und weitere 18 verwundet worden. Über eventuelle Verluste der Armee wurden keine Angaben gemacht. Inzwischen stieg die Zahl der Toten nach einem Bombenanschlag auf einen Bus vom Vortag auf 26. Die Zahl der Verletzten wurde mit 70 angegeben. Die Bombe war an der zentralen Bushaltestelle in Piliyandala rund zwölf Kilometer südlich der Hauptstadt explodiert Bisher hat sich niemand zu der Tat bekannt. Für ähnliche Anschläge auf Busse machte die Regierung in der Vergangenheit LTTE verantwortlich. Die Rebellen, die für einen unabhängigen Staat der tamilischen Minderheit kämpfen, kontrollieren nach ihrer Vertreibung aus dem Osten noch Teile des Nordens Sri Lankas. Die Armee versucht seit dem Ende des Waffenstillstands im Januar, die LTTE militärisch zu zerschlagen. Seit Jahresbeginn sind bei Kämpfen im Norden nach Militärangaben mehr als 2500 Aufständische und 300 Soldaten getötet worden. Hintergrundberichte:
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