Vor der Küste Malaysias liegt der kleinste Staat Südostasiens. Im Zuge der britischen Kolonisierung entwickelte sich der bis dahin fast unbewohnte Inselstaat im 19. Jahrhundert rasch zu einer bedeutenden Hafenmetropole und gehört dank seiner geografisch günstigen Lage an der Route zwischen Europa und China noch heute zu einem der bedeutendsten Umschlagplätze der Welt. Nachdem er im Jahr 1959 zur selbst regierten Kronkolonie und vier Jahre später unabhängig wurde, entwickelte sich der “Tigerstaat” innerhalb weniger Jahrzehnte vom Entwicklungsland zu einer wirtschaftlich starken und souveränen Demokratie. Der rasante Aufstieg und die damit wachsende Bevölkerungszahl stellen angesichts der äußerst beschränkten Fläche von ursprünglich etwa 580 Quadratkilometern ein großes Problem dar. Deshalb spielt die künstliche Landgewinnung hier eine große Rolle. Indem an den Küsten ständig neue Erdmassen aufgeschüttet werden, soll die Fläche im Jahr 2030 auf 800 Quadratkilometer erweitert sein.
Gut drei Viertel der ca. 5 Millionen Einwohner sind Chinesen, doch leben hier auch zahlreiche Minderheiten und Anhänger verschiedenster Religionen auf engem Raum friedlich zusammen. Diese Harmonie der unterschiedlichen Gruppen hat eine große Bedeutung und wird mit vielen staatlichen Programmen und Gesetzen ermöglicht.
Politisch ist Singapur trotz seiner parlamentarischen Demokratie ein äußerst ambivalenter Staat. Die Todesstrafe etwa wird nach wie vor durchgesetzt und Prügelstrafen gehören hier auch bei vergleichsweise harmlosen Delikten zur Tagesordnung. Nicht selten sind davon auch Touristen und Ausländer betroffen. Kritikwürdig ist auch die praktisch nicht vorhandene Pressefreiheit. Ein klares Verbot verhindert, dass Medien sich regierungskritisch äußern, nur ausgewählte ausländische Radio- und TV-Sender empfangbar sind und eine allgemein strenge, staatliche Zensur unterbindet die freie Meinungsäußerung.
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